Interpol

Interpol: Internationale Polizei mit Sitz in Lyon in Frankreich

Interpol hat seinen Sitz in Lyon, Frankreich
Interpol hat seinen Sitz in Lyon, Frankreich

Du kennst es vielleicht aus dem ein oder anderen Thriller im Fernsehen: Eine Interpol Liste mit Namen ist da, jemand wird gesucht, ein Interpol Agent scheitert, der Geheimagent muss es richten. Großes Drama, viel Action, ein wenig Sex und Herzschmerz, aber immer coole Interpol Jobs. Die Agenten im internationalen Bereich sind immer gut ausgestattet, sportlich bis muskulös, sprachbegabt und bei den Damen begehrt.

Das Bild ist etwas verzehrt. Denn natürlich arbeiten bei Interpol nicht nur Herren, sondern auch Damen. Und natürlich sind nicht alle Jobs mit internationaler Gangsterjagd verbunden. Es reicht auch nicht aus, wenn Du „Police!“ brüllen kannst. Harte Arbeit und eine gute Ausbildung, vor allem im sprachlichen Bereich, gehören dazu.

 

Historische Interpol Tour: So hat sich die Organisation entwickelt

Interpol wurde 1923 in Wien gegründet
Interpol wurde 1923 in Wien gegründet

Die Abkürzung Interpol steht für die Internationale Kriminalpolizeiliche Organisation. Genau genommen handelt es sich hierbei nicht um eine eigene Behörde, sondern um einen Zusammenschluss verschiedener nationaler Polizeibehörden. Diese unterstützen sich gegenseitig bei kriminalpolizeilichen Aufgaben. Interpol koordiniert die nationalen Ermittler. Gegründet wurde Interpol als Internationale Kriminalpolizeiliche Organisation im Jahr 1923 in Wien. Eine Neugründung erfolgte im Jahr 1946. Seit 1989 befindet sich der Interpol Sitz in Lyon in Frankreich.

Benutzt werden vier Arbeits- beziehungsweise Amtssprachen bei Interpol:

  • Englisch
  • Französisch
  • Arabisch
  • Spanisch

Insgesamt zählt Interpol 186 Mitgliedsstaaten. Die einzelnen Organe von Interpol heißen Generalversammlung, Generalsekretariat und Nationales Zentralbüro. Interpol darf bei politischen, militärischen, religiösen oder rassistischen Verbrechen nicht eingreifen. Insgesamt kann man also sagen, dass die Internationale Kriminalpolizeiliche Organisation ein wichtiger Akteur in der internationalen polizeilichen Zusammenarbeit ist. Direkt nach den Vereinten Nationen ist sie die zweitgrößte zwischenstaatliche Organisation. Das deutsche Bundeskriminalamt, kurz BKA, ist Teil dieses weltweiten Netzwerks der Kriminalitätsbekämpfung.

 

Die Ziele von Interpol

Manchmal ist eine grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit wichtig. Als ältester multilateraler Kooperationsrahmen ist Interpol genau dafür da. Um von der Webseite des BKA zu zitieren: » Vorrangiges Ziel der Organisation ist, eine möglichst umfassende gegenseitige Unterstützung aller kriminalpolizeilichen Behörden in Rahmen der in den einzelnen Ländern geltenden Gesetze und im Geiste der Erklärung der Menschenrechte sicherzustellen und auszubauen sowie alle Einrichtungen, die zur Verhütung und Bekämpfung des gemeinen Verbrechens wirksam beitragen können, zu schaffen und auszubauen. (Art. 2 der IKPO-Statuten)«

Übrigens: Diese Zielsetzung wurde bei der Gründung von Interpol im Jahre 1923 festgelegt und hat sich bis heute nicht geändert. Der Hauptsitz der Organisation ist heute in Lyon in Frankreich, in Singapur befindet sich allerdings eine Zweigstelle, der „Interpol Global Complex for Innovation“. Seit Anfang 2015 ist der ehemalige Vizepräsident des BKA, Professor Doktor Jürgen Stock, Generalsekretär von Interpol.

 

Die Arbeit von Interpol

In jedem der Mitgliedsstaaten von Interpol gibt es ein sogenanntes nationales Zentralbüro. In Deutschland ist das Bundeskriminalamt dieses nationale Zentralbüro. Das BKA tauscht unter der Adresse „Interpol Wiesbaden“ Informationen mit den internationalen Partner aus. Außerdem stellt Interpol den Mitgliedsstaaten ein Informations- und Kommunikationssystem zur Verfügung. Dieses System heißt „Interpol Global Communication System 24/7“.

Zu den Aufgaben von Interpol gehört unter anderem die Fahndung nach Personen und GegenständenZur Arbeit von Interpol gehört darüber hinaus die weltweite Fahndung nach Personen und nach Gegenständen. Es gibt eine Fahndungsliste. Die Fahndungen auf dieser Interpol Liste werden Notices genannt. Interpol steuert die Handhabung dieser Fahndungsliste. Diese Notices stellen in Deutschland keine Rechtsgrundlage für exekutive Maßnahmen dar. Das ist anders als beispielsweise bei einem Europäischen Haftbefehl, aufgrund dessen die deutsche Polizei durchaus handeln darf. Aufgabe des BKA ist es, jede einzelne Fahndung auf der Fahndungsliste zu prüfen. Im Einzelfall wird entschieden, ob die Fahndung mit deutschem Recht vereinbar ist. Denn nur dann dürfen exekutive Maßnahmen durchgeführt werden.

Die Datenbanken, die das Generalsekretariat unterhält, stehen allen Mitgliedsstaaten für Recherchezwecke zur Verfügung. Es gibt zum Beispiel eine eigene Datenbank, also eine Fahndungsliste, nur für die Personenfahndung. Eine weitere Liste dient der Kfz-Fahndung. Hier geht es um gestohlene Wagen und Fahrzeuge, die aufgrund ihrer Verwicklung in Gesetzesübertretungen gesucht werden. Eine dritte Liste beschäftigt sich mit der Fahndung nach gestohlenen und abhandengekommenen Dokumenten oder Kunstgegenständen. In dieser Fahndungsliste werden auch gestohlene oder verlorene Pässe und Personalausweise geführt.

Die Arbeit im Generalsekretariat sieht manchmal auch wirklich nach Polizeiarbeit aus:

  • Es werden operative und strategische Analysen durchgeführt
  • Man erstellt Lagebilder
  • Konkrete Ermittlungen werden ausgewertet

 

Berufliche Zukunft bei Interpol?

Wenn Du auf einen der Interpol Jobs scharf bist, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Du kannst Dich in Deutschland als Kriminalkommissar ausbilden lassen. Das ist eine duale Ausbildung, die beim Bundeskriminalamts absolviert wird. Voraussetzung ist normalerweise das Abitur, denn du wirst an der Polizeiakademie studieren müssen. Das Einstellungsverfahren mit sämtlichen Prüfungen ist das gleiche wie bei anderen Laufbahnen der Polizei auch. Du hast aber auch die Möglichkeit, Dich für eine Ausbildung zu bewerben. Oder du bewirbst dich direkt bei Interpol in Lyon. Doch bei Interpol, wirst Du auch vom Bundeskriminalamt eingestellt. Du bist dann ein Interpol Agent für Interpol Deutschland.Doch dagegen in Lyon, bist Du als Interpol Agent in der Zentrale in Frankreich angestellt. Mit Interpol Deutschland hast Du dann nicht unbedingt viel zu tun. Die unterschiedlichen Möglichkeiten, Dich zu bewerben, gehen selbstverständlich mit ganz verschiedenen Voraussetzungen für die Bewerbung einher.

Die Bewerbung bei Interpol erfolgt online
Die Bewerbung bei Interpol erfolgt online

Eine Bewerbung für den Dienst in der Zentrale in Frankreich richtest du direkt an diese Zentrale. Das Bewerbungsverfahren läuft online ab. Du reichst deine Bewerbungsunterlagen vollständig und inklusive Lebenslauf ein. Vorstellungsgespräche werden online geführt, Du musst Dich also auf ein Job Interview über Skype gefasst machen. Das Interview wird von verschiedenen Personen geführt, und Fremdsprachenkenntnisse benötigst Du selbstverständlich. Nur mit Deutsch und etwas Schulenglisch kommst Du hier nicht besonders weit. Du solltest also auf jeden Fall im Englischen verhandlungssicher sein.

 

Kurze Interpol Tour: Wer arbeitet in Lyon?

Aktuell beschäftigt das Generalsekretariat etwa 800 Angestellte aus 100 verschiedenen Ländern. Diese rund 800 Angestellten arbeiten sowohl in der Zentrale in Frankreich, als auch im Global Complex for Innovation in Singapur, oder in einem der Regionalbüros, also in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Etwa ein Drittel dieser Angestellten werden von den nationalen Polizeibehörde eingestellt und an Interpol weitergeleitet. Die anderen werden als International Civil Servants bezeichnet, sie sind direkt bei der Organisation unter Vertrag. Interpol akzeptiert deine Bewerbung, solange Du einen gültigen Ausweis aus einem der Mitgliedstaaten hältst. Deutschland ist Mitglied dieser Organisation, mit einem deutschen Ausweis, also den Personalausweis, kannst Du Dich durchaus bei Interpol bewerben. Es gibt keinerlei Einschränkungen hinsichtlich des Ausweises für Bewerber und Bewerberinnen aus den Mitgliedsstaaten, denn die Organisation soll für alle Mitgliedsstaaten repräsentativ sein.

Beachte aber, dass du deine Bewerbung in einer der offiziellen vier Sprachen der Organisationen halten muss:
  • Englisch
  • Französisch
  • Spanisch
  • Arabisch

Beim Generalssekretariat in Frankreich bewirbst Du Dich, indem Du auf der Internetseite der Organisation den Button „Apply for job“ am Ende der jeweiligen Stellenanzeige anklickst. Du findest Interpol im Netz. Auf dieser Seite findest Du auch die Bedingungen für eine Anstellung, sowie Ausschreibungen der offenen Stellen. Außerdem ist es möglich, an einem der zahlreichen Ausbildungsprogramme von Interpol teilzunehmen. Informationen findest du ebenfalls auf der Internetseite.

 

Du solltest Dich gründlich auf die Bewerbung vorbereiten

Eine gute Vorbereitung auf die verschiedenen Tests ist sehr wichtig.
Vorbereitung ist das A und O!

Die Zugangsvoraussetzungen für den internationalen Polizeidienst sind nicht niedriger als die Zugangsvoraussetzungen für den deutschen Polizeidienst. Bereite Dich möglichst gründlich darauf vor. Junge Bewerber und Bewerberinnen mit wenig Berufserfahrung kämpfen insbesondere mit den Fremdsprachenkenntnissen. Denn erfahrungsgemäß reicht das, was Du in den paar Jahren Schulunterricht lernst, nicht aus. Niemand ist nach vier, fünf, sechs oder sieben Jahren Schulenglisch wirklich verhandlungssicher. Für die zweite Fremdsprache Französisch oder die dritte Fremdsprache Spanisch gilt das genauso. Wenn Du Dich für eine Anstellung bei Interpol im internationalen Bereich, also in Frankreich, interessierst, solltest Du in Deiner Freizeit auf jeden Fall Deine Sprachkenntnisse ausbauen.

Ein Blick auf die offenen Stellen bei Interpol zeigt Dir schnell: Wenn Du wirklich Polizeiarbeit leisten willst (und Dich nicht für eine Ausbildung zur Bürokraft bewirbst), ist eine Bewerbung direkt nach dem Abitur nicht die beste Idee. Du solltest die entsprechende Erfahrung schon mitbringen. Es kann also sinnvoll sein, dass Du nach der Schule erst einmal eine Ausbildung beziehungsweise eine duale Ausbildung im gehobenen oder höheren Dienst der Polizei in Deutschland durchläufst. Diese Ausbildung geht mit Fremdsprachenunterricht einher. Dennoch solltest Du, wenn Dein Ziel internationale Polizeiarbeit beim Interpol Sitz in Lyon oder Singapur ist, auch in Deiner Freizeit weiter an den Sprachen arbeiten. Es reicht nicht aus, wenn Du weißt, dass Polizei auf Englisch „police“ und auf Französisch „gendarmerie“ heißt.


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