Reiterstaffel

Die Reiterstaffel – der polizeiliche Alltag hoch zu Ross

Polizisten hoch zu Ross

Polizisten hoch zu Ross

In der heutigen, weitestgehend technisch-geprägten Zeit, üben Berufe mit Pferden oft eine große Faszination auf die Menschen aus. Allen voran sei hier die berittene Polizei genannt, die der breiten Öffentlichkeit vor allem von Fußballspielen und anderen Großereignissen bekannt sein dürfte. Die Aufgaben der Reiterstaffel stehen hier unter anderem darin, das Sicherheitsgefühl der Menschen zu stärken, im wahrsten Sinne des Wortes den Überblick zu bewahren und die Einsatzhundertschaft bei Demonstrationen zu unterstützen. Parallel dazu sind die entsprechenden Beamten auch an der Weiterbildung der Pferde beteiligt.

Der Aufgabenbereich der Reiterstaffel der Landespolizei

Die berittene Polizei kommt heute vor allem im Zusammenhang mit…:

  • Demonstrationen und Versammlungen
  • dem Streckenschutz und der Absperrung
  • der Unterstützung von Festnahmen
  • dem Objekt- und Raumschutz
  • dem Zurückdrängen von „Störern“
  • Brauchtumsveranstaltungen

zum Einsatz und stellt damit einen wichtigen Teil der allgemeinen Polizei dar. Nicht zuletzt kann auch nicht abgestritten werden, dass es sich bei einem Pferd um ein Tier handelt, das, ähnlich wie der Polizeihund, respekteinflößend daherkommt. Doch welche Aufnahmebedingungen musst du als zukünftiger Reiter eigentlich erfüllen, um Bestandteil der Reiterstaffel werden zu können?

Besondere Kriterien für Reiter und Pferde

Nicht jeder Polizeibeamte kann seinen Dienst im Zuge der berittenen Polizei in Angriff nehmen. Dementsprechend ist auch nicht jedes Pferd dazu geeignet, als Polizeipferd ausgebildet zu werden. Mit Hinblick auf die hohen Belastungen kommen nur Menschen und Tiere zum Einsatz, die den gesteigerten Anforderungen, beispielsweise bei Demonstrationen und Großeinsätzen gewachsen sind. Ein hohes Maß an Lernbereitschaft ist hier ebenso wichtig wie eine Affinität zum Tier und diesem spannenden Beruf.

So werden die Polizeipferde ausgebildet

Die Pferde, die im Zuge der berittenen Polizei, egal ob in Großstädten wie Berlin oder in ländlicheren Gegenden, zum Einsatz kommen, werden nicht nur mit Hinblick auf Dressur, das Springen oder das Reiten im Gelände geschult. Zudem stehen vor allem:

  • die Gewöhnung an Reize in optischer und akustischer Hinsicht
  • die Außenausbildung
  • eventuelle Sondereinsätze

im Fokus.

Polizeipferde werden unter anderem auf Menschenansammlungen vorbereitet

Polizeipferde werden unter anderem auf Menschenansammlungen vorbereitet

Die Ausbildung der Polizeipferde startet mit einem Lebensalter von drei bis fünf Jahren. In der Regel sind die Tiere hier schon angeritten. Bei den entsprechenden Pferden handelt es sich ausschließlich um Wallache, da diese als etwas ausgeglichener als die Stuten oder Hengste gelten.

Nach circa einem Jahr ist die Ausbildung zum Polizeipferd abgeschlossen.

Für den Zeitraum der gesamten Ausbildung gilt jedoch, dass die Tiere langsam an die jeweiligen Situationen gewöhnt werden. Das bedeutet unter anderem, dass sie zunächst mit einem anderen, erfahrenen Tier der berittenen Polizei auf Streife gehen und der Vertrauensgewinn hier an erster Stelle steht. So besteht die Möglichkeit, die Fertigkeiten des Pferdes langsam zu steigern und die Ausbildung an dessen Fortschritte anzupassen.

Am Ende der Ausbildung zum Polizeipferd steht die Geländeausbildung. Diese gewährleistet, dass sich Tier und Reiter auch auf unebenem Gelände fortbewegen können und den Vorteil der hohen Geschwindigkeit beim Galopp sicher nutzen können.

Nach einem abschließenden Test darf das Tier offiziell „Polizeipferd“ genannt werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Lernprozess hier abgeschlossen wäre. Vielmehr gehören kontinuierliche Weiterbildungen von nun an zum Alltag.

Deine Ausbildung zum Reiter der Reiterstaffel

Grundsätzlich handelt es sich bei deiner Ausbildung zum Mitglied der berittenen Polizei um eine Spezialisierung. Das bedeutet, dass deinem ersten offiziellen Ausritt in der Reiterstaffel ein erfolgreicher Abschluss und eine Dienstzeit bei der Bereitschaftspolizei und dem Einsatz- und Streifendienst vorweg gehen muss.

Danach heißt das Motto „Step by step“.

Für eine Anstellung in der Reiterstaffel ist es generell nicht notwendig, bereits über Reiterfahrung zu verfügen. Jeder Bewerber muss hier:

  • ein Auswahlgespräch absolvieren
  • an der Longe probereiten
  • einer Beurteilung durch den jeweiligen Reitlehrer standhalten.

Sofern hier nichts gegen eine Weiterbildung spricht, nimmst du an einem sechs monatigen Lehrgang teil.

Der Reitlehrgang – deine ersten Schritte in der Reiterstaffel

Die Ausbildung zum Reiter besteht auch aus Springtraining

Die Ausbildung zum Reiter besteht auch aus Springtraining

Beim Reitlehrgang wirst du mit Hinblick auf Dressur, das Springen und die Geländeausbildung unterwiesen. Zudem übst du dein Verhalten in polizeilichen Einsätzen. Ein nicht zu unterschätzender, theoretischer Teil befasst sich selbstverständlich auch mit der Haltung von Pferden, deren Charakter und Gesundheit.

Den Abschluss dieses Teilbereichs bildet eine Prüfung mit praktischen und theoretischen Elementen.

Die Formalausbildung – individuell an dich und dein Tier angepasst

Das Bestehen des Reitlehrgangs bildet die Grundlage dafür, dass du deine Formalausbildung auf dem Reitplatz fortführen kannst. Nun richtet sich das zu absolvierende Programm vor allem auch nach dem Charakter deines Pferdes.

Dennoch: wer sich für die berittene Polizei entscheidet, sollte in jedem Fall wissen, dass von nun an regelmäßiges Training an der Tagesordnung steht.

Wie so oft bei der Arbeit mit Tieren gilt es hier, auch den Fokus auf die eigene Geduld zu legen. Im Laufe der Zeit entsteht, aufgrund der Tatsache, dass die meisten Beamten immer dasselbe Pferd reiten, eine Symbiose zwischen Reiter und Tier.

Kann man Polizeipferde eigentlich kaufen?

Die Verlockung ist groß. Immerhin sehnen sich viele Pferdeliebhaber nach einem Tier, das bereits ausgebildet wurde. Ein eigenes Pferd, das nicht nur alle gängigen Kommandos ausführen kann, sondern auch weitestgehend resistent gegenüber optischen und akustischen Reizen ist, ist nicht nur bei Reitanfängern beliebt. Generell gilt: ja! Interessenten können Polizeipferde kaufen.

Ein entspannter Alltag nach dem Polizeistress

Ein entspannter Alltag nach dem Polizeistress

In der Regel werden die Tiere, die nicht mehr dazu geeignet sind, im Polizeidienst zu arbeiten versteigert. Die jeweiligen Termine zu den Versteigerungen finden sich oftmals in Anzeigenblättern oder auf einschlägigen Seiten im Internet. Die Versteigerung der Pferde, die ehemals Teil der Reiterstaffel waren, ist jedoch auch in ethischer Hinsicht sinnvoll. Mit Hinblick auf die Frage „Wie alt werden Pferde?“ und die Erkenntnis, dass diese bei guter Pflege ein Höchstalter von 30 Jahren erreichen können, entscheiden sich viele Menschen dafür, diesen besonderen Tieren einen schönen Lebensabend, fernab vom Polizeistress zu gönnen.

Wie viel verdient man bei der berittenen Polizei?

Das Gehalt der berittenen Polizei orientiert sich vornehmlich am Verdienst eines Beamten im „normalen“ Polizeidienst. Das bedeutet, dass dein letztendliches Einkommen unter anderem von:

  • deinem Dienstgrad
  • deiner Polizeieinheit
  • eventuellen Zuschlägen
  • Nachtschichtarbeit

und Gefahrenzulage abhängig ist. Je nachdem wie alt du bist könnte sich dein Gehalt noch weiter erhöhen. Durchschnittlich beträgt das Gehalt eines Polizisten im Monat circa 3500 EUR.


Klicke hier um Informationen über weitere spannende Berufe bei der Polizei zu bekommen.

Haben wir dein Interesse geweckt? Beginne noch heute mit der Vorbereitung auf den Einstellungstest auf eignungsauswahlverfahren.de!