Was ist die Wachpolizei, wie lange dauert die Ausbildung und was sind die Augaben?

Die Wachpolizei gehört zur deutschen Landespolizei. Zu ihrem besonderen Aufgabenbereich zählen unterstützende und Objektschutzaufgaben. In der Regel gehört sie zu einem bestimmten Polizeipräsidium. Aktuell gibt es in Berlin, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt Wachpolizisten. In Berlin wurde die Bezeichnung Wachpolizei durch den Begriff Zentraler Objektschutz ZOS abgelöst. Wachpolizisten sind uniformiert. Im Vergleich zu herkömmlichen Polizisten befinden sie sich im Angestelltenverhältnis und unterstützen die Polizei bei ihrem Vollzugdienst. Die Befugnisse der Wachpolizei ähneln in einigen Bereichen denen der Vollzugspolizei, wenn es um die Gefahrenabwehr geht. Allerdings gehören sie nicht zu den Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft. Deshalb darf sie keine strafprozessuale Eingriffe in das Grundrecht anordnen. Die exakten Aufgaben werden in den betreffenden Landesgesetzen geregelt, daher können sich diese von Land zu Land unterscheiden. Abhängig vom jeweiligen Bundesland kann die Ausbildung zum Wachpolizisten zwischen drei und sechs Monate dauern. Aufgrund der vielen Ereignisse in Deutschland zu denen Krawalle bei Fußballspielen, Großdemonstrationen, aber auch die Flüchtlingskrise gehören, ist die Belastungsgrenze der Polizei erreicht. Deshalb soll die Wachpolizei die normale Polizei entlasten und die Lage entspannen. Wie bereits erwähnt, übernehmen Wachpolizisten nur spezielle Aufgaben, dazu gehört in erster Linie der Objektschutz. Die Hilfspolizei sichert diplomatische Einrichtungen und Asylbewerberheime oder begleitet gerichtliche Verfügungen und Abschiebungen. Des Weiteren geht die Wachpolizei auf Fußstreife und sorgt für die erkennungsdienstliche Behandlung von verdächtigen Personen. Zum Einsatz kommt die Hilfspolizei ebenfalls bei der Verkehrsüberwachung, Großveranstaltungen sowie anderen großen öffentlichen Ereignissen. Zeigen Wachpolizisten gute Leistungen während ihrer Ausbildung, haben sie häufig Gelegenheit, in den herkömmlichen Polizeidienst einzugehen.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Wachpolizisten

Je nach Bundesland können sich die Voraussetzungen für die Ausbildung zum Wachpolizisten unterscheiden. In Berlin benötigen angehende Wachpolizisten mindestens den Hauptschulabschluss. Wer in Sachsen bei der Hilfspolizei arbeiten möchte, benötigt die Mittlere Reife oder den Hauptschulabschluss inklusive absolvierter Berufsausbildung. In Hessen wiederum ist eine abgeschlossene Berufsausbildung erforderlich. Wer über 20 Jahre alt ist, benötigt lediglich den Hauptschulabschluss. In Sachsen-Anhalt ist die Mittlere Reife erforderlich. Des Weiteren gelten weitere Voraussetzungen für kommende Wachpolizisten. Es müssen geordnete wirtschaftliche Verhältnisse vorhanden sein, außerdem sind die deutsche oder zumindest eine EU-Staatsbürgerschaft erforderlich. Vorstrafen dürfen keine vorhanden sein. Der Führerschein Klasse B ist notwendig. Das 32. Lebensjahr darf noch nicht vollendet sein, die Mindestkörpergröße liegt bei 1,60 Meter. Zum Auswahlverfahren gehören mehrere Etappen. Zu Beginn nehmen Anwärter an einem computergestützten Eignungstest teil, in dem die allgemeine Intelligenz, das Allgemeinwissen und das Sprachverständnis überprüft werden. Auch die sportliche Fitness wird anhand mehrerer Disziplinen festgestellt. Dann kommt es zu einem Vorstellungsgespräch, in welchem Personaler auf spezielle Eigenschaften wie Kommunikationsvermögen, Belastbarkeit und Motivation achten. Eine abschließende Untersuchung durch den Arzt ermittelt die gesundheitliche Eignung für den Dienst bei der Wachpolizei.

Ist eine Umschulung als Wachpolizist möglich?

Grundsätzlich ist eine Umschulung zum Wachpolizisten möglich. Dazu muss der Anwärter eine Ausbildung in Form eines Lehrgangs absolvieren. Geregelt ist dieser auf landesrechtlicher Ebene. Er kann in Teilzeit oder Vollzeit stattfinden. Die Dauer der Umschulung beträgt sechs Wochen bis sechs Monate. Wer bei der Wachpolizei arbeiten möchte, muss an einem praktischen und einen theoretischen Teil in der Umschulung teilnehmen. Die theoretischen Stunden umfassen Inhalte wie Sachbearbeitung, Verwaltungstätigkeiten und Rechtskunde. Auch Befugnisse und Zuständigkeiten werden dort geklärt. Der Bußgeldkatalog und die Straßenverkehrsordnung werden ebenfalls durchgenommen. Zur Theorie zählt eine psychologische Schulung, die sich insbesondere auf Konfliktbewältigung und Deeskalation konzentriert, da die Wachpolizei sehr oft in gefährlichen Situationen agieren muss. Im praktischen Teil der Umschulung sind die Anwärter der Wachpolizei bei erfahrenen Kollegen im Alltag dabei. Diese vermitteln ihnen die Überwachung des Verkehrs und Verstöße der Straßenverkehrsordnung. Sie lernen andere Vorschriften zu erkennen, stellen Bußgelder und Verwarnungen aus, arbeiten mit mobilen Datenerfassungsgeräten, kontrollieren Parkzeiten und helfen der Polizei zum Beispiel bei Tempokontrollen. Sobald genügend Erfahrungen vorhanden sind und die Endprüfung erfolgreich bestanden wurde, ist es möglich, den Hilfspolizisten eigenständig in einem zuständigen Bereich einzusetzen.

Wachpolizei – die Unterschiede in den einzelnen Bundesländern

Im Prinzip ähneln sich die Aufgaben der Wachpolizei in den verschiedenen Bundesländern. Alle Wachpolizisten tragen Uniformen, die der Uniform der herkömmlichen Polizei ähnlich sind, aber mit dem Begriff Wachpolizei gekennzeichnet ist. In Berlin überwacht die Wachpolizei zum Beispiel Gefangenentransporte, in geht die Wachpolizei Fußstreife. In Sachsen überwacht die Hilfspolizei Flüchtlingsheime und kontrolliert Abschiebungen. Die Wachpolizei in Sachsen-Anhalt wurde 2015 aufgrund der Flüchtlingskrise ins Leben gerufen. Ab 2016 werden maximal 250 Wachpolizisten ausgebildet, deren Einsatz auf zwei Jahre befristet ist. Die Ausrüstung der Hilfspolizei unterscheidet sich ebenfalls je nach Bundesland. Die Wachpolizei in Berlin ist mit einem Schlagstock, einer SIG SAUER P6 und Reizstoffsprühgeräten ausgestattet. Dieselben Waffen tragen auch herkömmliche Polizisten in Berlin. Wird die Hilfspolizei im Objektschutz eingesetzt, ist sie mit einer MP5A3 von Heckler & Koch ausgestattet. In Hessen gleichen die Einsatzmittel denen der normalen Polizei. Seit 2012 dürfen auch Maschinenpistolen MP5 verwendet werden. Die sächsische Wachpolizei arbeitet mit Schusswaffen. Ausgebildet werden Wachpolizisten an der Heckler & Koch P7. Diese Waffe ist auch im Einsatz dabei.

Warum ist die deutsche Wachpolizei nicht in allen Bundesländern vorhanden?

Für die einzelnen Bundesländer besteht keine Pflicht, zusätzlich zur normalen Polizei die Wachpolizei einzusetzen. Nicht jedes Bundesland ist davon überzeugt, dass die Wachpolizei von großem Nutzen ist. So ist zum Beispiel der Innenminister von Nordrhein-Westfalen Ralf Jäger davon überzeugt, dass ein Crashkurs von drei Monaten keinen professionellen Polizisten hervorbringen kann. Auch die Gewerkschaft der Polizei hat immer wieder die kurze Ausbildung kritisiert. Sie verweist auch darauf, dass Wachpolizisten auf psychologischem Niveau nicht ausreichend vorbereitet werden.

Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten für den normalen Wachpolizisten?

Außer der täglichen Routine und Ansammlung von Erfahrungen während der Ausübung des täglichen Dienstes gibt es keine Weiterbildungsmöglichkeiten für Wachpolizisten. Es gibt lediglich die Möglichkeit, an der Ausbildung beziehungsweise Umschulung zum Wachpolizisten teilzunehmen. Allerdings haben Wachpolizisten mit besonders herausragenden Leistungen Gelegenheit, sich zum herkömmlichen Polizisten ausbilden zu lassen und die üblichen Aufgaben im Staatsdienst zu übernehmen.

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