Wasserschutzpolizei

Was ist die Wasserschutzpolizei, was gehört zu ihren Aufgaben und wie verläuft die Ausbildung?

Unter anderem ist die Wasserschutzpolizei bei der Bereitschaftspolizei angegliedert
Wasserschutzpolizei

Die Wasserschutzpolizei, manchmal auch als Wasserpolizei bezeichnet und als WSP oder WaPo abgekürzt, gehört zu den jeweiligen Landespolizeien. Abhängig davon, wo sie zuständig sind, gehört zu ihren Aufgaben die Überprüfung, ob alle See- und Binnenschifffahrtsvorschriften eingehalten werden. Zu den Wasserschutzpolizei Aufgaben gehört der Grenzschutz, aber auch Umweltschutz und die Gefahrenabwehr im Bereich der Schifffahrt. Das klingt erst einmal abstrakt. Konkret werden im Dienst Berechtigungen überprüft, Fahrzeuge und Ladungen kontrolliert und eine Art Verkehrskontrolle auf dem Wasser durchgeführt. Alle Vorschriften hinsichtlich Besatzung, Bemannung, Kennzeichnung und Beladung von Schiffen, aber auch schwimmenden Anlagen, müssen eingehalten werden. Das sicherzustellen ist ebenfalls Aufgabe der Wasserpolizei.

Mit Ausnahme von Thüringen unterhalten alle Bundesländer eine eigene Wasserschutzpolizei. Die ist jeweils auf allen Wasserwegen für die oben genannten Wasserschutzpolizei Aufgaben zuständig, kontrolliert aber auch die angrenzenden Ufer-, Schleusen- und Hafenanlagen. In den Küstenländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gehört es auch zu den Wasserschutzpolizei Aufgaben, die Küstengewässer bis zur 12-Meilen-Zone zu kontrollieren. Außerhalb dieser Zone ist die Küstenwache des Bundes zuständig, nicht die Wasserpolizei. Die Küstenwache des Bundes besteht aus:

  • der Bundespolizei
  • der Wasserverwaltung und der Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  • dem Zoll
  • der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Das sind sehr viele unterschiedliche Stellen, so dass größere Einsätze zentral koordiniert werden müssen. Das passiert von Cuxhaven aus, die WSP-Leitstelle Cuxhaven ist seit 2002 für die Koordinierung größer angelegter wasserschutzpolizeilicher Einsätze zuständig.

 Wasserschutzpolizei Brandenburg

Brandenburg ist das gewässerreichste Bundesland mit seinen mehr als 3000 natürlichen Seen, 33.000 km fließenden Gewässern. Die Polizei übernimmt hier, wie auch in anderen Bundesländern, sowohl die Erforschung als auch die Aufklärung von Verbrechen und Ordnungswidrigkeiten, setzt die auf dem Wasser geltenden Regelwerke durch und schützt Natur und Mensch. In Brandenburg sind die Gewässer sowohl grenzrelevant als auch ein Touristenmagnet und wichtig für die Fischerei, so dass es immer mal wieder zu Interessenkonflikten und den damit einhergehenden Aufgaben für die Wasserpolizei kommt.

 Wasserschutzpolizei Hamburg

Die Wasserschutzpolizei Hamburg ist für die gesamte Elbe bis zur Mündung zuständig und unterhält aus diesem Grund eine wasserschutzpolizeiliche Dienststelle in Cuxhaven, obwohl die Stadt außerhalb des Bundeslandes Hamburg liegt. Die verschiedenen Stationen der Wasserschutzpolizei Hamburg sind nicht nur auf dem Wasser zuständig, sondern auch mit der Verbrechensbekämpfung an Land betraut. Die Ressorts Verkehr, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten fallen in ihre Zuständigkeit. Darüber hinaus überwachen die drei Wasserschutzpolizeikommissariate in Hamburg den grenzüberschreitenden Verkehr des Hafens, die Überwachung der Gefahrgut- und Abfalltransporte ist im Stadtgebiet Hamburg ihre Aufgabe, und sogar bei Fußballspielen werden sie bisweilen eingesetzt. Das ist aber ein Sonderfall – die Wasserschutzpolizei Regensburg beispielsweise dürfte eher selten dienstlich bei Fußballspielen zu sehen sein.

Auch einige Bereiche des Tierschutz-, Gefahrguts- und Lebensmittelrechts werden in Hamburg von der Wasserpolizei gehandhabt, was in anderen Bundesländern nicht der Fall ist.

 Wasserschutzpolizei Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen übernimmt die Wasserpolizei ebenfalls die Aufklärung und Erforschung von Straftaten auf dem Wasser und in den Häfen. Besonders wichtig ist hier der Rhein mitsamt seinen Häfen, Inseln, Uferanlagen und dergleichen mehr. Allerdings hat die Wasserpolizei dieses Bundeslandes schon 2007 ihre Selbständigkeit verloren und ist seither Teil des Polizeipräsidiums Duisburg.

 Wasserschutzpolizei Hessen

Die Wasserschutzpolizei Hessen ist für den Rhein, den Main, die Lahn, aber auch die Fulda, Werra und Weser, für den Diemelsee sowie den Edersee zuständig. Zu den Territorien gehören neben den Seen und Flüssen auch die angeschlossenen Wasserbauwerke, alle Werften und Kai- und Umschlaganlagen sowie die Häfen und die Inseln im Bereich der zugewiesenen Wasserflächen. Koordiniert wird die Polizei hier von Mainz-Kastell aus, die einzelnen Wasserschutzpolizeiposten an den Flüssen und Seen beziehungsweise in den Orten sind der Abteilung in Mainz-Kastell untergeordnet.

 Wasserschutzpolizei Bayern

Die Wasserschutzpolizei Bayern wird von der Wasserschutzpolizei-Zentralstelle beaufsichtigt und ist dem Polizeipräsidium Mittelfranken direkt unterstellt. Ihr Sitz befindet sich in Schwabach. Allerdings erlässt die Behörde nur die Richtlinien und Weisungen für die Durchführung der Wasserschutzpolizei Aufgaben. Durchgeführt werden die einzelnen Maßnahmen allein aus der Verantwortung der einzelnen Stationen und Wasserschutzpolizeigruppen an den jeweiligen Bundeswasserstraßen sowie an den größeren Seen inklusive Bodensee. Die einzelnen Gruppen sind entlang von Main (hier die Wasserschutzpolizei Schweinfurt neben der Wasserschutzpolizei Aschaffenburg, der Wasserschutzpolizei Bamberg und Wasserschutzpolizei Würzburg), entlang des Main-Donau-Kanals (Wasserschutzpolizei Bamberg, Wasserschutzpolizei Beilngries, Wasserschutzpolizei Nürnberg), entlang der Donau (Wasserschutzpolizei Regensburg, Passau und Deggendorf) sowie am Bodensee (Wasserschutzpolizei Bodensee in Lindau). Zusätzlich werden an den einzelnen Seen und Gewässern in Bayern verschiedene Beamter der einzelnen Polizeiinspektionen für wasserschutzpolizeiliche Aufgaben eingesetzt. Hier wird wiederum zwischen den Regionen Mittelfranken, Oberbayern und Schwaben unterschieden.

Die Wasserschutzpolizei Würzburg beispielsweise kümmert sich um den Main bei Würzburg (ein Stück weiter ist die Wasserschutzpolizei Aschaffenburg zuständig), die Hafenanlagen, Sportschiffer und ähnliches, während die Wasserschutzpolizei Beilngries nicht nur für die örtlichen Flüsse, sondern auch für den Main-Donau-Kanal zuständig ist. Dass es nicht immer nur ernst und streng zugeht, beweist die Wasserschutzpolizei Nürnberg: Hier gibt es einen „Shanty-Chor“, der als e.V. organisiert ist und sich die Seemannsromantik auf die Fahnen geschrieben hat.

 Wasserschutzpolizei Bremen

Die Wasserschutzpolizei Bremen ist für die Durchführung der wasserschutzpolizeilichen Aufgaben auf der Weser zuständig. Drei Dienststellen befinden sich in der Vahr, im Doventor und am Containerterminal in Bremerhaven. Sie leisten Einsatz- und Streifendienst, die Wasserpolizei bekämpft die Kriminalität und überwacht Gefahrguttransporte. Außerdem sorgt sie für Umweltschutz und maritime Sicherheit und kümmert sich außerdem um die Sportschifffahrt. Eine Wasserschutzpolizei Karriere in Bremen ist dementsprechend abwechslungsreich bis spannend. Der Küstenabschnitt zwischen Bremen und Bremerhaven wird allerdings nicht direkt von der Wasserpolizei Bremen verwaltet, sondern fällt in die Zuständigkeit der Wasserschutzpolizei Niedersachsen. Die beiden Dienststellen kooperieren, seit die Bremer Wasserpolizei 2012 das letzte Küstenstreifenboot verkauft hat.

Eine Besonderheit gibt es in Bremen: Die Wasserpolizei wirkt an den Schlauchbootsicherheitstrainings von Greenpeace mit, obwohl das nicht zu den klassischen Wasserschutzpolizei Aufgaben gehört. Die Wasserschutzpolizei Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein verweigerten bisher die Zusammenarbeit.

 Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg

Die Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg besteht an vierzehn Stationen oder Standpunkten: Die Stationen befinden sich in Friedrichshafen, Heidelberg und Gambsheim, in Heilbronn, Karlsruhe und Kehl. Weitere Stationen sind in Langenargen, Konstanz, Mannheim und Mannheim-Rheinauhafen, Reichenau und Stuttgart. Die letzten zwei Stationen befinden sich in Überlingen und Vogelgrun. Zuständig ist die Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg für den Neckar sowie für Abschnitte von Bodensee und Rhein. Die vierzehn Stationen werden von zwei Stellen aus koordiniert: Das Polizeipräsidium Einsatz arbeitet mit der Wasserschutzpolizeidirektion in Bruchsal zusammen.

 Wasserschutzpolizei Rheinland-Pfalz

Ordnungswidrigkeiten und Straftaten gehören zu den Wasserschutzpolizei Aufgaben in Rheinland-Pfalz, aber auch die Aufklärung und Erforschung von Ordnungswidrigkeiten, Straftaten und Verkehrsdelikten auf den Wasserwegen des Bundeslandes und allen angeschlossenen Anlagen. Eine Besonderheit dieses Bundeslandes ist der Bereich der Mosel, hier besteht ein Kondominium mit Luxemburg. Konkret heißt das: Auf der gesamten Wasserfläche der Mosel mit Ausnahme der Schleusenbauwerke sind sowohl die Bundesbehörden Deutschlands als auch die respektiven Behörden Luxemburgs zuständig. Doppelzuständigkeiten bestehen teilweise auch auf dem Rhein, hier sind die Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg betroffen.

 Wasserschutzpolizei Berlin

Die Wasserschutzpolizei Berlin unterhält außer Booten auch Einsatzwagen und ist dementsprechend nicht nur auf der Spree unterwegs. Sie unterstützt die Polizei bei ihren Aufgaben, insbesondere dann, wenn Verdachtsmomente über das Wasser hinausreichen.

 Wasserschutzpolizei Sachsen-Anhalt

Schiffsunfälle, verdächtige Personen, Diebstähle, Sprayer und alkoholisierte Kapitäne sind Tagesgeschäft bei der Wasserpolizeiin Sachsen-Anhalt. Als Binnenbundesland mit eher geringerer Siedlungsdichte scheint das erst einmal nicht zu passen, aber tatsächlich sind die Wasserwegen in Sachsen-Anhalt gut befahren. Elbe, Havel, Mulde und Saale (um nur die größeren Flüsse zu nennen) sind genauso schiffbar und für den Warenverkehr, den Personenverkehr und die Fischerei interessant wie die verschiedenen Seen des Bundeslandes.

 Wasserschutzpolizei Saarland

Sogar das kleine Saarland hat eine eigene Wasserpolizei. Die ist in erster Linie für die auf dem Gebiet des Bundeslandes liegenden Abschnitte von Mosel und Saar zuständig, Allerdings ist die Polizei hier im Vergleich zu anderen Bundesländern nicht so üppig ausgerüstet, das Saarland kommt mit zwei Dienstwagen und einem Boot aus. Trotzdem besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Luxemburg, die für den Moselabschnitt des Saarland ebenfalls zuständig sind.

 Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein

Die Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein ist als untere Landesbehörde in einer Wasserschutzpolizeidirektion organisiert. Stationen gibt es sowohl an der Ostsee als auch an der Nordsee, beispielsweise in Flensburg, Puttgarden, Lübeck und Ratzeburg. Für die Nordsee sind dann Büsum, Helgoland, Husum, Sylt und andere Stationen zuständig. Helgoland stellt eine Ausnahme dar: Alle Aufgaben der Polizei werden hier von der Wasserschutzpolizei wahrgenommen.

 Wasserschutzpolizei Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern kommen die Wasserschutzpolizei Aufgaben auf das Landeswasserschutzpolizeiamt in Waldeck. Eingeschlossen in die Aufgaben sind die Küstengewässer, Seen und schiffbaren Binnenwasserwege. Der Schutz der Häfen gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Wasserpolizei. Auch die Straßen und anderen Anlagen, die zu Küste oder anderen Gewässern gehören, fallen in das Aufgabengebiet. Dem Landeswasserschutzpolizeiamt sind, wie in anderen Bundesländern auch, einzelne Stationen und Ämter untergeordnet. In Mecklenburg-Vorpommern gehört auch eine Hubschrauberstaffel dazu, sie hat ihren Sitz in Laage.

 Wasserschutzpolizei Niedersachsen

In Niedersachsen hat die Wasserschutzpolizei eher viel zu tun, denn in ihre Zuständigkeit fällt der größte Teil der deutschen Küstengewässer. Der Wasserschutz ist eine eigene Organisationseinheit der Polizei Niedersachsen, ihr Hauptsitz liegt seit 2011 in Wilhelmshaven. Seitdem wurden die wasserschutzpolizeilichen Aufgaben in den Binnengewässern an die einzelnen Polizeidirektionen übertragen, die Wasserschutzpolizei Niedersachsen befasst sich nur mit der deutschen Nordseeküste. Das sind 2.500 Quadratkilometer Küstengewässer, 1.800 Kilometer Bundes- und Landeswasserstraßen und 71 Quadratkilometer Binnenseen. Für einen Teil der Elbe besteht ein Verwaltungsabkommen mit Schleswig-Holstein, so dass auch dies in das Aufgabengebiet der Wasserpolizei Niedersachsen fällt.

 Wasserschutzpolizei Sachsen

Der einzige schiffbare Fluss in Sachsen ist die Elbe. Trotzdem unterhält die Polizei Sachsen zwei Dienststellen nur für den Wasserschutz. Hierbei geht es nicht nur um den Grenzschutz zu Tschechien hin, sondern auch um die Sicherung von Untiefen und anderen Unwägbarkeiten im Flussverlauf. Die Wasserschutzpolizei Ausbildung wird nicht in Sachsen unternommen, sondern fällt an Hamburg.

 Wasserschutzpolizei Thüringen

Das Bundesland Thüringen unterhält als einziges keine eigene Wasserschutzpolizei. Hier werden auch keine Wasserschutzpolizisten aus anderen Bundesländern beschäftigt, und es gibt keine Wasserschutzpolizei Ausbildung. Lediglich die normale Polizei Ausbildung wird angeboten.

Wasserschutzpolizei Karriere oder doch normale Polizei Ausbildung?

Wo soll es hingehen?
Wo soll es hingehen?

Wer bei der Wasserschutzpolizei Karriere machen will, durchläuft erst einmal die normale Polizei Ausbildung, in Hamburg oder anderswo. Erst danach kannst Du Dich für die Wasserschutzpolizei bewerben. Dabei geht es um eine interne Bewerbung auf eine frei eStele. Voraussetzung ist, dass Du Dich für Schiffe, Nautik, Seefahrt und Wasser im Allgemeinen begeistern kannst. Technisches Verständnis ist klar von Vorteil, egal ob Du Dich bei der Wasserschutzpolizei Schweinfurt, bei der Wasserschutzpolizei Bodensee oder doch im Saarland bewirbst. Die Dauer der Wasserschutzpolizei Ausbildung Hamburg ist dabei eine andere als die Dauer der Ausbildung in NRW. Du musst aber auf jeden Fall mit mehreren Jahren rechnen.

Zur Ausbildung gehören verschiedene Elemente wie beispielsweise mehrwöchige Hospitationen auf Streifenbooten, Erwerb des Radarpatentes, aber auch ein mehrmonatiger Fachlehrgang bei der Polizei Ausbildung Hamburg. Du erwirbst theoretische und praktische Schifffahrtkenntnisse und bereitest Dich umfassend vor.

Wasserschutzpolizei Dienstgrade sehen anders aus

Haben die normalen Polizeiuniformen blaue, silberne und goldene Sterne als Abzeichen, sind die Wasserschutzpolizei Dienstgrade von goldenen Streifen angezeigt. Abhängig vom genauen Rang haben die Streifen eine unterschiedliche Dicke. Andere Wasserschutzpolizei Abzeichen bestehen aus Bändern, und wieder andere Wasserschutzpolizei Abzeichen werden als Aufnäher (beispielsweise das Wappen des jeweiligen Bundeslandes) oder Mützenabzeichen getragen.

🖥 Starte noch heute mit der Vorbereitung auf deinen Einstellungstest mit unserem Online – Testtrainer!

📕 Unser aktuelles Einstellungstest Buch findest du hier.
📹 Abonniere unseren YouTube Kanal um immer up to date zu sein!
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (3 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...
Bestehe Deinen Einstellungstest mit dem Online-Testtrainer von Plakos.Direkt zum Online-Testtrainer
+