Einstellungstest Mecklenburg-Vorpommern Erfahrungsbericht

Philipp hat den Einstellungstest bei der Polizei Mecklenburg-Vorpommern absolviert und teilt seine Erfahrungen mit Euch.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank für den Bericht und viel Erfolg für Deinen Berufsweg! 🙂


Bewerbung, Anfahrt & Co.

Am Anfang gilt es die vollständigen Bewerbungsunterlagen einzureichen

Ich habe mich im Oktober für den gehobenen Dienst des Polizeivollzugsbeamten bei der Landespolizei in Mecklenburg-Vorpommern beworben. Schon lange verfolgt mich der Wunsch, bei der Polizei zu arbeiten. Dementsprechend schickte ich meine Bewerbung dann Ende letzten Jahres ab. Dies erfolgte schriftlich und im Rahmen der vorgegebenen Formulare auf der Website der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern. Ich habe mich auf den gehobenen Dienst im Polizeivollzugsdienst beworben.

Im Oktober 2017 war es dann so weit. Ich habe meinen Brief von der Polizei Mecklenburg-Vorpommern bekommen in dem stand, dass ich zum Einstellungstest eingeladen bin. Ich habe mich sehr gefreut, da ich schon lange auf eine Antwort gewartet habe. Der vorgegebene Termin war ca. 2 Wochen entfernt und ich fing an, mich den Vorgaben entsprechend vorzubereiten. Der Einstellungstest beinhaltet den kognitiven Leistungstest, den Sporttest und das Diktat. Auf den kognitiven Leistungstest und das Diktat habe ich mich relativ intensiv vorbereitet, da ich mir gedacht habe, dass dies nicht sonderlich in meinen Stärken liegen würde. Da ich ziemlich sportlich bin, habe ich wegen des Sporttests ebenfalls wenig Vorbereitung gebraucht. Ich empfehle jedoch jedem, dass eine Vorbereitung für jeden dieser Teile fördernd für ein erfolgreiches absolvieren des Tests ist.

Da ich als einer der wenigen in Güstrow bei der Polizeiakademie einen Schlafplatz angefordert hatte, reiste ich schon einen Tag früher an. Die Nachtwache der Anlage hat mir dann den Schlüssel gegeben und mir den Weg gezeigt zu meiner Unterkunft. Das Zimmer habe ich mir mit zwei Mitbewerbern teilen müssen, was aber nicht weiter schlimm war. So hat man schonmal Leute gefunden, die das gleiche Interesse teilen und mit denen man zusammen die Tests absolvieren kann. Von der Sauberkeit her und dem Komfort war ich nicht sonderlich überzeugt, da es jedoch nur für eine Nacht war, war es durchaus akzeptabel. Weder WLAN, noch sonstige Unterhaltung diente zur Überbrückung der Nacht. Da dies meinen Vorstellungen jedoch entsprach und es nur eine günstige Unterkunft war, hat mich dies nicht weiter gestört.

 

Erster Tag des Einstellungstests

Nun war es also so weit. Der Tag, auf den ich so lange hin gefiebert hatte, ist eingetroffen. Ich machte mich auf den Weg zum Hauptgebäude auf dem Gelände der Polizei. Nach dem Vorzeigen meiner ärztlichen Bescheinigung und einem Ausweis durfte ich den PC-Raum betreten. Hier fanden der kognitive Leistungstest und das Diktat statt. Aufgeregt, wie vermutlich auch jeder andere im Raum nahm ich Platz und wartete, bis der Prüfer hineinkam.

Pünktlich um 7:30 traf ein Mitarbeiter des zentralen Einstellungsdienstes ein und informierte uns über organisatorische Dinge und den allgemeinen Tagesablauf. Zu den Informationen gehörte ebenfalls, wo sich der Weg zur Toilette befindet. Nach recht ausführlicher Einweisung in die Vorgehensweisen und Regeln der Tests verging auch schon eine halbe Stunde und es wurde mit dem kognitiven Leistungstest begonnen.

 

Der kognitive Leistungstest

Im kognitiven Eignungstest wurde das logische Denken, Zusammenhänge finden und Similaritäten finden geprüft. Auch hier gab es verschiedene Themenkomplexe, welche zu bearbeiten waren. Hier gab es verschiedene Kategorien, welche auf Zeit zu bearbeiten waren. Unter anderem verschiedene Formen zu ihrem gespiegelten Ebenbild zusammensetzen, Rechenaufgaben lösen oder deutsche Wörter auf ihre Rechtschreibung prüfen.

  • Bei den Rechen- und Anwendungsaufgaben durften keine Hilfsmitteln benutzt werden. Der Tisch sollte, bis auf Stift und Papier, komplett leer sein. Die Mathematikaufgaben haben sich aus Zahlenreihen und Kopfrechenaufgaben zusammengesetzt. Diese sollten auf Zeit gelöst werden. Das logische Denken wurde ebenfalls durch Bilder und Formen geprüft, welche auf Zusammenhänge oder ähnliche Erscheinungsbilder zu ordnen waren. Zum Beispiel zwei Vierecke mit einem Kreis und einem Punkt in der Mitte. Die Aufgabe bestand dann darin, ein weiteres Bild zu finden, auf welchem ebenfalls zwei Vierecke mit einem Kreis und dem Punkt in derselben Konstellation vorzufinden waren wie auf dem Beispielbild. Dieser Aufgabentyp hat sich dann durch mehrere Kategorien durchgezogen.
  • Ein weiterer Aufgabenkomplex beinhaltete das räumliche Denken. Hier war ein Würfel gegeben, welcher auf jeder Seite verschiedene Zahlen hatte. Nun galt es herauszufinden, von welcher Seite der Würfel zusehen war, wenn er sich zum Beispiel nach links dreht. Da die Aufgaben so geordnet sind, dass sie zunehmend schwieriger werden, wurde auch dies zum Ende hin zu einem Ratespiel. Uns wurde jedoch auch am Anfang gesagt, dass es besser sei, lieber zu raten als das Feld leer zu lassen.
  • Der letzte Aufgabenkomplex des kognitiven Eignungstestes bestand aus Zahlenreihen zusammensetzen oder Buchstabenreihen vervollständigen. Zum Beispiel A B A B und dann sollte man diese Reihe fortführen. Wer allerdings ein gutes räumliches Denken vorweist, sollte hiermit kein Problem haben. Jedoch empfehle ich jedem, sich vorzubereiten, denn mir ist es teilweise schon schwergefallen.

Somit wurden aus den verschiedensten Bereichen Aufgabenkomplexe abgefragt, aus welchen sich schließlich der kognitive Leistungstest zusammengesetzt hat.

 

Das Diktat

Der schriftliche Aufnahmetest sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden
Der schriftliche Aufnahmetest sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden

Nach dem kognitiven Leistungstest erfolgte dann eine kurze Pause zum Erholen. Ich und meine Mitbewerber haben uns in dieser Zeit unterhalten und über Ergebnisse ausgetauscht. Da jeder aber einen individuellen Test lösen musste, konnte man nur wenig vergleichen. Als Bewerber musste man sich mit einem individuellen Code im Portal des Leistungstests anmelden. Daraufhin erscheint dann ein Test, welcher unterschiedliche Aufgaben aufweist, jedoch vom Typ her für jeden Bewerber gleich sind.  Im Anschluss erfolgt dann das Diktat. Normalerweise erfolgt dieses vor dem kognitiven Leistungstest, bei uns war die Reihenfolge jedoch umgekehrt. Eine neue Lehrerin hat uns dann in das Diktat eingewiesen und die Vorgehensweisen erklärt. Wenn wir ein Wort nicht verstanden haben oder es zu schnell waren, sollten wir uns dies kennzeichnen oder an den Rand schreiben. Falls wir uns nicht sicher sind, wie man ein Wort schreibt, darf man dies am Rand des Zettels ausprobieren. Für jeden Fehler gibt es einen ganzen Punkt Abzug. Zum Schreiben haben wir uns selbst Stifte mitgebracht, das Blatt, auf dem geschrieben wurde, haben wir jedoch vom Mitarbeiter des Einstellungsdienstes bekommen. Nach einer kleinen Fragerunde ging es auch schon los mit dem ca. 250 Wörter langen Text. Mit maximal 10 Fehlerpunkten galt es, aufmerksam zuzuhören und sich zu konzentrieren, da man sonst schnell die Fehlerpunkte zusammen hat.

Das Diktat geht um ein aktuelles, gesellschaftliches oder politisches Thema und liegt im Niveau eines 10. Klasse Diktats. Es ist also nicht ungewöhnlich anspruchsvoll, hatte aber eindeutig seine fiesen Stellen, an denen man nahezu gezwungen war, sich zu verschreiben oder ein Komma zu vergessen. Zum Ende des Diktates haben wir nochmal 5 Minuten Bearbeitungszeit bekommen, um eventuelle Unklarheiten zu berichtigen. Nach dieser kurzen Berichtigungszeit wurden die Diktate dann eingesammelt und keiner durfte weiterschreiben.

Anschließend wurden wir zum Büro des zentralen Einstellungsdienstes der Fachhochschule geschickt. Dort sollten sich alle in einem Raum versammeln. Einzeln wurden dann nach ca. 10-minütiger Wartezeit Personen rausgerufen und hatten ein Gespräch mit den Mitarbeitern der Fachhochschule. Doch was meine Mitbewerber und Ich nicht wussten, war, dass die Personen die rausgerufen wurden, aus dem Einstellungsverfahren ausgeschieden sind aufgrund ihrer vorherigen Testergebnisse. Letztendlich saß Ich mit 5 weiteren Bewerbern von anfänglich 20-30 Stück noch im Raum.

Wir wurden von Mitarbeitern des Einstellungsdienstes zur Turnhalle begleitet, wo wir dann den Sporttest absolvieren mussten. Zwischen diesem Teil und dem Sporttest lag erneut eine Pause und Zeit zum Umziehen.

 

Der Sporttest

Nach der Pause um ca. 13:30 begaben wir uns dann in die Sporthalle, welche etwas entfernt vom Büro des Einstellungsdienstes lag. Dort trainierten noch die Polizeianwärter, sodass wir etwas später erst in die Halle gelassen wurden. Uns wurde von vielen Seiten alles Gute und viel Glück gewünscht. Die Auszubildenden und Studierenden waren sehr freundlich und kaum abstoßend zu uns Fremden. Nachdem sich dann alle umgezogen vor dem Sportlehrer eingefunden hatten, wurde uns der Parcours und die weiteren Stationen erklärt.

  • Als erste Disziplin war der Sprint an der Reihe. Dieser erfolgte zwischen zwei Hockern, welche 10m Abstand voneinander hatten. Diese Strecke sollte vier Mal hin und her gelaufen werden mit jeweiligem Berühren der Hocker. Die Zeit wurde hier mit einer Stoppuhr gemessen und mit einer Bewertungstabelle abgeglichen.
  • Anschließend kam der 3er Hopp. In diesem sollte man sich auf einem Bein an die Grundlinie stellen und dann auf diesem Bein so weit springen wie nur möglich. Der Schlusssprung erfolgt dann auf beiden Beinen. Die Sportlehrer vermessen dann die Distanz und gleichen dies erneut mit ihrer Bewertungstabelle an.
  • Als letzte Disziplin vor dem Parcours erfolgten die Schräghangklimmzüge. Dafür wurde eine Stange an der Wand der Turnhalle befestigt, welche ungefähr auf Augenhöhe war. Um diese Klimmzüge zu absolvieren, setzt man sich auf den Boden und greift schulterbreit die Stange. Den Po hebt man an und dann geht es auch schon los. Bei jedem Klimmzug muss man mit dem Kinn die Stange berühren. Das geht ganz schön auf die Arme, also übt vorher am besten mit richtigen Klimmzügen oder mit sonstigem Armtraining.
  • Der Parcours war das Anstrengendste am Sportteil. Dieser bestand aus einer, in der Halle aufgebauten, Bahn, welche 4 ½ Mal zu umrunden war. Nach dem Start folgte ein Slalomlauf und anschließend ein Hocker, über welchen man rüber musste. Danach ist man kurz gelaufen bis zum nächsten Teil, welcher aus einer Rolle vorwärts und rückwärts bestand. Nach dem Durchkriechen und überspringen eines Kastens folgen weitere Kästen zum Überspringen. Zum Schluss stand dann ein Barren da, welcher auch überwunden werden musste. Um den gesamten Parcours herum ging es zurück an den Start und der Ablauf wiederholte sich so lange, bis man die 4 ½ Runden gelaufen war.  Auch wenn der Parkour nicht schwierig erscheint, ist er jedoch eine hohe körperliche Belastung auf kurzen Zeitraum. Deshalb trainieren, trainieren, trainieren!

Nach dem Sporttest wurde allen ihr Ergebnis mitgeteilt und eine Auswertung mit den Bewerbern hat noch in der Halle stattgefunden. Nach dem Umziehen in der Turnhalle wurden wir erneut zurück zum Einstellungsbüro begleitet. Hier hat anschließend noch eine kurze Auswertung stattgefunden. Danach war der erste Tag des Auswahlverfahrens geschafft.

 

Zweiter Tag des Einstellungstests

Das Einzelgespräch

Im mündlichen Test folgt ein Einzelgespräch in Form eines normalen Bewerbungsgesprächs. In diesem werden euch allgemeine Fragen gestellt, wie zum Beispiel: Wieso interessieren Sie sich für den Beruf? oder Wieso sollten wir gerade Sie für den Polizeivollzugsdienst einstellen?

Anhand solcher Fragen prüfen die Prüfer eure Kompetenz zur Selbstbeurteilung und eurer Interesse am Beruf.

 

Das Gruppengespräch

Darauf folgt ein Gruppengespräch, welches ebenfalls wie der Sprach- und Bildungsteil nur für den gehobenen Dienst stattfindet. In dem müsst ihr eine gemeinsame Aufgabe lösen und Teamfähigkeit beweisen. Hier gilt es entspannt zu bleiben, trotzdem aber eure eigene Meinung zur Geltung zu bringen und selbstbewusst rüber zu kommen.

 

Das Referat

Zum Schluss folgt dann ein Kurzreferat über ein vorgegebenes Thema, welches man sich aus Dreien aussuchen darf. Dieses hat eine kurze Vorbereitungszeit und euch werden dann ca. 5 Minuten zum Vortragen gegeben.

Endlich ist der Polizeieinstellungstest geschafft und ihr werdet es ebenfalls schaffen! 🙂


[Es handelt sich hierbei um einen echten Erfahrungsbericht eines Bewerbers. Bitte bedenkt, dass sich die Angaben ändern können und somit keine Gewähr für die Richtigkeit der Inhalte übernommen werden kann.]

November 2017

 

 

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