Einstellungstest Bundespolizei

Einstellungstest BundespolizeiKeine Frage: die Arbeit bei der Bundespolizei (früher Bundesgrenzschutz, BGS genannt) trägt einen besonderen Reiz in sich. Dennoch kann der Weg in den Beamtenstatus hier lang sein. Immerhin gilt es nicht nur, die jeweiligen Grundvoraussetzungen zu erfüllen, sondern auch im Testbereich zu überzeugen. Doch was musst du eigentlich von Vornherein mitbringen, um Bundespolizist zu werden?

Wir haben uns mit dem Thema im Folgenden einmal genauer beschäftigt und haben alle wichtigen und Wissenswerten Punkte aufgeführt. Gleich vorweg können wir schon einmal verraten, dass du eine EU-Staatsangehörigkeit nachweisen kannst, für freiheitlich demokratische Werte eintrittst, eine Fahrerlaubnis der Klasse B und einen Schwimmpass in Bronze besitzt, nicht vorbestraft bist und keine sichtbaren Tätowierungen besitzt. Was sonst noch für Hürden auf dich warten, erfährst du jetzt.

Einstellungstest Bundespolizei

 

Einstellungstest Bundespolizei: Die Fakten im Überblick

  • Karriererichtung ist entscheidend für das Auswahlverfahren
  • Einstellungstest besteht aus vier unterschiedlichen Teilen
  • Mündliche Prüfung, schriftlicher Test, Sporttest und ärztliche Untersuchung
  • Jede Aufgabe muss gemeistert werden
  • Bewerbungen sind das ganze Jahr über möglich

Bundespolizei Einstellungstest Auswahlverfahren

Wie sieht die Arbeit bei der Bundespolizei aus?

Dir sollte vor dem Einreichen deiner Bewerbung klar sein, dass du dich als Bundespolizist auf einen anstrengenden, aber auch abwechslungsreichen und vielseitigen Beruf einlässt. Du kannst zum Beispiel als Beamter am Flughafen tätig werden und hier zum Beispiel die Ein- und Ausreisenden überwachen. Gleichzeitig ist die Bundespolizei aber auch zu Wasser oder auf den Straßen der Bundesrepublik aktiv. Darüber hinaus kannst du natürlich auch eine Laufbahn im gehobenen Dienst anstreben. Auch hier beginnt das Eignungsverfahren für dich mit dem Einreichen deiner Bewerbung.

Gut zu wissen ist jedoch, dass die Anforderungen im Auswahlverfahren davon abhängig sind, für welchen Karriereweg du dich entscheidest. Gehobener Dienst 2018 bedeutet für dich also andere Aufgaben und Herausforderungen, als die Arbeit im mittleren Dienst. Aber keine Angst: Im Folgenden wirst du das jetzt noch einmal gründlicher betrachten können.

Mit Hinblick auf das Eintrittsalter und die bildungstechnischen Qualifikationen existieren hier im Zusammenhang mit dem mittleren, dem gehobenen und dem höheren Polizeivollzugsdienst bzw. der Ausbildung in den Kammerberufen verschiedene Voraussetzungen. Alle Infos hierzu findest du auf den Seiten der Bundespolizei.

Auf unserem Blog findest du noch weitere Informationen zur Bewerbung bei der Bundespolizei!

 

Das Auswahlverfahren der Bundespolizei: Alles beginnt mit der Bewerbung

Möchtest du deine Karriere bei der Bundespolizei starten, reichst du im ersten Schritt deine Bewerbung ein. Möglich ist dies auf verschiedenen Wegen, wobei die Bundespolizei natürlich immer auf die Qualität deiner Bewerbung achtet. Das bedeutet für dich: Die Bewerbungsunterlagen müssen vollständig sein. Eine Bewerbungskommission prüft deine Bewerbung und wird diese, wenn nötig, sofort aussortieren. Das wäre der schlechteste Fall, denn zum weiteren Auswahlverfahren würdest du dann natürlich nicht mehr eingeladen werden. Diese Tatsache ist übrigens in allen Bundesländern identisch. Es ist also ganz gleich, ob du dich in Bayern, Hessen oder Hamburg bei der Bundespolizei bewerben möchtest. Konnten deine Unterlagen überzeugen, bekommst du eine Rückmeldung und wirst anschließend zum eigentlichen Einstellungstest Bundespolizei eingeladen.

Gut zu wissen: Je nach Laufbahn, dauert der Einstellungstest zwischen zwei und vier Tagen. Im mittleren Dienst werden zwei bis drei Tage angesetzt, im gehobenen Dienst bis zu vier Tage.

Einstellungstest Bundespolizei: Die Details

Der Einstellungstest Bundespolizei besteht insgesamt aus vier verschiedenen teilen. Zum einen musst du eine ärztliche Untersuchung und ein persönliches Gespräch meistern, zum anderen wirst du auch sportlich und schriftlich geprüft. Wichtig ist, dass auch hier wieder die Anforderungen abhängig davon variieren, für welche Laufbahn du dich entschieden hast. Die abgefragten Grundkompetenzen bleiben im Kern jedoch immer gleich. Im Folgenden erläutern wir die das klassische Einstellungsprocedere für den mittleren Dienst.

 

Der schriftliche Teil – das Bundespolizei Diktat

Entscheidest du dich für die Laufbahn im mittleren Dienst der Bundespolizei, startest du mit dem schriftlichen Test in Form eines Diktates. Keine Sorge: Das Diktat ist nicht ewig lang (rund 180 Wörter) und entspricht in seinen Anforderungen in etwa einem Text der 10. Klasse. Hier geht es darum, dass du zeigst, dass du in der Lage bist, sowohl rechtschreibungstechnisch als auch mit Hinblick auf das Setzen von Kommata richtig zu agieren. Optimal ist es natürlich, wenn du dich schon im Vorfeld vorbereitet hast. Wiederhole am besten nochmal die Regeln der neuen (!) Rechtschreibung. Hier siehst du noch einmal im Überblick, auf was du dich dabei vor allem fokussieren solltest:

  • Groß- und Kleinschreibung
  • S-Laute
  • Zusammen- und Getrenntschreibung
  • Zeichensetzung und Grammatik
Tipp: Auf der Webseite der Bundespolizei findet sich ein Übungsdiktat, mit dem ein ungefährer Überblick über die Schwierigkeit gewonnen werden kann. Hilfreich ist es zudem, sich in der Vorbereitung Texte diktieren zu lassen.

 

Gehobener Dienst – hier muss ein Aufsatz geschrieben werden

Gehobener Dienst 2018 und mittlerer Dienst ist beim Blick auf die schriftliche Prüfung nicht das Gleiche. Wer im gehobenen Dienst anfangen möchte, muss hier einen Aufsatz verfassen und kommt um das Diktat herum. In diesem Aufsatz geht es darum zu zeigen, dass du Zusammenhänge richtig erkennen kannst und dich zu bestimmten Themen äußerst. Selbstverständlich wird in diesem Deutschtest aber ebenso darauf geachtet, dass du die Rechtschreibung und die Grammatik korrekt beherrschst. Verfasst werden muss von dir im Detail eine Erörterung. Das Thema hierfür wird vorgegeben, der Rest des Aufsatzes liegt in deiner Hand. Besonders beachten solltest du, dass eine Erörterung immer einem bestimmten Muster folgt. Auf der Webseite der Bundespolizei findest du aber auch hierfür ein Muster, an dem du dich orientieren kannst.

 

Zweiter Test im gehobenen Dienst: Der Intelligenztest

Bei der Bewerbung für eine Laufbahn im gehobenen Dienst musst du im schriftlichen Teil der Prüfung auch noch einen Intelligenztest meistern. Hier prüft die Bundespolizei dein Wissen in verschiedenen Bereichen, zu denen zum Beispiel die Politik, Geschichte, Mathe oder die Allgemeinbildung gehören. Darüber hinaus werden hier auch dein logisches und visuelles Denkvermögen auf den Prüfstand gestellt. Gut zu wissen: Beim Intelligenztest handelt es sich um eine Multiple-Choice-Aufgabe. Du bekommst zu fast allen Fragen mehrere Antwortmöglichkeiten und musst dich dann für die richtige Lösung entscheiden. Es erklärt sich von selbst, dass Hilfsmittel wie Taschenrechner und Co. hier nicht zugelassen sind.

Achtung: Du musst den schriftlichen Teil im Auswahlverfahren bestehen. Tust du das nicht, ist der Einstellungstest für dich hier schon beendet und du darfst an den anderen Übungen nicht mehr teilnehmen.

Sporttest Bundespolizei

Sporttest: Was kommt dran?

Es liegt auf der Hand, dass du als Bundespolizist nicht nur im Kopf fit sein musst, sondern auch körperlich. Immerhin kann es bei jedem noch so ruhigen Einsatz plötzlich hektisch werden und du musst vielleicht einen Verdächtigen verfolgen oder ähnliches. Aus diesem Grund gehört zum Einstellungstest Bundespolizei auch ein Sporttest. Dieser setzt sich ebenfalls aus vier unterschiedlichen Disziplinen zusammen, die der Bundespolizei ziemlich gut zeigen, ob sie sich im Dienst auf dich verlassen kann. Übrigens: Ob du im gehobenen Dienst oder mittleren Dienst antreten möchtest, ist beim Sporttest unerheblich. Diese Aufgabe muss jeder Bewerber meistern.

 

1. Aufgabe: Koordinationstest

Als erste Aufgabe wartet im Sporttest ein sogenannter Koordinationstest auf dich. Hierfür wird ein Übungsfeld aufgebaut, welches aus Matten, Stangen und einem Medizinball besteht. Die Stangen bilden jeweils drei Seiten eines Rechtecks ab, die Matte markiert als Start- und Zielpunkt die vierte Position an den Seiten. In der Mitte des Feldes befindet sich ein Medizinball oder ein anderes Hindernis. Deine Aufgabe ist es nun, möglichst schnell den Parcours zu absolvieren – und zwar in der korrekten Reihenfolge. Selbstverständlich darfst du die Hindernisse auch nicht bewegen, sondern musst sie nach einer Berührung wieder an ihren eigentlichen Platz bringen. Den genauen Ablauf im Koordinationstest siehst du hier:

  • Der Startpunkt ist die Matte. Sobald der Prüfer das Signal gibt, beginnst du deinen Lauf mit einer Rolle vorwärts.
  • Jetzt läufst du in Richtung des Medizinballs und biegst hinter diesem Hindernis nach rechts ab.
  • Die Stange an der Außenseite musst du jetzt überspringen, ehe du landest, dich wendest und unter der Stange wieder zurück in das Feld rutscht.
  • Jetzt läufst du wieder auf den Medizinball zu und biegst hinter ihm rechts ab.
  • Bei der zweiten Stange musst du nun zuerst wieder springen, ehe du anschließend unter der Stange zurück ins Feld kommst.
  • Zurück zum Medizinball in der Mitte, hinter dem Hindernis rechts abbiegen und auf die dritte Stange zulaufen.
  • Über die Stange springen, drehen, unter der Stange hindurchrutschen und Richtung Medizinball laufen.
  • Beim Medizinball wird wieder rechts abgebogen, ehe die letzten Meter bis zur Matte gelaufen werden.

Beim Koordinationstest kommt es natürlich vor allem auf die Geschwindigkeit an. Gleichzeitig ist aber eben auch deine Koordination gefragt, da du die Übung durchweg in der korrekten Reihenfolge erledigen musst. Gelingt dir das nicht, gibt es Punktabzüge. Der Koordinationstest ist also bei genauer Betrachtung ein kleiner Hindernisparcours, der in einer möglichst kurzen Zeit durchlaufen werden muss. Du hast den Test bestanden, wenn du den Parcours korrekt durchlaufen hast und hierfür nicht mehr als 21,0 Sekunden (Frauen bis zum 29. Lebensjahr) bzw. 22,0 Sekunden (Frauen ab dem 30. Lebensjahr) gebraucht hast. Die maximale Dauer für Männer ist jeweils drei Sekunden kürzer.

 

2. Aufgabe: Standweitsprung

Sobald der Koordinationstest gemeistert wurde, geht es für dich mit der zweiten Übung weiter: Dem Standweitsprung. Was hier zu tun ist, ergibt sich natürlich bereits aus dem Namen der Übung. Du musst möglichst weit springen. Bei der Ausführung solltest du auf folgende Dinge achten:

  • Absprung aus dem Stand
  • Absprung mit beiden Beinen gleichzeitig
  • Gewertet wird bei der Landung die Ferse des hinteren Fußes

Du springst also aus dem Stand ab und musst dich mit beiden Beinen vom Boden abdrücken. Idealerweise achtest du darauf, dass du nicht allzu hoch springst, sondern dich vor allem auf die Weite konzentrierst. Gewertet wird bei der Landung dann die Position der Ferse des hinteren Fußes.

Beim Standweitsprung kannst du überzeugen, wenn du mindestens 1,80m (Frauen bis 29 Jahre) bzw. 2,20m (Männer bis 29 Jahre) weit springen kannst. Die Altersgruppe ab 30 Jahren muss hier lediglich eine Weite von 1,70m bzw. 2,10m erreichen.

Gut zu wissen: Für diese Aufgabe hast du zwei Versuche. Gewertet wird natürlich der bessere Durchgang.

 

3. Aufgabe: Liegestütze

Bei der dritten Aufgabe im Sporttest der Bundespolizei geht es um deine Kraft, denn jetzt stehen Liegestütze auf dem Programm. Hierfür musst du in die Position der Liegestütze gehen und dich dementsprechend schulterbreit mit deinen Händen auf dem Boden aufstellen. Dein Rumpf und deine Beine sind gestreckt. Aufgabe dieser Übung ist es, innerhalb von 40 Sekunden so viele Liegestütze wie möglich zu absolvieren. Du kannst zwischendurch Pausen machen, musst aber deine Position dann halten. Solltest du abbrechen, werden nur die Liegestütze gewertet, die du bis zu diesem Punkt absolvieren konntest. Besser ist es natürlich, wenn du die gesamten 40 Sekunden durch Gas gibst.

Grundsätzlich handelt es sich bei den Liegestützen um eine klassische Übung aus dem Kraftbereich. Als Mann bis 29 Jahren musst du mindestens 23 Liegestütz (ab 30 Jahren: 21), als Frau bis 29 Jahren mindestens sieben (ab 30 Jahren: 5) schaffen. Wenn du zwischendurch nicht mehr kannst und ablegst, gilt die Übung leider schon vor dem Ablauf der 40 Sekunden als beendet.

 

4. Aufgabe: 12-Minuten-Lauf

Für den Cooper Test hat man 12 Minuten Zeit
Für den Cooper Test hat man 12 Minuten Zeit

Zum Ende des Sporttests stellt dich die Bundespolizei noch einmal vor eine richtige Herausforderung und testet deine Koordination. Hierfür wird ein sogenannter 12-Minuten-Lauf durchgeführt, der auch als Cooper-Test bezeichnet wird. Hierfür geht es in der Polizeischule in die Trainingshalle, wo ein Rechteck als Laufmarkierung aufgebaut ist. Die Strecke um das Rechteck beträgt 100 Meter. Deine Aufgabe ist es, innerhalb der zwölf Minuten Runden um das Rechteck zu drehen. Du musst hier vor allem durchhalten und darfst deinen Lauf in den zwölf Minuten nicht unterbrechen. Gehen ist allerdings erlaubt. Darüber hinaus spielt selbstverständlich auch dein Tempo eine Rolle. Gewertet wird hier am Ende nämlich, wie viele Runden du im 12-Minuten-Lauf erfolgreich absolvieren konntest.

Auch hier gelten für Frauen und Männer wieder unterschiedliche Richtwerte. Als Frau musst du hier mindestens 2000 Meter, als Mann 2400 Meter zurücklegen. Wenn du nicht mehr kannst und abbrichst, wird nur die Strecke bewertet, die du bis zum Stop zurückgelegt hast.

Wichtig: In jedem Testteil wird auch deine Motorik und Koordination bewertet!

 

Sporttest Bewertung: Bestanden oder nicht bestanden?

Solltest du beim Sporttest nicht bestanden haben, wäre das Auswahlverfahren der Bundespolizei für dich an dieser Stelle beendet. Du müsstest also zu keiner weiteren Prüfung im Einstellungstest antreten, gleichzeitig könntest du deinen Job bei der Bundespolizei dann aber natürlich auch nicht beginnen. Beim Sporttest bestehst du, wenn du im Durchschnitt mindestens vier Punkte erzielen konntest. Für die einzelnen Übungen werden dabei bis zu neun Punkte vergeben. Somit heißt das auch: Solltest du bei einer Aufgabe nicht ganz so gut gewesen sein, kannst du diese Leistungen mit besonders guten Ergebnissen in anderen Bereichen ausgleichen.

 

Wie bereite ich mich auf den Sporttest vor?

Der Schlüssel zum Erfolg liegt beim Sporttest vor allem in deiner Vorbereitung. Du solltest die vier Übungen gut im Vorfeld trainieren, damit du dich am Testtag auch auf deinen Körper verlassen kannst. Liegestütze und der Standweitsprung lassen sich ohne größere Hilfsmittel trainieren. Darüber hinaus kannst du natürlich auch andere Übungen wie Hürdenläufe oder Klimmzüge durchführen, um die Kraft und deine Sprungfähigkeit zu verbessern. Beim Koordinationstest kannst du für den Aufbau selbstverständlich auch andere Hilfsmittel als Stangen oder Matten benutzen und beim 12-Minuten-Lauf ist ohnehin lediglich eine Stopp-Uhr erforderlich. Im Training selber solltest du versuchen, dir ein Leistungsplus zu erarbeiten. Du solltest also im Training bessere Leistungen zeigen, als am Ende in der Prüfung von dir verlangt werden. Das hat einen ganz einfachen Grund, denn so gehst du deutlich selbstbewusster in den Test

Wichtig: Beim Training für den Sporttest solltest du bedenken, dass am Prüfungstag keine Pause zwischen den Übungen gemacht wird. Du kannst dich nur dann erholen, wenn gerade ein anderer Bewerber die Übung durchführt.

 

Assessment-Center: Mündliche Prüfung für den gehobenen Dienst

Alle Bewerber, die im mittleren Dienst den Sporttest erfolgreich absolvieren konnten, machen im weiteren Verlauf mit dem Vorstellungsgespräch weiter, auf welches wir im weiteren Verlauf natürlich noch genauer eingehen. Wer jedoch eine Karriere im gehobenen Dienst anstrebt, muss vor dem Vorstellungsgespräch noch eine Gruppendiskussion und einen Kurzvortrag erledigen. Das Ganze wird als Assessment-Center bezeichnet und ist wie folgt aufgebaut:

  • Gruppendiskussion
  • Kurzvortrag
  • Einzelgespräch/Interview

Das Ziel der Gruppendiskussion besteht darin, gemeinsam mit anderen Bewerbern ein Thema zu diskutieren. Hierbei achtet die Polizei darauf, welche Rolle du in dieser Diskussion einnimmst und wie du gegenüber den anderen Bewerbern argumentierst. Um hier möglichst gut unterscheiden zu können, teilt die Bundespolizei die Bewerber in eine Pro- und eine Contra-Gruppe auf.

Im Anschluss an die Gruppendiskussion folgt ein Kurzvortrag. Hier werden dir verschiedene Themen vorgelegt, gleichzeitig bekommst du auch ein paar Materialien bereitgestellt. Anschließend musst du dich selbst mit dem Thema auseinandersetzen und einen Vortrag erarbeiten. Länger als fünf Minuten dauert dieser Vortrag nicht, allerdings musst du ihn vor der Prüfungskommission halten. Die Vorbereitungszeit, die dir hier zur Verfügung gestellt wird, solltest du also gut nutzen.

Der letzte Part im Assessment-Center ist das angesprochene Einzelgespräch, bzw. Interview. Hier geht es darum, sich möglichst gut vor den Prüfern zu verkaufen. Diese werden dich hinsichtlich verschiedener Bereiche genau prüfen und zum Beispiel nachforschen, warum du gerne bei der Bundespolizei anfangen möchtest.

 

Vorstellungsgespräch im Einstellungstest der Bundespolizei

Das Vorstellungsgespräch dient der Bundeswehr dazu, dich kennenzulernen und so zu sehen, ob du wirklich zur Truppe passt. Die Bewerber im gehobenen Dienst haben das Gespräch bereits im Assessment-Center hinter sich gebracht, die Bewerber im mittleren Dienst sind hier im Einzelinterview an der Reihe. Du solltest dich möglichst nicht verstellen und brauchst auch nicht mit großer Angst an dieses Interview rangehen. Die Prüfer wollen lediglich wissen, warum du zur Polizei möchtest, welche Eigenschaften dich auszeichnen oder was du besonders gut kannst. Zudem kann es nicht schaden, sich mit Hinblick auf Themen wie:

  • allgemeines Zeitgeschehen
  • die eigenen Karrierevorstellungen
  • die Motivation zur Bewerbung

vorzubereiten. Bereite auch noch ein paar eigene Fragen vor! Das zeigt, dass du nicht nur gut von dir selbst erzählen kannst, sondern auch Interesse an deinem (womöglich) zukünftig neuen Arbeitgeber hast.

Kleiner Tipp: Es ist durchaus Gang und Gebe, dass die Prüfer im Vorstellungsgespräch Dinge fragen, auf die du keine Antwort weißt. Hier heißt es: Cool bleiben! Genau das wollen die Prüfer in diesem Moment von dir sehen.

Ärztliche Untersuchung Bundespolizei

Die polizeiärztliche Untersuchung

Die letzte Hürde im Einstellungstest der Bundespolizei ist die polizeiärztliche Untersuchung. Diese ist selbstverständlich ein wichtiger Bestandteil des Ganzen, denn nur absolut gesunde Bewerber können ihren Dienst bei der Bundespolizei antreten. Aus diesem Grund wird hier genau geprüft, ob du gesundheitlich überhaupt zum Antreten in der Lage bist. Hierfür führen die Ärzte verschiedene Übungen durch, bei denen du zum Beispiel einen Sehtest oder ein Belastungs-EKG meistern musst. Darüber hinaus wird auch ein Drogentest durchgeführt. Die wichtigsten Punkte rund um die Untersuchung siehst du hier jetzt noch einmal in der Übersicht:

  • „Normaler“ BMI zwischen 18 und 27,5 (mit unserem Polizei BMI Rechner kannst du deinen BMI ganz einfach ausrechnen!)
  • Keine Einschränkungen in den Bewegungen
  • Ausreichendes Sehvermögen auch ohne Brille oder Kontaktlinse
  • Farben musst du gut unterscheiden können
  • Du darfst dich nicht in psychotherapeutischer Behandlung befinden
  • Keine Probleme mit dem Herz-Kreislaufsystem

Außerdem wird im Zuge der polizeidienstärztlichen Untersuchung dein Gebiss untersucht. Einige Beschwerden bzw. Krankheiten können jedoch leider auch zum Ausschluss deiner Person aus dem Bewerbungsverfahren führen. Allen voran wären hier Allergien, eine Dauermedikation, chronische Hauterkrankungen und Blutgerinnungsstörungen zu erwähnen. Auch Asthma kann, je nach Intensität, einen Ausschluss aus dem Bewerbungsprocedere bedeuten. Am besten erkundigst du dich im Zweifelsfall bei deinem behandelnden Arzt.

 

Achtung Sonderfall: Einstellungstest höherer Dienst

Viele Menschen wissen es nicht, aber bei der Bundespolizei kann deine Karriere auch im sogenannten höheren Dienst starten. In diesem Fall handelt es sich um eine Stelle, die bei der Bundespolizei nur bei Bedarf belegt wird. Es ist daher nicht möglich, sich bereits im Vorfeld für eine Karriere im höheren Dienst zu bewerben. Auch hier musst du anschließend dann einen Einstellungstest durchlaufen, bei dem es sich um ein reines Assessment-Center handelt. Absolviert wird dieses Assessment-Center über zwei Tage in der Bundespolizeiakademie in Lübeck.

 

Wann & wo finden die Einstellungstests der Bundespolizei statt?

Grundsätzlich gilt für deine Bewerbung bei der Bundespolizei, dass du diese das ganze Jahr hindurch einreichen kannst. Du musst dich an keine besonderen Fristen halten, solltest allerdings immer prüfen, wann die Einstellungstests durchgeführt werden. Ansonsten bist du vielleicht einen Tag zu spät dran und musst dann mehrere Monate warten. Wann genau die Einstellungstest stattfinden, hängt mit deiner gewünschten Laufbahn zusammen. Solltest du im mittleren Dienst starten wollen, finden die Einstellungstests jeweils am 1. März und 1. September statt. Wer im gehobenen Dienst durchstarten möchte, der muss den einen Jahrestermin am 1. September wahrnehmen. Wichtig: Möchtest du zum Beispiel am 1. September mit dem Einstellungstest starten, muss deine Bewerbung acht Monate vorher bei der Bundespolizei liegen – also spätestens im Januar des gleichen Jahres. Keine Sorge übrigens: Mit der Antwort kann es möglicherweise ein paar Wochen dauern, wenn ein großer Andrang an Bewerbern herrscht.

Wo du genau für deinen Einstellungstest Bundespolizei hinreisen musst, erfährst du in der Einladung zum Einstellungstest. Grundsätzlich werden die Einstellungstest in den Aus- und Fortbildungszentren der Bundespolizei und in der Bundespolizeiakademie durchgeführt. Hier siehst du, mit welchen Städten dies gleichbedeutend ist:

  • Bamberg
  • Eschwege
  • Lübeck
  • Neustrelitz
  • Oerlenbach
  • Walsrode

 

Einstellungstest Dauer: Wie lange dauert des Auswahlverfahren?

Das gesamte Auswahlverfahren inklusive des Einreichens der Bewerbung dauert mehrere Wochen. Der Einstellungstest selber lässt sich aber deutlich schneller erledigen. Solltest du dich für eine Karriere im mittleren Dienst entscheiden, wird dein Einstellungstest in zwei bis drei Tagen erledigt sein. Das Auswahlverfahren für den gehobenen Dienst ist mit bis zu vier Tagen ein bisschen länger. Gut zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass die Bundespolizei natürlich Übernachtungsmöglichkeiten bereitstellt. Die Unterkunft ist kostenlos, Essen wird dir hier gegen Bezahlung ebenfalls zur Verfügung gestellt.

Tipp: Du solltest etwaige Tankquittungen von deiner Reise zum Ausbildungszentrum aufbewahren. Die Bundespolizei erstattet dir 0,20 Euro für jeden gefahrenen Kilometer. Maximal kannst du so eine Reisekostenerstattung von 100 Euro erhalten. Bei Anreisen mit dem öffentlichen Verkehrsmittel trägt die Bundespolizei die Kosten für ein Zweite-Klasse-Ticket.

 

Vorbereiten: Für den Einstellungstest Bundespolizei üben

Du kannst dich auf den Einstellungstest der Bundespolizei auf jeden Fall vorbereiten, wenn auch möglicherweise nur in einem beschränkten Maße. Im Vorfeld solltest du dich erst einmal genau mit den Aufgaben beschäftigen, was du dank dieses Artikels bereits erledigt hast. Anschließend geht es an die Praxis-Vorbereitung. Hierbei hilft es zu Beispiel, wenn du aktuelle Themen der Politik verfolgst, da hierzu garantiert Fragen an dich gestellt werden. Zusätzlich dazu solltest du dich vor allem auf die körperliche Prüfung vorbereiten, indem du exakt die geforderten Übungen zuhause trainierst. Im Hinterkopf solltest du immer haben, dass du jede einzelne Übung bestehen musst, um auch tatsächlich an der nächsten Aufgabe teilnehmen zu können.

Übrigens: Das Auswahlverfahren bei der Bundespolizei basiert auf dem Prinzip der Bestenauslese. Es steht immer nur eine begrenzte Anzahl an Ausbildungsplätzen für die Bewerber zur Verfügung, so dass nicht alle genommen können, die im Einstellungsverfahren überzeugen konnten. Stattdessen ist es so, dass sich am Ende nur die besten Bewerber über eine Einladung der Bundespolizei freuen dürfen. Insofern solltest du in allen Übungen immer dein Bestes geben.

 

Nicht bestanden: Was passiert jetzt?

Auch mit guter Vorbereitung kann es natürlich sein, dass du einen schlechten Tag erwischst und den Einstellungstest nicht bestehst. Hast du nicht bestanden, ist das allerdings kein Weltuntergang. Du bekommst einen weiteren Versuch, musst hierfür allerdings wieder bis zum nächsten Auswahlverfahren warten. Solltest du dann wieder nicht bestehen, kannst du auch einen dritten oder vierten Anlauf wagen. Bist du dann ebenfalls nicht erfolgreich, ist der Beruf des Bundespolizisten für dich vielleicht einfach nicht der Richtige. Prinzipiell kannst du allerdings so oft am Auswahlverfahren teilnehmen, wie du von Der Bundespolizei hierzu eingeladen wirst.

Tipp: Solltest du beim Einreichen deiner Bewerbung oder im Anschluss daran Fragen haben, kannst du dich jederzeit an deinen Einstellungsberater bei der Bundespolizei richten. Zusätzlich dazu findest du aber auch bei uns auf der Seite alle wichtigen Informationen.

 

Fazit: Nur mit guten Leistungen zur Bundespolizei

Als Beamter bei der Bundespolizei musst du in deinem Alltag schwierige Situationen entschärfen und grundsätzlich einen kühlen Kopf bewahren. Das war aber noch lange nicht alles, denn zusätzlich musst du auch körperlich voll auf der Höhe sein und eine gewisse Intelligenz vorweisen können. Genau diese Punkte werden selbstverständlich auch im Einstellungstest geprüft. Das Auswahlverfahren besteht aus unterschiedlichen Bereichen, in jedem einzelnen Bereich musst du eine überzeugende Leistung abliefern. Denke immer daran: Bei einer verpatzten Übung scheidest du aus dem Auswahlverfahren aus und musst dann erst wieder bis zum nächsten Einstellungszeitraum warten. Du solltest hier also alles reinwerfen und dich im gesamten Auswahlverfahren ausschließlich von deiner besten Seite präsentieren. Tust du das, dürfte der Auswahlprozess für dich ein Kinderspiel sein!


 

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