Einstellungstest / Aufnahmeprüfung Polizei Nordrhein-Westfalen (NRW)

Einstellungstest Polizei Nordrhein WestfalenDu möchtest gerne zur Polizei Nordrhein-Westfalen und hast vor, Dich zu bewerben bzw. es bereits getan?

Grundsätzlich erwarten Dich bei einem Polizei Auswahlverfahren folgende Testbereiche: ein schriftliches Testverfahren, ein Sporttest zur Feststellung Deiner körperlichen Leistungsfähigkeit, ein mündliches Testverfahren und eine ärztliche Untersuchung.

Je nach Bundesland variieren die Anforderungen jedoch stark. Deshalb wollen wir Dich hier nun über den Einstellungstest in Nordrhein-Westfalen informieren, damit Du besser abschätzen kannst, was genau Dich erwartet! 🙂

Allgemeine Voraussetzungen

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Bevor Du Dich bei der Polizei in NRW bewerben kannst, musst Du zunächst einige formale Grundvoraussetzungen erfüllen:

ACHTUNG: Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stellt nur noch in den gehobenen Polizeivollzugsdienst ein. Die Ausbildung beinhaltet ein duales Studium an der Fachhochschule, das drei Jahre dauert. Ein Studium, nach dessen Abschluss Du Polizeikommissar/in bist, hat natürlich Auswirkungen auf die Eignungsvoraussetzungen zur Folge.
  • die Deutsche Staatsangehörigkeit oder Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union
  • am Tag der Einstellung höchstens 37 Jahre alt
  • der Body-Maß-Index liegt zwischen 18 und 27,5
  • (Berechne deinen BMI mit unserem Polizei BMI Rechner!)
  • eine Mindestgröße von 163 cm für  Frauen und Männer
  • das Abitur, Fachhochschulreife mit schulischem und den praktischem Teil, Abschluss einer beruflichen Aufstiegsfortbildung gemäß BBiHZVO oder einen gleichwertigen Bildungsabschluss (Hier findest Du alle Einzelheiten)
  • mindestens sechs Jahre Englischunterricht in der Schule (alternativ kannst Du ein Zertifikat deiner Englischkenntnisse mit dem Level B1 belegen – das entspricht etwas dem Leistungsstand in der 10. Klasse)
  • das Deutsches Sportabzeichen (mindestens in Bronze)
  • das Deutschs Rettungsschwimmabzeichen in Bronze oder Deutsche Schwimmabzeichen in Gold oder Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Gold (altersabhängig)
  • die Fahrerlaubnis Klasse B für Fahrzeuge mit Schaltgetriebe (muss bis zum 01.07. des Einstellungsjahres als beglaubigte Kopie eingereicht werden – begleitetes Fahren ab 17 gehört auch dazu, wobei dann bis zum 01.05. des auf die Einstellung folgenden Jahres die vollwertige Fahrerlaubnis der Klasse B gemacht werden muss)
  • die Bereitschaft, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung einzutreten
  • keine gerichtlichen Vorstrafen, kein anhängiges Straf- oder Ermittlungsverfahren
  • eine Lebensführung in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen (keine Schulden, wobei BAFÖG-Kredite oder Leasingverträge unproblematisch sind)

TIPP: Auch mit einer anderen Nationalität kannst Du zur Polizei NRW 🙂 Folgende Bedingungen müssen in diesem Fall erfüllt sein:

  • deine Nationalität ist mit einem hohen Anteil an der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen vertreten
  • Du hast eine Aufenthalts- und Niederlassungserlaubnis für Deutschland
  • Du sprichst sowohl Deutsch als auch Deine Heimatsprache
  • Du hast das Auswahlverfahren bestanden

Wende Dich auf jeden Fall an deinen Einstellungsberater. Dort erhältst Du die Info, ob und wie Du Dich genau bewirbst.

Alter

Du kannst Dich auch bei der Polizei Nordrhein-Westfalen bewerben, wenn Du älter bist als 37. Allerdings gilt diese Ausnahmeregelung nur für Soldat/innen auf Zeit, die mindestens zwölf Jahre im Dienst waren und deren Dienstende bzw. Ende der Fachausbildung zum Bewerbungszeitpunkt nicht mehr als sechs Monate zurückliegt. Dann erhöht sich die Altersgrenze um die abgeleistete Zeit bei der Bundewehr. Das gilt auch für Wehrdienst- und Zivildienstleistende sowie für Bewerber, die ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder den Bundes-/Jugendfreiwilligendienst absolviert haben. Ausnahmen gibt es auch für Menschen mit minderjährigen Kindern, die betreut wurden, und pflegebedürftigen Angehörigen.

Schulbildung / Berufsausbildung

Um die formalen Voraussetzungen für den gehobenen Dienst bei der Polizei Nordrhein-Westfalen zu erfüllen, benötigst Du neben guten Englischkenntnissen zum Zeitpunkt der Einstellung (also noch nicht bei der Bewerbung) das Abitur, die volle Fachhochschulreife oder gemäß der Berufsbildungshochschulzugangsverordnung (BBHZVO) eine Ausbildung und Berufserfahrung. Nur dann kannst Du mit dem Studium beginnen. Die Qualifikation nach BBHZVO liegt vor, wenn Du:

  • einen handwerklichen Meisterbrief
  • einen gleichwertigen Fortbildungsabschluss mit Prüfungsregelungen nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung
  • eine vergleichbare landesrechtlich geregelte Fortbildung für Berufe im Gesundheitswesen sowie der sozialpflegerischen und sozialpädagogischen Berufe
  • einen Abschluss einer Fachschule entsprechend der Rahmenvereinbarung über Fachschulen der Kultusministerkonferenz oder
  • einen Abschluss einer sonstigen gleichwertigen bundes- oder landesrechtlich geregelten Aufstiegsfortbildung

hast. Außerdem musst Du nach der zweijährigen Ausbildung mindestens drei Jahre gearbeitet haben. Dazu zählen auch freiwilliger Wehrdienst, Bundesfreiwilligendienst, freiwilliges soziales Jahr, freiwilliges ökologisches Jahr, Tätigkeit als Entwicklungshelferin/ Entwicklungshelfer im Sinne des Entwicklungshelfergesetzes und der Abschluss einer weiteren mindestens zweijährigen Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Natürlich musst Du all das nachweisen können, damit es von der Polizei Nordrhein-Westfalen anerkannt wird.

Die Bewerbung – online statt postalisch!

Die Bewerbung bei der Polizei Nordrhein-Westfalen
Die Bewerbung bei der Polizei Nordrhein-Westfalen

Bei der Bewerbung in NRW handelt es sich um einen Mix aus Onlinebewerbung und schriftlicher Bewerbung. Wie läuft das Ganze also ab?

In Nordrhein-Westfalen ist eine Bewerbung nur online möglich. Nachdem du deine Bewerbungsunterlagen und -daten online abgeschickt hast, werden diese von der entsprechenden Stelle in einer Vorauswahl geprüft. Gegebenenfalls wirst du gebeten, weitere Unterlagen einzureichen. Bei der Bewerbung kannst Du einen Erstwunsch und einen Zweitwunsch für eine Einstellungs- und Ausbildungsbehörde angeben. Der Erstwunsch ist der Standort, an dem Du am liebsten ausgebildet werden möchtest und der Zweitwunsch der Ort, der als Ausweichmöglichkeit für Dich infrage käme, wenn es mit dem Erstwunsch nicht klappt. Eine Garantie gibt es allerdings nicht, dass Du auch genau dort untergebracht wirst. Es gibt zehn Behörden, die in ganz Nordrhein-Westfalen verteilt sind, und jede arbeitet mit einem Standort der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (theoretische Studienabschnitte) sowie mit einem Trainingsstandort des LAFP NRW für das berufspraktische Training zusammen. Beim Polizeipräsidium Aachen findet das Studium beispielsweise in Köln und die Praxis in Brühl statt.

1) Bewerbung vorbereiten

Auf der offiziellen Homepage der Polizei findest Du alle wichtigen Informationen rund um die Bewerbung und das Auswahlverfahren. Stell Dir anhand dieser die Unterlagen für Deine Bewerbung zusammen.

Ob Du an alle benötigten Dokumente gedacht hast, kannst Du mithilfe einer Checkliste, die Dir die nordrhein-westfälische Polizei zur Verfügung stellt, kontrollieren. 🙂

2) Bewerbungskonto anlegen

Der nächste Schritt ist das Bewerbungskonto. Dies dient der Onlinebewerbung und der Kommunikation zwischen Dir und der Polizei.

Wenn Du deine E-Mail-Adresse eingegeben hast, wird Dir ein Bestätigungscode zugesandt. Mit diesem bestätigst Du Dein Bewerbungskonto. Jetzt ist dein Konto aktiviert und Du kannst mit Deiner Bewerbung loslegen 🙂

3) Online bewerben

Hier gilt es, ein Bewerbungsformular auszufüllen.

Nachdem Du das vollständig ausgefüllte Formular abgeschickt hast, sollte sich ein Textfeld öffnen, das den Eingang deiner Onlinebewerbung bestätigt. Außerdem erhältst Du dazu im Laufe des Tages eine automatische E-Mail. Solltest Du beides nicht erhalten, hat die Übertragung höchstwahrscheinlich nicht funktioniert. Du solltest in diesem Fall das Formular noch einmal ausfüllen oder Dich an deinen Einstellungsberater wenden.

ACHTUNG: Du kannst Deine Angaben NICHT speichern und zu einem späteren Zeitpunkt ergänzen. Halte also alle wichtigen Daten bereit und arbeite alles in einem Rutsch ab.

4) Schriftlich bewerben

Nach dem Einreichen Deiner Onlinebwerbung hast Du zwei Wochen, um deine schriftliche Bewerbung an die Polizei zu schicken. Diese umfasst grundsätzlich:

  • Bewerbungsvordruck von der Internetseite der Polizei Nordrhein-Westfalen
  • persönliche Dokumente
  • ärztliche Unterlagen

Die persönlichen Dokumente werden zunächst nur als Kopien eingereicht, müssen aber spätestens im Auswahlverfahren als beglaubigte Kopie vorliegen (jedes Dokument einzeln). Die Polizei Nordrhein-Westfalen benötigt von Dir unter anderem die Geburts- oder Abstammungsurkunde, Schul- und evtl. Berufs- und Prüfungszeugnisse bzw. eine Qualifikation gemäß Berufsbildungshochschulzugangsverordnung mit lückenlosem Nachweis der Beschäftigungsverhältnisse, einen Nachweis über sechs Jahre Englischunterricht ab Sekundarstufe 1 oder den Nachweis über Sprachkenntnisse in der EU-Amtssprache Englisch mit Level B1. Ganz wichtig ist auch ein tabellarischer Lebenslauf, der von Dir unterschrieben ist.

Vordrucke sowie genauere Informationen zu verlangten Unterlagen stellt Dir die Polizei NRW hier zur Verfügung. Wenn Du die schriftliche Bewerbung nicht innerhalb von zwei Wochen nach Deiner Onlinebewerbung einreichst, scheidest Du aus dem Auswahlverfahren aus. Die Polizei geht dann davon aus, dass Du es Dir anders überlegt hast.

Insgesamt gibt es fünf Dateien:

  • die Basisformulare (sieben Stück), die jeder Bewerber ausfüllen muss
  • gin Formular für den augenärztlichen Befund (bei Bewerbern mit Sehhilfe oder Sehstörungen)
  • ein Formular für den Fall, dass Du älter bist als 37 Jahre und die weiter oben erwähnten Ausnahmeregelungen für Dich infrage kommen
  • ein Formular für Spitzensportler sowie
  • ein Formular für beruflich qualifizierte Bewerber, die kein Abitur oder die volle Fachhochschulreife haben

ACHTUNG: Reiche nur Kopien ein (keine Originale!), da die Unterlagen Dir nicht zurückgeschickt werden.

Verzichte außerdem bitte auf sämtliche Bewerbungsmappen, Schutzhüllen o. ä., da diese bei der großen Zahl an Bewerbungen die Bearbeitung erschweren!

5) Und dann?

Nach dem Eingang Deiner Bewerbungsunterlagen bekommst Du eine E-Mail mit der Empfangsbestätigung. Danach musst Du geduldig sein und warten, bis die Überprüfung der Dokumente abgeschlossen ist. Gibt es nichts zu beanstanden, meldet sich das Bildungszentrum Münster des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen, kurz LAFP NRW, bei Dir mit einer Einladung zum Auswahlverfahren, aber auch wenn noch Unterlagen fehlen. Übrigens erhältst Du auch einen Bescheid, wenn Du die formalen Voraussetzungen nicht erfüllst und daher nicht zum Einstellungstest eingeladen wirst.

Aufgrund der Vielzahl von Bewerbungen kann es bei der Rückmeldung (Einladung zum Einstellungsverfahren oder Ablehnung) aufseiten der Polizei zu Wartezeiten von mehreren Wochen kommen. Sie wird jedoch auf jeden Fall rechtzeitig erfolgen. Hab also Geduld! 🙂

Einstellungstermine & Bewerbungsfristen der Polizei NRW

Es gibt Bewerbungsfristen, d.h. dass Du Dich nicht das ganze Jahr über bewerben kannst. Der Bewerbungszeitraum wird dabei rechtzeitig auf der Startseite des Bewerbungsportals unter www.genau-mein-fall.de angekündigt. In den vergangenen Jahren lag dieser Zeitraum zwischen Juni und September des Vorjahres.

Ist gerade keine Bewerbung möglich, steht ein entsprechender Hinweis direkt über dem Bewerbungsformular. Informiere Dich also rechtzeitig auf der offiziellen Seite über die Bewerbungsfristen, damit Du sie nicht verpasst!

In der Regel gelten folgende Termine bzw. Zeiträume:

Dienstgrad Einstellungstermin Bewerbung
gehobener Dienst 1. September zwischen Juni und September des Vorjahres

Das Auswahlverfahren

Der Ablauf 

Hast deine Einladung zum Einstellungstest erhalten, geht es an drei verschiedenen Tagen und Orten mit dem Auswahlverfahren weiter.

  • Tag 1: PC-Test & Formalgespräch im Bildungszentrum Münster des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen (LAFP NRW)
  • Tag 2: Assessment-Center (Rollenspiel, Präsentation, Interview) in einer möglichst an deinem Wohnort nahe gelegenen Einstellungs- bzw. Ausbildungsbehörde
  • Tag 3: Polizeiärztliche Untersuchung erneut im LAFP NRW in Münster

Inhalte des Eignungstests

Wenn Deine Bewerbung im ersten Schritt überzeugen konnte, wirst Du zunächst zu einem Computertest eingeladen. Er findet Bildungszentrum Münster des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen statt. Alle Infos hierzu erhältst Du ebenfalls elektronisch per E-Mail.

Hast Du den ersten PC-Test  erfolgreich hinter dir gelassen, werden Deine Unterlagen in einer Nachauswahl nochmals geprüft und es gibt ein formales Gespräch. Auch hier kann es Dir passieren, dass einige Unterlagen nachgereicht werden müssen. Sollten die Ergebnisse aus dem Test zufriedenstellend sein, erhältst du anschließend Informationen zum weiteren Verlauf Deiner Bewerbung.

Doch wie sehen die einzelnen Bestandteile und Schritte des Einstellungsprozesses eigentlich aus? Wir haben dir die verschiedenen Bereiche im Folgenden aufgelistet und mit wertvollen Tipps versehen, wie es dir gelingen kann, gut abzuschneiden und deine Vorgesetzen in spe von dir zu überzeugen.

Der erste Prüfungstag lässt sich in drei Teilbereiche gliedern, die wir Dir kurz vortellen wollen:

PC-Test 1 (ca. 2 Stunden)

Der Computertest für die Polizei Nordrhein-Westfalen
Der Computertest für die Polizei Nordrhein-Westfalen

In diesem computergestützten Test werden Deine analytischen Fähigkeiten, Deine Lernfähigkeit, Dein Gedächtnis und (schriftliche) Kommunikationsfähigkeiten überprüft. Es ist ratsam, diese Aufgaben gut zu trainieren – etwa auf eignungsauswahlverfahren.de. Somit ist nicht nur gewährleistet, dass Du tendenziell mehr Fragen richtig beantwortest, sondern Du kannst auch im Allgemeinen ein wenig beruhigter an den Start gehen.

Dabei erwarten Dich aus einem breiten Aufgabenpool, z. B. Fragen zu Wortanalogien, Figurensequenzen, Zahlensymbolen, Syllogismen, Rechtschreibung und Zeichensetzung der Deutschen Sprache und Merkfähigkeit. In der Regel handelt es sich dabei um Multiple-Choice-Aufgaben. Du musst also aus mehreren Antwortmöglichkeiten die richtige auswählen.

Formalgespräch

Deine Bewerbungsunterlagen werden auf Vollständigkeit geprüft und noch offene Punkte besprochen. Des Weiteren werden noch ein paar Formalitäten geklärt, z.B. ob Du ein Tattoo hast oder ob aktuell ein Strafverfahren gegen Dich läuft. Das Gespräch dient lediglich dazu, formale Kriterien zu überprüfen und fließt deshalb nicht in die Wertung Deiner Leistungen im Eignungstest mit ein.

Beim diesem Gespräch geht es auch um eventuell vorhandene Tätowierungen und Piercings. Auch wenn die Regularien inzwischen in vielen Bundesländern gelockert wurden, kann Körperschmuck unter Umständen noch immer dazu führen, dass Deine Bewerbung von der Polizei Nordrhein-Westfalen abgelehnt wird. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn …

  • Flesh-Tunnel, Implantate und ähnliches zu einer erhöhten Verletzungsgefahr bei Polizeieinsätzen führen
  • Tätowierungen rechts- oder linksradikal oder allgemein extremistisch, sexistisch oder frauenfeindlich oder allgemein entwürdigt, diskriminiert bzw. gewaltverherrlichend sind
  • der Körperschmuck auffällig und großflächig ist (also größer als ein durchschnittlicher Handteller) ist.

Kleine und unverfängliche Motive wie Blumen oder Ornamente sind hingegen kein Problem.

Beim Formalgespräch erfährst Du zudem Dein Ergebnis aus dem ersten PC-Test und demzufolge, ob Du noch im Rennen bist oder an dieser Stelle aus dem Eignungsauswahlverfahren ausscheidest.

PC-Test 2

Im zweiten PC-Test stehen Kompetenzen wie Reaktionsschnelligkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration im Mittelpunkt (auch als „Wiener Test“ bekannt). Du durchläufst den Test nicht mit einer Tastatur, sondern einem Bedienfeld mit Tasten, Knöpfen, Fußpedalen und Kopfhörern.

Aufgaben, die Dich hier erwarten, sind beispielsweise …

  • das Einblenden von Situationen bzw. Bildern, zu denen Du im Nachhinein Fragen beantworten oder gezeigte Gegenstände angeben musst
  • Liniengewirre, bei denen Du einen bestimmten Weg nachverfolgen bzw. suchen musst
  • Symbolübereinstimmungen suchen musst
  • Symbol-Ton-Kombinationen im Hinblick auf deine Reaktion, sobald Du diese hörst abgefragt werden
TIPP: Bleibe ruhig und konzentriert. Der Test ist so angelegt, dass er Dich durch die Aufgaben und den Zeitdruck in eine Stresssituation bringen soll. Es ist also nicht schlimm, wenn Du Fehler machst oder nicht alle Aufgaben schaffst 🙂
Auch dieser Computertest der Polizei Nordrhein-Westfalen wird anschließend sofort ausgewertet. Nur wenn Du ihn bestanden hast, geht mit dem Assessment-Center weiter, das jedoch an einem anderen Tag stattfindet.

Das Assessment-Center

Zum Auswahlverfahren bei der Polizei Nordrhein-Westfalen gehört ein Assessment Center
Zum Auswahlverfahren bei der Polizei Nordrhein-Westfalen gehört ein Assessment Center

Nicht jedes Bundesland bietet es an, in NRW kommst du jedoch in seinen „Genuss“: das Assessment-Center! In NRW gibt es Ausbildungsbehörden in Aachen, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Gelsenkirchen, Hagen, Köln und Münster. Die Einladung zum Center erfolgt durch die entsprechende Behörde selbst und richtet sich nach Deinem Wohnort. In der Regel wirst Du also zu dem Ort eingeladen, der sich in Deiner Nähe befindet. Weitere Tipps und Tricks zum Assessment-Center findest du hier!

Grundsätzlich werden im vierteiligen Assessment-Center Deine sozialen und kommunikativen Fähigkeiten geprüft. Du musst zwei Rollenspiele absolvieren, stellst Dich einem Interview und hältst einen Vortrag.

Das Konfliktgespräch (als Rollenspiel)

Das erste Rollenspiel ist ein fünfminütiges Konfliktgespräch, das Du mit einer Polizeibeamtin oder einem Polizeibeamten führen musst. Der Konflikt, der dabei behandelt wird, stammt aus dem Polizeialltag. Die Kollegen in spe möchten sehen, wie Du in einer bestimmten Situation reagieren würdest. Vorwissen ist hierbei nicht erforderlich. Handele einfach aus dem Bauch heraus und überlege, wie ein Polizist im betreffenden Falle vorgehen würde.

Der Vortrag

Danach folg der Vortrag, für den Du 15 Minuten Vorbereitungszeit hast. Die Themen sind sehr offen, behandeln jedoch aktuelle Alltagsthemen. Insgesamt soll der Vortrag etwa fünf Minuten dauern. Hierzu ist es sinnvoll, Dich mit Alltagsthemen bzw. aktuellen Nachrichten vertraut zu machen. Lass Hintergrundwissen einfließen, bleibe beim Thema und erläutere deine Thesen. Somit zeigst Du, dass Du Dich nicht nur für den Polizeiberuf im Allgemeinen, sondern auch für Dein Umfeld interessierst. Eine Eigenschaft, die im Dienst unabdingbar ist!

Das zweite Rollenspiel beschäftigt sich noch tiefgreifender mit dem Polizeialltag. Hierbei wird die Situation in einer Führungsstelle eines Polizeipräsidiums nachgespielt. Du musst dabei Telefonanrufe und schriftliche Unterlagen bearbeiten („Postkorbübung“). Dieser Bereich behandelt damit die theoretischen und administrativen Inhalte dieses spannenden Berufs. Hierbei sind nicht nur Freundlichkeit und Kompetenz, sondern auch die Fähigkeit zum Schaffen von Ordnung und eine nachvollziehbare Arbeitsweise gefragt.

Das Interview

Abschließend gibt es noch ein Interview, bei dem Du Fragen zu deiner bisherigen Schullaufbahn bzw. Ausbildung beantworten musst, beziehungsweise deine Berufsmotivation näher erläutern sollst. Hierauf kannst Du Dich schon zuhause super vorbereiten. Wer sich ein paar Stichpunkte zur eigenen Person merkt, kann flüssiger sprechen und im letzten Abschnitt noch besser überzeugen.

Ob Du das Assessment Center bestanden hast, erfährst Du noch vor Ort. Andernfalls ist das Auswahlverfahren für Dich an dieser Stelle beendet.

Die polizeiärztliche Auswahluntersuchung – stimmen die „Basics“?

Die polizeiärztliche Untersuchung prüft die gesundheitliche Eignung
Die polizeiärztliche Untersuchung prüft die gesundheitliche Eignung

Der Einstellungstest der Polizei Nordrhein-Westfalen sieht am dritten und letzten Tag die polizeiärztliche Untersuchung vor. Diese findet wieder im Bildungszentrum Münster des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten statt und Du erhältst eine Einladung mit dem genauen Termin zugeschickt.

Da der Polizeidienst Deinen Körper an die Grenzen bringen kann, wird in diesem medizinischen Check-Up überprüft, ob Du für den Polizeidienst tauglich bist. Unter anderem ausschlaggebend sind hier:

Danach folgt eine genauere Untersuchung durch eine Polizeiärztin oder einen Polizeiarzt. Bei Bedarf werden auch fachärztliche Befunde herangezogen. Am besten informierst Du Dich jedoch schon im Vorfeld darüber, welche Vorerkrankungen zum Ausschluss aus dem Bewerberprozess führen könnten.

ACHTUNG: Du hast Probleme mit den Augen? Bis zum 20. Lebensjahr muss auf jedem Auge eine Restsehschärfe von mindestens 50 Prozent, bei älteren Bewerbern von mindestens 30 Prozent vorliegen. Bei Farbsinnstörungen wie Rotgrünblindheit wird es hingegen kritisch mit der Diensttauglichkeit. Wer eine Laser-OP an den Augen hinter sich hat, muss frühestens ein Jahr danach ein Gutachten einer Universitäts-Augenklinik erstellen lassen und dieses vor der Einstellung bei der Polizei Nordrhein-Westfalen vorlegen. In diesem Fall fordert Dich der polizeiärztliche Dienst zu einem Gutachten auf.

Und was ist mit dem Sporttest der Polizei Nordrhein-Westfalen?

Für die Polizei Nordrhein-Westfalen ist kein Sporttest vorgesehen
Für die Polizei Nordrhein-Westfalen ist kein Sporttest vorgesehen

Anders als in anderen Bundesländern prüft die Polizei Nordrhein-Westfalen die Sporttauglichkeit nicht selbst! Das heißt jedoch nicht, dass Du nicht körperlich fit sein musst 😉

Für eine Bewerbung bzw. Einstellung musst Du deine sportlichen Leistungen nachweisen, und zwar mit…

  • dem Deutschen Sportabzeichen mindestens in Bronze (nicht älter als zwei Jahre und als Kopie der Prüfkarte)

Im Bereich der Ausdauerübung ist altersabhängig eine der nachfolgenden Laufdisziplinen nachzuweisen:

→ unter 18 Jahren: 800 Meter Dauer- oder Geländelauf

→ ab 18 Jahren: 3.000- oder 10.000 Meter-Lauf

  • dem Deutschen Rettungsschwimmerabzeichen mindestens in Bronze (nicht älter als drei Jahre) oder alternativ

→ als Minderjährigen: das „Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Gold“

→ als Erwachsener: das „Deutsche Schwimmabzeichen in Gold

Und danach?

In der sogenannten Nachauswahl sieht die Polizei Deine Bewerbungsunterlagen noch einmal durch und prüft diese auf Vollständigkeit. Anhängig von deinen Leistungen beim Eignungstest, wirst Du außerdem anhand deines Rangordnungswerts darüber informiert, wie deine Chancen auf eine Einstellung stehen.

  • Wie ergibt sich der Rangordnungswert (ROW)?

Der ROW ergibt sich aus deiner Leistung in den verschiedenen Testbestandteilen.

Je besser deine Leistungen, desto höher dein ROW.

Je höher dein ROW, desto besser ist deine Platzierung auf der Rangliste mit den Ergebnissen aller Bewerber und demnach deine Chance auf eine Zusage.

Ab März kannst Du auf dem Bewerberportal deinen Ranglistenplatz einsehen. Die endgültige Rangliste steht jedoch erst dann fest, wenn alle Bewerber am Auswahlverfahren teilgenommen haben. Bis September kann sich also an deiner Platzierung noch einiges ändern.

  • Zusage vs. Absage

Reicht deine Ranglistenplatzierung für eine Einstellung aus, darfst Du Dich schon bald über eine Einstellungszusage freuen und beginnst Dein Studium am 1. September.

Natürlich kann es passieren, dass Du den Einstellungstest nicht bestehst oder deine Platzierung nicht für eine Einstellung ausreicht. Lass den Kopf nicht hängen! Du kannst Dich für das nächste Jahr neu bewerben. Auf ihrer Internetseite ermutigt die Polizei Nordrhein-Westfalen sogar zu einem erneuten Versuch. In diesem Fall durchläufst Du das Auswahlverfahren allerdings noch einmal von vorne.

TIPP: Du kannst deinen ROW behalten, ins nächste Einstellungsjahr übertragen und musst das Auswahlverfahren nicht erneut durchlaufen, wenn…

  • Dein ROW so ausgefallen ist, dass Du haarscharf an der Einstellung vorbeigerutscht bist.
  • Du eine ausreichende Platzierung erreicht hast, Dein Studium aber erst ein Jahr später beginnen möchtest.

In diesem Fall gibst Du lediglich rechtzeitig eine Onlinebewerbung ab und erscheinst zur polizeiärztlichen Untersuchung. Das ist ein Sonderfall, von dem man Kenntnis haben sollte.

Auf unserem Blog haben wir weitere Informationen zur Ausbildung bei der Polizei Nordrhein-Westfalen zusammengetragen.


Du möchtest dich vorbereiten? Du kannst online für den Polizei Einstellungstest auf eignungsauswahlverfahren.de üben!

Dies ist keine offizielle Seite der Polizei in Nordrhein-Westfalen, daher sind alle Angaben ohne Gewähr. Die offizielle Seite der Polizei in Nordrhein-Westfalen findest du hier.

 

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