Einstellungstest Polizei Bremen

Bremen Polizei Einstellungstest Vorbereitung
Bremen – Polizei Einstellungstest

Du möchtest gerne zur Polizei Bremen und hast vor Dich zu bewerben bzw. es bereits getan?

Grundsätzlich erwarten Dich bei einem Polizei Einstellungstest folgende Testbereiche:

  1. ein schriftliches Testverfahren
  2. ein Sporttest zur Feststellung Deiner körperlichen Leistungsfähigkeit
  3. ein mündliches Testverfahren
  4. eine ärztliche Untersuchung

Je nach Bundesland variieren die Anforderungen jedoch stark. Deshalb wollen wir Dich hier nun über den Einstellungstest in Bremen informieren, damit Du besser abschätzen kannst, was genau Dich erwartet!

Voraussetzungen zum Einstieg bei der Polizei Bremen

Checkliste Einstellungstest Polizei Bremen

Bevor Du Dich bei der Polizei in Bremen bewerben kannst, musst Du zunächst einige formale Kriterien erfüllen.

ABER: Im Gegensatz zu anderen Länderpolizeien sind der Bremer Polizei formale Kriterien weniger wichtig. Sie möchte durch das Auswahlverfahren herausfinden, ob Du gut ins Team passt und nicht schon vorher gute Kandidaten ausschließen. Denn Verkehrsunfälle, Streitigkeiten oder Schlägereien sind immer gemeinschaftlich und kooperativ zu bewältigen. Deine Kolleg/innen müssen sich immer auf Dich verlassen können. Zudem solltest Du über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn verfügen, keine Berührungsängste mit anderen Menschen haben und Dich bei der Durchsetzung von Recht und Ordnung neutral verhalten können.

Bei den Voraussetzungen für eine Einstellung bei der Polizei Bremen wird daher verzichtet auf:

  • eine Mindestgröße
  • ein Höchstalter (die  Bremische Landeshaushaltsordnung lässt eine Verbeamtung in den Polizeivollzugsdienst allerdings höchstens bis zum 45. Lebensjahr zu)
  • ein bestimmter Notendurchschnitt
  • und ärztliche Atteste bei der Bewerbung.

Auch die deutsche Staatsbürgerschaft ist nicht zwingend notwendig, da sich die kulturelle Vielfalt der Hansestadt bei der Polizei wiederspiegeln soll. Bewerber mit Migrationshintergrund sind sehr willkommen! Du solltest allerdings sowohl in der deutschen Sprache als auch in Deiner Muttersprache flüssig kommunizieren können.

Insgesamt halten sich die formalen Einstellungskriterien also in Grenzen. Dennoch gibt es welche und das sind:

  • die Bereitschaft, jederzeit für Recht und Gesetz einzustehen
  • keine Vorbestrafung (bei Ermittlungsverfahren gegen Dich – egal ob laufend oder abgeschlossen – musst Du eine ausführliche Stellungnahme ggf. unter Angabe des Aktenzeichens und der ermittelnden Polizeidienststelle/Staatsanwaltschaft als Anlage am Ende der Onlinebewerbung anfügen)
  • ein wertneutrales Zugehen auf andere Menschen
  • den Führerschein der Klasse B (Nachweis bis maximal Ende des ersten Semesters, wenn die Führerscheinprüfung noch aussteht)
  • den Schwimmpass als Nachweis dafür, dass Du schwimmen kannst (den Rettungsschein der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft erwirbst Du im Verlauf der Ausbildung)
  • Fitness und Gesundheit (wird beim Auswahlverfahren überprüft)

Hinweis zu Tätowierungen: Tätowierungen mit sexistischen, rassistischen, religiösen oder politischen Motiven sind bei der Polizei Bremen wie in allen anderen Bundesländern auch tabu. Ob andere sichtbare Motive akzeptabel sind, entscheidet eine Einzelfallprüfung.

In Bremen handelt es sich bei der Ausbildung um ein Studium an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung (HfÖV). Im Gegensatz zu anderen Bundesländern wird also nicht unterschieden zwischen mittlerer und gehobener Laufbahn und wenn Du nur die mittlere Reife (ohne Berufsausbildung) hast, kommst Du damit nicht zu Polizei Bremen, denn die stellt nur für die Laufbahngruppe 2 ein (Polizeikommissaranwärter/in). Demzufolge sind folgende Abschlüsse für eine erfolgreiche Bewerbung notwendig:

  • mittlerer Schulabschluss + abgeschlossene Berufsausbildung +  entsprechende Berufserfahrung
  • Abitur oder volle Fachhochschulreife (also Versetzung in die Abschlussklasse Gymnasium plus Praktikum/Berufsabschluss oder Realschulabschluss plus Abschluss zweijährige Höhere Handelsschule plus Praktikum / Berufsabschluss oder Realschulabschluss plus Abschluss zweijährige Fachoberschule)

Hast Du die mittlere Reife und eine mindestens zweijährige Berufsausbildung in einem anerkannten oder gleichwertigen geregelten Ausbildungsberuf oder in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis haben, musst Du anschließend mindestens drei Jahre in diesem Beruf gearbeitet haben.

ACHTUNG: Wenn Du Deine Polizeiausbildung in einem anderen Bundesland abgebrochen hast, ist eine Bewerbung bei der Polizei Bremen nicht möglich. Anders verhält es sich bei einer abgeschlossenen Polizeiausbildung. Dann kannst Du am Auswahlverfahren teilnehmen, allerdings erst ein Jahr nach Beendigung Deines alten Dienstverhältnisses.

Übrigens: Du kannst für den Einstellungstest bei der Polizei direkt auf dieser Seite trainieren. Weitere Infos gibt es hier.

Die Bewerbung

Lebenslauf für Bewerbung Polizei Bremen

Wie bereits erwähnt ist eine Bewerbung für den mittleren Dienst in Bremen nicht möglich! Es werden ausschließlich Bewerber in die Laufbahngruppe 2 eingestellt, welche dem gehobenen Dienst entspricht. Das bedeutet, dass Du als Polizeikommissaranwärter/in eingestellt wirst.

Die Bewerbung kannst Du ohne Probleme online auf der offiziellen Seite der Bremer Polizei einreichen (Rubrik Berufseinstieg, Unterpunkt Bewerbung). Bewerbungen per Post sind nicht möglich. Auf dem Bewerbungsbogen hast Du im Anschluss die Möglichkeit, die aufgeführten nötigen Dokumente hochzuladen u.a.

  • ein Lebenslauf (ein Passfoto ist nicht notwendig)
  • eine Kopie Deines Personalausweises bzw. Passes
  • das Schulabschlusszeugnis

Wenn Du eine Brille trägst, musst Du einen vom Augenarzt ausgefüllten Augenärztlichen Befundbericht mit Deiner Bewerbung mitschicken. Das Formular findest Du im Bewerbungszeitraum in der Mediathek im Downloadbereich der Polizei Bremen. Der Bericht wird dann im Vorfeld vom polizeiärztlichen Dienst gecheckt. Sollten Deine Augenwerte für den Eintritt in den Polizeidienst ausreichend sein (Bewerber/innen bis 20 Jahre müssen mindestens 50 % Sehfähigkeit auf dem schlechteren Auge und ab dem 20. Lebensjahr mindestens 30 % haben) und alle anderen formalen Voraussetzungen passen, bekommst Du eine Einladung zum Auswahlverfahren. Schicke den Befundbericht daher zeitnah an die Polizei Bremen. Er kostet übrigens je nach Arzt zwischen 55 und 135 Euro und muss von Dir bezahlt werden.

Realschüler müssen darüber hinaus das Zusatzformular für Bewerber/Bewerberinnen mit mittlerem Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ausfüllen und hochladen. Wenn Du als Realschüler die genannten Voraussetzungen erfüllst und das Auswahlverfahren bestehst, musst vor Beginn des Studiums allerdings noch eine Einstufungsprüfung an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung bestehen, in der es um Deine Studierfähigkeit geht.

Achtung: Der Bewerbungsbogen kann nicht gespeichert und später aufgerufen werden. Du musst ihn also in einem Zug vervollständigen!

Lies Dir deshalb am besten erst einmal aufmerksam durch, welche Angaben, Informationen und Unterlagen benötigt werden. Fülle den Bogen erst aus, wenn Du alles bereitliegen hast. Nach dem Abschicken der Bewerbung erhältst Du eine Bestätigung per E-Mail.

Tipp: Auf dem Bewerbungsbogen kannst Du entscheiden, ob Du Dich für Bremen, Bremerhaven oder für beide Städte bewerben möchtest. Wählst Du beide Städte, bezieht sich Deine Bewerbung auf alle Studienplätze, die für Deinen Einstellungstermin im Bundesland Bremen zur Verfügung stehen. Genauer gesagt musst Du wählen zwischen:

  • der Polizei Bremen
  • der Ortspolizeibehörde Bremerhaven
  • beiden Polizeibehörden und
  • der Wasserschutzpolizei / Dienstort Bremerhaven

Bewirbst Du Dich in beiden Städten, musst Du das Auswahlverfahren natürlich trotzdem nur einmal durchlaufen und das Ergebnis zählt für beide Behörden.

Einstellungstermine & Bewerbungsfristen der Polizei Bremen

Informiere Dich rechtzeitig auf der offiziellen Seite über die Bewerbungsfristen, damit Du sie nicht verpasst! Für die Einstellungstermine gelten in der Regel folgende Termine:

Dienstgrad Einstellungstermin Bewerbung
gehobener Dienst 1. Oktober

von Mitte/ Ende Juli bis 15. Dezember des Vorjahres

Das Auswahlverfahren

Die Einladung zur Teilnahme am Einstellungstest erhältst Du per E-Mail. Zeitlich findet dieser jährlich gegen Ende September oder Anfang Oktober statt – solange bis jeder Bewerber seinen Test hatte.

Die zwei aufeinanderfolgenden Prüfungstage an sich finden auf dem Gelände der Direktion Bereitschaftspolizei am Niedersachsendamm 78-80 in
28201 Bremen statt (keine Parkplätze auf dem Gelände vorhanden – Fußweg einplanen) und gliedern sich wie folgt:

  • Tag 1: schriftliche Prüfung und Sporttest
  • Tag 2: mündliche Prüfung und polizeiärztliche Untersuchung

Die Polizei Bremen hat leider keine Gästebetten auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei, die sie Bewerbern zur Verfügung stellen kann. Allerdings arbeitet sie eng mit dem Jugendherbergswerk zusammen. Informationen zu dieser Übernachtungsmöglichkeit findest Du in Deiner Einladung, selbstverständlich kannst Du Dich in diesem Fall auch an deinen Einstellungsberater wenden.

Bewerbungskosten (Bescheinigungen, An- und Rückfahrt, Übernachtung etc.) werden von der Polizei Bremen nicht erstattet.

Beschreibung der Testbestandteile

Schriftlicher Test

Zum Auswahlverfahren der Polizei Bremen gehört ein Rechtschreibtest
Zum Auswahlverfahren der Polizei Bremen gehört ein Rechtschreibtest

Vorab: Deine Tests finden auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei in Bremen statt.

Die schriftliche Prüfung ist ein wichtiger Bestandteil des Einstellungstests. Hierbei werden Aufgaben gestellt, um unter anderem Aussagen zu der Intelligenz und zu den Rechtschreibkenntnissen aller Bewerberinnen und Bewerber treffen zu können. Hier arbeitest Du auf verschiedenen Ebenen. Zuvor wirst Du allerdings von den Prüfern begrüßt und eingewiesen.

Rechtschreibtest

Deine Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse werden ermittelt. Dich erwarten Aufgaben, bei denen Du z. B. fehlende Satzzeichen setzen, die richtige Schreibweise von Wörtern auswählen, Sätze bilden, Lücken auffüllen oder Fehler korrigieren musst. In einem Erfahrungsbericht auf der Webseite der Polizei Bremerhaven ist von einem Lückendiktat mit schwierigen Wörtern zu lesen.

Intelligenzstrukturtest

Hier werden Dir Aufgaben aus neun verschiedenen Gruppen i. d. R. im Multiple-Choice Format gestellt. Insgesamt sind es neun Aufgabengruppen. Fertigkeiten wie

  • logisches, analytisches und visuelles Denken
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Bearbeitungsgeschwindigkeit und
  • Merkfähigkeit

werden überprüft.

Beispielsweise sollst Du Figuren zuordnen, Zahlenreihen fortsetzen, Schaubilder auswerten oder Schlussfolgerungen ziehen. In der Kategorie „Merkfähigkeit“ musst Du Dir gezeigte Inhalte einprägen und später aus dem Gedächtnis heraus wiedergeben und Fragen beantworten können.

Der Test wird direkt nach Beendigung ausgewertet. Man liest immer wieder davon, dass es nur ein Drittel durch diesen Test schafft. Hast Du diesen Part erfolgreich absolviert, geht es weiter zum Sporttest. Andernfalls ist das Auswahlverfahren an dieser Stelle für Dich beendet.

Körperlich fit? Der Sporttest

Fit werden für den Sporttest der Polizei Bremen
Fit werden für den Sporttest der Polizei Bremen

Der Sporttest der Polizei Bremen findet in der alten Uni-Halle (Sporthalle des TV Eiche Horn) in der Spittaler Straße/Grazer Straße in 28359 Bremen (Stadtteil Horn) statt. Das Ziel der Sportprüfung ist es, die körperliche Ausdauer und Belastungsfähigkeit aller Bewerberinnen und Bewerber zu testen. Die Tests sind in drei Bereiche unterteilt: Sprint, Kondition und Ausdauer. Du siehst also, dass es nicht schaden kann, sich mit Hinblick auf unterschiedliche Disziplinen vorzubereiten.

Um eine einheitliche Bewertung möglich zu machen, werden die erreichten Ergebnisse in eine Punkteskala von 0 bis 15 umgerechnet. Um positiv abzuschließen, müssen in allen Bereichen mindestens 5 Punkte erreicht werden. Punkte aus dem Ausdauer- und Konditionstest können kompensiert werden, wenn mindestens 2 Punkte erreicht wurden. Beim Sprinten ist keine Kompensation möglich. Sollten die Mindestanforderungen auch nach einer Wiederholung nicht erbracht worden sein, wird der gesamte Sporttest negativ bewertet. Doch keine Sorge: Vor allem auf den Sporttest kannst du dich in der Regel hervorragend vorbereiten. Joggen, ein paar Einheiten im Fitnessstudio und Koordinationsübungen einige Wochen vor Deinem Testtermin sind das beste Training für maximalen Erfolg.

Die Sportprüfung findet in der Sporthalle der Direktion Bereitschaftspolizei statt. Dabei werden drei verschiedene Bereiche abgeprüft, die wir Dir kurz vorstellen wollen:

Sprint (35 Meter)

Nach dem Startkommando musst Du eine Strecke von 35 m so schnell wie möglich zurücklegen. Nach dem Überqueren der Ziellinie wird die Zeit gestoppt. Auf Wunsch kannst Du diese Disziplin einmal wiederholen – die bessere Leistung wird gewertet.

Kondition

Dich erwartet ein Hindernisparcours mit zehn verschiedenen Stationen:

  1. Nach dem Startkommando geht es zu einem Sprungtisch (1,80 m), der mithilfe eines Kletterseils überwunden werden muss.
  2. Anschließend ist ein Klettergerüst zu überwinden.
  3. Beim Unterschwung am Stufenbarren greifst Du den vorderen oberen Holm und überwindest dann den unteren Holm, der berührt werden darf.
  4. Den Grätschsprung über einen Bock kennst Du sicher aus dem Sportunterricht in der Schule. Dabei hilft ein Sprungbrett.
  5. Beim Slalomlauf durch eine Stangenbahn musst Du einen Basketball beim Umrunden der Stangen permanent prellen.
  6. Danach erwartet Dich ein Sprung in die Höhe mit Berührung der unteren Kante eines Basketballkorbbretts. Bei Frauen beträgt die Höhe 2,5 m, bei Männern 2,7 m.
  7. Es folgt eine Rolle vorwärts auf einer Matte.
  8. Beim Durchkriechen von drei quer auf dem Boden stehenden Kastenrahmen kommt es auf Geschicklichkeit an.
  9. Der Hoch-Weitsprung über Hürden fordert Dir noch mal alles ab. Bei Frauen besteht er aus einer Hürde von 80 cm Höhe, bei Männern stehen zwei Hürden mit einer Höhe von 70 cm bzw. 80 cm hintereinander. Du darfst die Hürden nicht berühren und hast maximal drei Versuche.
  10. Beim Bankdrücken aus der Kniebeuge ist eine Turnbank etwa in Augenhöhe waagerecht in einer Sprosswand verankert. Sie muss von Frauen 6 mal, von Männern 10 mal nach oben gestemmt werden.

Ausdauer

Der Sporttest endet mit einem Ausdauerlauf. Du läufst 7:30 min ohne Unterbrechung. Gewertet wird, welche Distanz Du in dieser Zeit zurückgelegt hast.

Zur Wertung

Die erzielten Zeiten werden in Wertungspunkten einer 0 bis 15 Punkte-Skala umgerechnet. Jede 1/10 Sekunde schneller/langsamer (Sprint), je fünf Sekunden schneller/langsamer (Konditionstest) und jede Runde mehr/weniger (Ausdauertest) ergeben je einen Punkt mehr/weniger.

Alle drei Bereiche müssen mit mindestens fünf Punkten bestanden werden. Erreichst Du diese Mindestpunktzahl nicht, scheidest Du aus dem weiteren Prüfungsverfahren aus. Diese Werte musst Du für mindestens fünf Punkte schaffen:

Geschlecht Sprint Kondition Ausdauer
6,1 s 1:55 min 15 Runden (= 1.350 m)
5,6 s 1:35 min 18 Runden (= 1.620 m)

 

Tipp: Bei den Wertungspunkten des Konditions- und Ausdauertests können Deine Leistungen kompensiert werden. Du musst jeweils mindestens zwei Wertungspunkte erreichen. Der Durchschnitt der beiden Tests muss dann allerdings fünf Wertungspunkte betragen.

z. B. 8 Punkte (Kondition) + 2 Punkte (Ausdauer)  = 10 Punkte : 2 = 5 Punkte

Achtung: Im Sprinttest ist keine Kompensation möglich. Es müssen mindestens fünf Punkte erreicht werden.

Nähere Informationen zum Sporttest gibt es auf der Webseite der Polizei Bremen. Hast Du ihn bestanden, geht es am nächsten Tag mit dem Vorstellungsgespräch und der ärztlichen Untersuchung weiter.

Einstellungsgespräch

Einzelgespräch Auswahlverfahren Polizei Bremen
Das Bewerbungsgespräch ist Teil des Auswahlverfahrens bei der Polizei Bremen

Der zweite Tag beginnt mit dem Vorstellungsgespräch. Früher gehörte auch noch eine Gruppendiskussion mit zwei anderen Bewerbern zum Auswahlverfahren, aber das hat die Polizei Bremen abgeschafft. Nun gibt es nur noch ein teilstrukturiertes Einzelinterview. Es dient zur Abrundung des persönlichen Eindrucks, den jede Bewerberin und jeder Bewerber hinterlässt. Nachdem Du Dich vorgestellt und Fragen zu Deinem Lebenslauf beantwortet hast, arbeiten die Prüfer einen Fragenkatalog ab, der für jeden Bewerber gleich ist. Bewertet wird mit einer Punkteskala – das ermöglicht eine objektive Beurteilung.

Natürlich geht es aber auch um andere Dinge: Neben dem Erscheinungsbild und dem Auftreten werden auch die Belastbarkeit, Berufsmotivation, Selbstkontrolle, Selbstständigkeit und die soziale Kompetenz ermittelt. Teilweise werden Dir hier sehr konkrete Fragen gestellt, oftmals „darfst“ Du auch einfach nur von dir berichten. Auch hier hilft Dir das vorherige Üben. Stelle Dich vor den Spiegel und erkläre, weshalb Du gern als Polizist arbeiten möchtest, welche Kompetenten Du mitbringst und auf welche Herausforderungen Du Dich besonders freust. Genaugenommen handelt es sich hierbei um vergleichsweise einfache Fragen, die Dich jedoch, falls Du aufgeregt bist, ganz schön ins Schleudern bringen können. Bereite Dich also vor!

Unter anderem werden in den Gesprächen auch und scheinbar teilweise „ganz nebenbei“ außerdem folgende Kriterien bewertet:

  • kommunikative Kompetenz
  • Selbstbewusstsein
  • Einfühlungsvermögen
  • Teamfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • analytische Denken
  • Konfliktfähigkeit
  • Durchsetzungsvermögen

Beachte in jedem Falle, dass die meisten deiner Gesprächspartner psychologisch geschult sind und hier auch mit Hinblick auf deine Körpersprache wachsam sein werden.

Tipp:

Überzeuge die Prüfer und bleibe dabei authentisch und ehrlich! 🙂

Die polizeiärztliche Untersuchung

Polizeiärztliche Untersuchung Polizei Bremen

Wie in jedem anderen Bundesland gilt auch für Bremen, dass keine großen gesundheitlichen Einschränkungen zwischen Dir und Deinem Berufstraum liegen sollten. Du musst daher zum Zeitpunkt Deiner Bewerbung (und auch danach) nachweisen, so gesund zu sein, dass Du den Anforderungen aus den unterschiedlichsten Bereichen nachkommen kannst. Auch wenn mit Hinblick auf die verschiedenen Testbestandteile einige Variationen zwischen den Bundesländern bestehen, so sind die Kriterien für die polizeiärztliche Untersuchung in der Polizeidienstvorschrift PDV 300 zentral festgehalten.

In der zweistündigen polizeiärztlichen Untersuchung geht es unter anderem um:

  • Erhebung der Anamnese und Prüfung von auswärtigen Vorbefunden
  • körperliche Untersuchung
  • Urinprobe
  • Blutabnahme
  • Lungenfunktionsprüfung
  • Hörtest
  • Sehtest: Sehschärfe, Gesichtsfeld, Farbunterscheidungsvermögen, Lichtsinn (Dämmerungssehschärfe, Blendungsempfindlichkeit), Stereosehen
  • Belastungs-EKG
  • Gewicht (BMI zwischen 18 und 27,5)

Zudem darfst Du nicht auf die ständige Einnahme von Medikamenten angewiesen sein. Hattest Du vor kurzem eine Operation, bedenke bitte, dass es Fristen gibt. So ist nach einer Kreuzband- oder Laseraugen-OP eine Wartezeit von einem Jahr vorgesehen. Dein Einstellungsberater informiert Dich gerne näher.

Die polizeiärztliche Untersuchung ist ein wichtiger Bestandteil Deiner (möglichen) Einstellung. Daher findest Du alle Anforderungen nochmals zusammengefasst in den Infobroschüren der jeweiligen Landespolizeien. Nur wenn der Polizeiarzt keine Bedenken hat und Urin- bzw. Blutprobe einwandfrei sind, hast Du das Auswahlverfahren bestanden. An diesem Tag gilt es also, gesund und fit zu sein. Wenn Du Dich nicht wohl fühlst oder  krank bist, bitte lieber um einen Ersatztermin.

Und danach?

Anhand der erreichten Punkte wird eine Rangliste erstellt. Je nachdem wie viele Ausbildungsplätze dieses Jahr zu vergeben sind, werden diese nach Reihenfolge vergeben. Solltest Du keine Zusage erhalten, landest Du automatisch auf der Nachrückerliste. Die entsprechende Platzziffer wird Dir mitgeteilt. Im Falle des Rücktritts eines anderen Bewerbers rückt der/die jeweils Punktbeste nach. Landest Du also ganz knapp auf der Nachrückerliste landen, gibt es Hoffnung, dass Du doch noch eine Zusage bekommst. Die Möglichkeit des Nachrückens besteht i.d.R. bis Anfang Oktober. Reicht es dennoch nicht, kannst Du Dich für den nächsten Einstellungstermin noch mal bewerben. Du musst dann allerdings das gesamte Auswahlverfahren wiederholen, weil keine Prüfungsergebnisse übernommen werden können.

Studium

Dein Studium „Polizeivollzugsdienst“ an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen beginnt am 1. Oktober und dauert drei Jahre. Es handelt sich dabei um einen dualen Bachelorstudiengang zur Befähigung für die Laufbahngruppe 2, 1. Einstiegsamt, Fachrichtung Polizei. Er besteht aus fünf theoretischen und einem praktischen Semester, wobei in den ersten drei Semestern ein Praxistag pro Woche mit Trainings stattfindet. Ansonsten werden in diesem Zeitraum gesellschaftspolitische, verkehrswissenschaftliche, rechtliche, psychologische, organisatorische und taktische, kriminalistische und kriminologische Grundlagen der polizeilichen Arbeit vermittelt. Fremdsprachen, Sport, Selbstverteidigung und Schießen gehören ebenfalls zum Stundenplan. Das vierte Semester ist ein Praxissemester. Es findet im Einsatzdienst der Direktion Schutzpolizei der Polizei Bremen bzw. der Ortspolizeibehörde Bremerhaven statt. Anschließend folgt das Hauptstudium mit der abschließenden Bachelorarbeit, die Du verteidigen musst. Aber auch während des Studiums gilt es verschiedene Modulprüfungen zu bestehen, die jeweils nur einmal wiederholt werden können.

Während des Studiums kann Dir die Polizei Bremen leider keine Unterkunft zur Verfügung stellen – Du musst Dich also selbst darum kümmern. Glücklicherweise gibt es ein Grundeinkommen von ca. 1.100 Euro netto pro Monat – die sogenannten Anwärterbezüge, denn Du bist ja mit Beginn des Studiums im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Bei Verpflichtungen gegenüber anderen Personen (Ehepartner, Kinder) kommt übrigens ein Familienzuschlag hinzu. Zudem bist Du in der Freien Heilfürsorge des Landes Bremen versichert, die Deine Krankheitskosten übernimmt. Du zahlst also keine Versicherungsbeiträge an eine Krankenkasse und musst vor Studienbeginn nur eine kostenpflichtige Pflegeversicherung abschließen.

Hast Du das Studium erfolgreich abgeschlossen, wirst Du in einer Einsatzhundertschaft der Direktion Bereitschaftspolizei eingesetzt und nimmst an unterschiedlichsten Einsätzen teil. Wenn Du Dich für die Ortspolizeibehörde Bremerhaven beworben hattest, wirst Du direkt nach Bremerhaven versetzt. Danach wechselst Du meist für mehrere Jahre auf ein Polizeirevier im Stadtgebiet Bremen. Als Berufsanfänger/in (Polizeikommissar/-in) bekommst Du analog Besoldungsstufe A 9 Bremische Besoldungsordnung ca. 2.100 Euro netto (ledig, Steuerklasse 1) plus Zulagen. Das Arbeitszeitmodell der Einsatzhundertschaft bei der Polizei Bremen sieht wie folgt aus:

  • sechswöchig, planbar wiederkehrend, „24/7“ (24 Stunden an sieben Tagen der Woche)
  • 8-Std.-Dienste Mo.-Fr. (Früh, Spät, Nacht)
  • 12-Std.-Dienste Sa./So. (Tag/Nacht)
  • Sonderlage ggf. abweichend

Die Polizei Bremen ist sehr familienfreundlich. So gibt es eine Kindertagespflege für Kinder unter drei Jahren auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei und Kooperationen mit Kindertagesstätten, in denen Plätze für ältere Kinder reserviert sind. Zudem wurden Eltern-Kind-Büros eingerichtet, falls die Kinderbetreuung kurzfristig wegfällt. Während der Arbeitszeit kannst Du Sport treiben (natürlich begrenzt).

Weil die Mitarbeiter/innen Polizei Bremen regelmäßig evaluiert werden, besteht bei einer guten Beurteilung die Chance auf höherwertige Aufgaben und Q(ualifizierungs)-Lehrgänge, um anschließend in einer Führungsposition tätig zu sein. Du kannst aber auch als Hundeführer/in arbeiten, bei der Drogenfahnung oder im Einsatzzug, der bei Fußballspielen von Werder Bremen für Recht und Ordnung sorgt. Als Mitglied des Führungsstabs hingegen würdest Notrufe bearbeiten und die Einsätze der Streifenwagen koordinieren. Wie Du siehst bietet Dir die Polizei Bremen bzw. Bremerhaven vielfältige Möglichkeiten.

Polizei Einstellungstest online üben auf eignungsauswahlverfahren.de

Dies ist keine offizielle Seite der Polizei Bremen, daher sind alle Angaben ohne Gewähr. Die offizielle Seite der Polizei Bremen findest du hier.

 

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