Einstellungstest Polizei Niedersachsen

Du möchtest gerne zur Polizei Niedersachsen und hast vor, Dich zu bewerben bzw. es bereits getan?

Grundsätzlich erwarten Dich bei einem Polizei Auswahlverfahren folgende Testbereiche: ein schriftliches Testverfahren, ein Sporttest zur Feststellung Deiner körperlichen Leistungsfähigkeit, ein mündliches Testverfahren und eine ärztliche Untersuchung.

Je nach Bundesland variieren die Anforderungen jedoch stark. Deshalb wollen wir Dich hier nun über den Einstellungstest in Niedersachsen informieren, damit Du besser abschätzen kannst, was genau Dich erwartet! 🙂

Vorwort

Die Polizei Niedersachsen beschäftigt sich mit Kriminalitätsbekämpfung, der Verfolgung von Straftaten und der Einsatzbewältigung, beispielsweise bei Großeinsätzen (Demonstrationen, Fußballspiele etc.). Aber auch der Jugend- und Opferschutz sowie der Schutz privater Rechte gehören zu den Aufgaben eines Polizisten/einer Polizistin. Es handelt sich also um einen verantwortungsvollen und abwechslungsreichen Beruf, bei dem der Umgang mit Menschen eine wichtige Rolle spielt. Deswegen ist es wichtig, dass Du Dich in andere Menschen hineinversetzen kannst, teamfähig und körperlich belastbar bist. Du musst Sachverhalte schnell beurteilen können und konfliktfähig sein. Ob das der Fall ist, prüft die Polizei Niedersachsen mit einem Auswahlverfahren. Zuvor wird allerdings geprüft, ob Du die allgemeinen Voraussetzungen erfüllst. 2018 gab es mehr als 6.000 Bewerber für einen der 1.640 Studienplätze. Viele scheitern jedoch schon am Bewerbungsprozess.

Die Polizei Niedersachsen besteht aus sechs Polizeidirektionen (Braunschweig, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück), 33 Polizeiinspektionen und etwa 500 Polizeidienststellen. Zudem gibt es das Landeskriminalamt und die zentrale Polizeidirektion mit der Landesbereitschaftspolizei und einer Hubschrauberstaffel. In Braunschweig und Hannover befinden sich Reiter- und Diensthundführerstaffeln. Bei entsprechender Eignung und Fortbildung kannst Du Dich für eine Arbeit in solchen Spezialeinheiten qualifizieren.

Allgemeine Voraussetzungen

Checkliste Einstellungstest Polizei Niedersachsen

Bevor Du Dich bei der Polizei in Niedersachsen bewerben kannst, musst Du zunächst einige formale Kriterien erfüllen.

ACHTUNG: Die niedersächsische Polizei stellt  nur noch in den gehobenen Polizeivollzugsdienst ein, auch Laufbahngruppe 2, 1. Einstiegsamt genannt. Die Ausbildung beinhaltet ein dreijähriges Studium, was natürlich Auswirkungen auf die Eignungsvoraussetzungen zur Folge hat.

  • die deutsche Staatsbürgerschaft oder die eines EU-Landes oder eines Staates aus dem Europäischen Wirtschaftsraum
  • das Abitur, Fachholschulreife oder einen gleichwertigen Bildungsabschluss
  • in den Fächern Deutsch und Mathematik mindestens ausreichende Leistungen
  • mindestens sechs Jahre lang Englischunterricht (alternativ kannst Du ein Zertifikat Deiner Englischkenntnisse mit dem Level B 1 belegen – das entspricht dem Leistungsstand der Klasse 10, Sekundarstufe 1)
  • keine Vorstrafen
  • am Tag der Einstellung höchstens 31 Jahre alt
  • eine Mindestgröße von 163 cm als Bewerberin und 168 cm als Bewerber
  • Nachweis einer gültigen Fahrerlaubnis der Klasse B
  • mindestents Jugendschwimmabzeichen in Bronze
  • keine Tätowierungen, die sichtbar sind, wenn Du ein kurzärmeliges Hemd trägst, keine Tunnel oder Plugs und keine Piercings im sichtbaren Bereich

TIPP: In Einzelfällen sind Ausnahmen möglich!

  • Unter anderem  möchte die Polizei Niedersachsen das Potenzial von interkulturellem Wissen nutzen und nimmt gerne auch Bewerbungen von Bewerbern mit Migrationshintergrund entgegen.
  • Auch wenn Du kein Abitur hast, ist eine Ausbildung nicht ausgeschlossen. Realschüler/innen und Realschüler können sich für ein Praktikum bei der Polizei Niedersachsen und den Besuch einer Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung bewerben (Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Oldenburg, Lüneburg, Hann. Münden, Northeim, Stade oder Leer). Allerdings musst Du Deine mittlere Reife mit befriedigenden Leistungen (Note 3) in den Fächern Deutsch und Mathematik und einem Gesamtdurchschnitt von mindestens 3,3 oder besser absolviert haben. Eine weitere Voraussetzung ist, dass Dein Sozialverhalten die Wertstufe „entspricht den Erwartungen“ erreicht hat und Du den Eignungstest der Polizei Niedersachsen bestehst. Schaffst Du es beim Auswahlverfahren auf die vorderen Plätze, bekommst Du eine Zusage für das Praktikum. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Fachoberschule hast Du die Fachhochschulreife und kannst an der Polizeiakademie Niedersachsen studieren.

Frag also ruhig bei deinem Einstellungsberater nach, wenn Du nicht alle formalen Voraussetzungen erfüllst! 🙂

Wenn Du bereits den schulischen Teil der Fachhochschulreife absolviert und in den Fächern Deutsch und Mathematik mindestens ausreichende Leistungen hast, kannst Du durch ein einjähriges, gelenktes Praktikum die Fachhochschulreife erlangen – das erfolgreiche Bestehen des Auswahlverfahrens ist aber auch hier Voraussetzung. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung ist ein Studium unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls möglich, beispielsweise mit einer Meisterprüfung oder einem abgeschlossenen Bildungsgang zur staatlich geprüften Technikerin oder Betriebswirtin bzw. zum staatlich geprüften Techniker oder Betriebswirt, wenn Du mindestens befriedigende Leistungen im Prüfungszeugnis erreicht hast. Auch der Abschluss folgender mindestens dreijährigen Ausbildungen kann Dich für ein Studium bei der Polizei Niedersachsen befähigen, wenn Du diesen Beruf anschließend mindestens drei Jahre lang, als Stipendiatin oder Stipendiat des Aufstiegsstipendienprogramms des Bundes mindestens zwei Jahre lang, ausgeübt hast:

  • Erzieher/in
  • Haus- und Familienpfleger/in
  • hauswirtschaftliche Betriebsleiter/innen
  • Gestalter/in
  • Fachkauffrau/Fachkaufmann
  • Fachwirt/i
  • Wirtschaftsinformatiker/in
  • Handelsassistent/in
  • Heilerziehungspfleger/in
  • geprüfte/r Dorfhelfer/in

Die Bewerbung

Lebenslauf für Bewerbung Polizei Niedersachsen

Die Bewerbungsunterlagen für ein Studium bei der Polizei Niedersachsen sind sehr umfangreich. Es wird aber auf der Webseite eine Checkliste bereitgestellt, die Du abhaken und so kontrollieren kannst, ob Deine Unterlagen vollständig sind. Sie beinhalten:

  • den neunseitigen Bewerbungsbogen* mit Passfoto
  • den Behördenauswahlbogen* und Studienortwunschbogen*
  • eine Kopie Ihrer Geburtsurkunde bzw. Abstammungsurkunde
  • eine Kopie Deines Schulzeugnisses (Abitur bzw. mittlere Reife)
  • die Kopie Deines Führerscheins Klasse B
  • eine Kopie des Personalausweises bzw. eines Nachweises (Pass) über die Staatsbürgerschaft eines EU-Mitgliedstaates oder – falls Du nicht aus einem EU-Staat kommst – die Kopie Deiner Niederlassungserlaubnis
  • die Kopie Deines Deutschen Jugendschwimmabzeichens bzw. einen Nachweis über das Erfüllen der Bedingungen
  • einen Lebenslauf in DIN A4

Fall zutreffend benötigt die Polizei Niedersachsen von Dir ebenfalls:

  • die Einwilligungserklärung* und Ermächtigung mit Unterschrift(en) der Erziehungs- bzw. Unterschriftsberechtigten, falls Du minderjährig bist
  • die Kopie Deiner Heiratsurkunde
  • Kopien der Geburtsurkunden Deiner Kinder
  • eine Kopie Deines Gehilfen-/ Gesellen-/ Facharbeiterbriefs
  • eine Dienstzeitbescheinigung über die Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst
  • Detailfotos von Tätowierungen, die im sichtbaren Bereich liegen (bei Oberarmtattoos jeweils ein Foto mit und ohne kurzärmeligem Hemd oder T-Shirt)
  • bei aktiven Soldaten die Bescheinigung des Truppen-/ Kommandoarztes über Erkrankungen während der Zugehörigkeit zur Bundeswehr
  • Kopie des Deutsches Sportabzeichens in Silber oder des DJJV-Sportabzeichens des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes (jeweils nicht älter als sechs Monate) ‒ dadurch bekommst Du einendie  Bonuspunkt im Sporttest

In einem verschlossenen Umschlag mit der Aufschrift „Vertrauliche Arztsache“ sowie Deinem Namen, Vornamen und Geburtsdatum musst Du zudem folgende Dokumente einreichen:

  • eine Bescheinigung des Hausarztes* / der Hausärztin über Art und Dauer der in den letzten drei Jahren überstandenen Krankheiten
  • einen Augenärztlichen Befundbericht*, falls Du eine Brille oder eine andere Sehhilfe benutzt
  • den Allergiebogen*, falls Du Allergien hast
  • den Fragebogen zum Gesundheitszustand* (Selbstauskunft)

* Diese Dokumente stehen auf der Webseite der Polizei Niedersachsen zum Download bereit und müssen von Dir bzw. dem Arzt ausgefüllt werden.

Wenn von „Kopie“ die Rede ist, heißt das in diesem Fall: kein Original und keine beglaubigte Kopie, sondern einfach nur eine Fotokopie in A4.

Alle Unterlagen schickst Du an:

Polizeiakademie Niedersachsen
Dezernat 20 – Nachwuchsgewinnung –
Gimter Straße 10
34346 Hann. Münden

In Niedersachsen werden Anwärter “regionalisiert” für den Polizeivollzugsdienst eingestellt. Die Polizeiakademie, bei welcher Du Deine Bewerbung einreichst, fungiert als zentrale Stelle und ist für das Auswahlverfahren verantwortlich. Mehrfachbewerbungen für verschiedene Standorte sind nicht möglich. Absolvierst Du den Einstellungstest ohne Probleme und erhältst eine Zusage, wirst Du jedoch direkt für Deinen späteren Dienstort eingestellt. Deshalb musst Du Dich bereits bei der Bewerbung für eine Polizeidirektion (Region) entscheiden. Zur Auswahl stehen:

  • Braunschweig
  • Göttingen
  • Hannover
  • Lüneburg
  • Oldenburg
  • Osnabrück

Wenn Du deine Ausbildung abgeschlossen und den Einsatz bei der Bereitschaftspolizei gemeistert hast, wirst Du gleich in Deiner Wunschdirektion arbeiten. Überlege Dir also vorher gut, an welchem Ort Du als Polizist sein möchtest. Die vorherige Festlegung ist übrigens auch dann notwendig, wenn Du später im Landeskriminalamt, bei der Zentralen Polizeidirektion, der Polizeiakademie oder dem Ministerium für Inneres und Sport arbeiten möchtest. Dann kannst Du Dich nach Deiner Versetzung in den polizeilichen Einzeldienst auf entsprechende Stellenausschreibungen bewerben. Deine Wunschbehörde lernst Du schon von Anfang an kennen, da zwei Prüfungsbausteine des Einstellungstests dort stattfinden.

Studienorte sind Nienburg, Hann. Münden und Oldenburg – auch hier musst Du bei der Bewerbung eine Entscheidung fällen, die jedoch nur berücksichtigt werden kann, wenn die Kapazitäten ausreichen.

Einstellungstermine & Bewerbungsfristen der Polizei Niedersachsen

Bis wann Du Deine Bewerbung bei der Polizeiakademie eingereicht haben musst, erfährst Du auf der offiziellen Internetseite der niedersächsischen Polizei. Dort findest Du auch die Bewerbungsunterlagen als Download. Informiere Dich also  rechtzeitig über die Bewerbungsfristen, damit Du sie nicht verpasst!

Für die Einstellungstermine gelten in der Regel folgende Termine:

Dienstgrad Einstellungstermin
gehobener Dienst  1. April
1. Oktober

TIPP: Im Herbst werden mehr Anwärter eingestellt als im Frühjahr.Wenn Du Dich also ursprünglich für den Einstellungstermin im April beworben hast, aber nicht am Einstellungstest teilnehmen konntest, wird deine Bewerbung automatisch für den Einstellungstermin im Oktober berücksichtigt.

Umgekehrt funktioniert das allerdings aufgrund der geringeren Anzahl an Plätzen nicht!

Das Auswahlverfahren

Der Ablauf 

Nachdem Du Deine Unterlagen erfolgreich eingereicht hast, werden diese von der Polizei auf Vollständigkeit überprüft. Dieser Vorgang wird auch beamtenrechtliche Vorprüfung genannt und Du bekommst Bescheid, wie sie ausgegangen ist. Im nächsten Schritt folgt eine medizinische Vorprüfung, bei welcher sich der regionale medizinische Dienst in Göttingen Deine medizinischen Dokumente ansieht, die Du bei der Bewerbung eingereicht hast.

Die Bewertung richtet sich nach Deinem persönlichen, individuellen Gesundheitszustand. Es kann hier dazu kommen, dass Du aufgefordert wirst, noch weitere Unterlagen einzureichen. In diesem Fall solltest Du das möglichst zeitnah erledigen, da Deine Bewerbung erst dann weiterverarbeitet werden kann, wenn die geforderten Befunde vorliegen.

Bis zu 20 % der Bewerber/-innen werden übrigens bereits bei der Vorprüfung als polizeidienstuntauglich abgelehnt.

Wenn alles passt, folgt der eigentliche Einstellungstest. Dieser findet an mehreren Tagen statt. Die ersten zwei Termine liegen in der Regel ein paar Wochen auseinander.

Tag 1: computergestützter Test und Sportprüfung (in Hann. Münden)

Tag 2: Einzelinterview (in der von Dir gewählten Wunschdirektion)

Tag 3: polizeiärztliche Untersuchung (in der von Dir gewählten Wunschdirektion)

Beschreibung der Testbestandteile

Der Computertest für die Polizei Niedersachsen

Der computergestützte Test

Der PC-Test wird normalerweise nur von Juli bis Dezember durchgeführt. Plane diesen Zeitraum also schon bei deiner Bewerbung mit ein. Übernachtungsmöglichkeiten bietet die Polizeiakademie vor Ort an. Informiere Dich hierzu bei deinem Einstellungsberater. Auf Basis der Göttinger Personalauswahl (GöPA) werden Dir Aufgaben aus zwei Bereichen gestellt. Doch bevor es losgeht, gibt es eine Einweisung und Du bekommst einen Computer zugewiesen.

Logisches Denkvermögen und Merkfähigkeit

Kannst Du logisch Denken, Schlussfolgerungen ziehen und Problemlösungen entwickeln und Dir Fakten gut einprägen? Dann musst Du Dich bei Aufgaben wie u. a. Zahlenreihen fortsetzen, Matrizen, Kombinationen und Personenbeschreibungen (dabei wird Deine Gedächtnisleistung geprüft, denn Du musst Dir im Polizeialltag oft Details und Kleinigkeiten merken, weil sie wichtig sein könnten) beweisen. Beliebt ist die Postkorbübung. Stell Dir vor, nach einem Urlaub kommst Du wieder an Deinen Schreibtisch und in Deinem Postfach sind jede Menge E-Mails, die Du bearbeiten musst. Dabei handelt es sich um Mitteilungen, Aufgaben, Notizen und andere Dinge. Diese musst Du sichten, sortieren und nach Dringlichkeit und Wichtigkeit ordnen. Achte dabei auf Terminüberschneidungen und leite die notwendigen Maßnahmen ein (Termin bestätigen oder absagen, eine Information weiterleiten etc.).

Aber auch komplexe Schlussfolgerungen können ein Testbestandteil sein. Hier geht es auch darum, mögliche Konsequenzen von Entscheidungen vorher zu bedenken. Bestimmte Ereignisse aus dem Polizeialltag werden in einem Flussdiagramm dargestellt, das jedoch Lücken aufweist. Diese müssen von Dir gefüllt werden.

Kenntnisse der deutschen Sprache

In diesem Teil wird deine Sprachfähigkeit bzgl. der Grammatik, Sprachverständnis und Ausdrucksvermögen überprüft. Zum Beispiel musst Du aus einem Buchstabensalat Wörter bilden, Zusammenhänge von Wörtern und Wortbedeutungen erkennen, Lückentexte vervollständigen oder Fehler korrigieren. Oder Du bekommst einen Text, den Du Dir durchlesen musst. Das solltest Du aufmerksam und konzentriert tun, denn im Anschluss musst Du aus dem Gedächtnis die Geschichte in einem Bericht wiedergeben.

Insgesamt dauert die Prüfung viereinhalb Stunden – mit einer Pause zwischendurch. Dein Ergebnis wird Dir gleich im Anschluss bekannt gegeben.

TIPP: Auf den PC-Test kannst und solltest Du Dich gezielt vorbereiten. Es geht nicht darum Antworten auswendig zu lernen, sondern die Systematik hinter den verschiedenen Varianten der Aufgaben zu erkennen und anwenden zu können.

Auf unserer Seite findest Du viele Musteraufgaben und Tests zu allen Themenbereichen und auch die Polizei Niedersachsen stellt einen Übungstest bereit, damit Du eine bessere Vorstellung davon bekommst, was Dich erwartet. 🙂

Der Sporttest

Fit zu sein ist vorteilhaft für den Sporttest der Polizei Niedersachsen
Fit zu sein ist vorteilhaft für den Sporttest der Polizei Niedersachsen

Anders als in anderen Bundesländern wirst Du hier “nur” mit einer Disziplin konfrontiert, die zentrales Augenmerk auf deine Ausdauer legt. Du musst deine Kondition in einem 5.000 Meter-Lauf in der vorgegebenen Zeit beweisen. Der Sporttest findet dabei ganzjährig im Freien statt – also auch im Winter. Schaffst Du die vorgegebene Zeit nicht, ist das Auswahlverfahren an dieser Stelle für Dich beendet.

Geschlecht & Alter Zeitanforderung
♀ unter 18 Jahren max. 34 min
♀ über 18 Jahren max. 33 min
♂ unter 18 Jahren max. 29 min
♂ über 18 Jahren max. 28 min

TIPP: Chance auf Bonuspunkte!  Zusätzliche Pluspunkte kannst Du Dir sichern, wenn…

  • Du für den Lauf folgende Zeiten brauchst:
    • als minderjährige Bewerberin max. 27 min
    • als minderjähriger Bewerber max. 26 min
    • als volljährige Bewerberin max. 22 min
    • als volljähriger Bewerber max. 21 min
  • Du über das Deutsche Sportabzeichen in Silber oder das DJJV-Sportabzeichen des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes verfügst. Die Prüfung der Abzeichen darf dabei nicht länger als sechs Monate zurückliegen. Die Vorlage des Sportabzeichens muss jedoch bis zum Tage des schriftlichen Eignungstests erfolgen.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist der Sporttest der Polizei Niedersachsen sehr übersichtlich. Du solltest ihn allerdings nicht unterschätzen. Nicht umsonst empfiehlt die Behörde als Vorbereitung regelmäßig Ausdauersport zu betreiben. Du solltest damit spätestens sechs Wochen vor der Sportprüfung beginnen und an drei bis vier Tagen pro Woche trainieren. Steigere Dein Laufpensum von Woche zu Woche. Dann wirst Du schnell Fortschritte feststellen können. Baue nach einiger Zeit Intervalltrainings ein. Dabei läufst Du beispielsweise 400 m (eine Stadionrunde) in vollem Tempo und machst dann zwei Minuten Gehpause. Das wiederholst Du zunächst 4x, später auch öfter. Trainiere aber nicht nur maximal 5 km. Deine (langsamen) Läufe sollten irgendwann mindestens eine Stunde betragen (also 9 bis 10 km). Durch sogenannte Überdistanzen wirst Du auf kürzeren Strecken schneller. Das Ausdauertraining wird Dir allerdings nicht nur beim Sporttest helfen, sondern auch beim Belastungs-EKG. Dabei wird Deine Herzfrequenz gemessen, während Du auf dem Ergometer bestimmte Belastungen trittst. Der Puls darf dabei bestimmte Werte nicht überschreiten. Andernfalls wirst Du vom Polizeiarzt als dienstuntauglich eingestuft.

Mit Ausdauersport trainerst Du Dein Herz und im Laufe der Zeit sinkt Dein Puls bei gleicher Belastung. Weil Du beim Auswahlverfahren der Polizei Niedersachsen und sicherlich auch bei der polizeiärztlichen Untersuchung sehr aufgeregt sein wirst, schlägt Dein Herz ohnehin schon schneller. Wenn Du dann auch noch untrainiert bist, ist der Grenzwert schnell erreicht. Nutze also die Zeit zwischen Bewerbung und Sporttest, um Dich vorzubereiten. Du hast einige Wochen Zeit dafür. Das Training wird definitiv nicht umsonst sein, denn auch im Studium und später im Polizeiberuf ist Fitness unerlässlich und wird ständig überprüft.

Die mündliche Prüfung

Der mündliche Teil testet Deine Persönlichkeit
Der mündliche Teil testet Deine Persönlichkeit

Wenn Du den PC- und Sporttest erfolgreich hinter Dich gebracht hast, wirst Du wenige Wochen später zum Gespräch eingeladen. Dieses findet nicht mehr in der Polizeidirektion statt, sondern in der von Dir bei der Bewerbung angegebenen Wunschbehörde.

Das Auswahlgespräch wird in Form eines strukturierten Interviews durchgeführt, d. h. dass das Gespräch mehrere Abschnitte umfasst und strukturiert anhand eines Fragenkatalogs abläuft. Diese Fragen werden allen Bewerbern in exakt der gleichen Form gestellt und helfen dem Prüfer mit einer Skala, deine Antworten einzuordnen und zu bewerten. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das Interview objektiv und für alle Bewerber fair und gleich durchgeführt wird.

Das Gespräch beginnt damit, dass Du Dich in einer kurzen Selbstpräsentation vorstellst. Im Anschluss wird Dir die Prüfungskommission ein paar Fragen zu deinem Lebenslauf und deiner Motivation, Polizist/in zu werden, stellen.

Es folgen sog. biographische Fragen, die sich auf Erlebnisse und Erfahrungen aus deinem Leben beziehen, z. B.:

  • „Welche Erfahrungen haben Sie mit Arbeit in Gruppenkonstellationen gemacht? Nennen Sie bitte ein Beispiel.“
  • „Wie gehen Sie vor, um unterschiedliche Meinungen zusammenzubringen oder andere auftretende Probleme zu lösen?“

Wichtig ist dabei vor allem, dsas Du ein konkretes Beispiel nennst, das Du wirklich erlebt hast. Beschreibe genau, wie Du Dich damals verhalten hast. Die Polizei möchte so herausfinden, wie Dein persönlich typisches Verhalten in bestimmten Situationen mit oder auch ohne andere Menschen ist. Am einfachsten und authentischsten ist es, wenn Du ein Beispiel aus deinem Leben nimmst, das Dir spontan auf die Frage einfällt. 😉

Zuletzt folgen situative Fragen. Bei diesen Fragen sollst Du Dich in bestimmte Situationen des Polizeialltags versetzen und schildern, wie Du mit dieser Situation umgehen und Dich verhalten würdest. Beschreibe auch hier möglichst genau deine Schritte.

Insgesamt dauert das Auswahlgespräch zwischen 45 und 60 Minuten und soll unter anderem folgende Fähigkeiten testen:

  • Kontaktverhalten
  • Berufsmotivation
  • Sozialverhalten
  • emotionale Stabilität
  • Eigeninitiative

Das Interview mag Dir hart vorkommen, aber die Poliezi Niedersachsen ist nun mal auf der Suche nach den besten Bewerbern.

Polizeiärztliche Auswahluntersuchung

Polizeiärztliche Untersuchung Polizei Niedersachsen

Wenn Du die bisherigen Tests erfolgreich hinter Dich gebracht hast und Deine Leistungen in der Rangliste die Einstellung als wahrscheinlich einstuft, wirst Du zum letzten Element des Auswahlverfahrens eingeladen – der polizeiärztlichen Untersuchung. Sie findet ebenfalls in der von Dir gewählten Wunschdirektion statt. Du solltest nüchtern zum Termin erscheinen und genug Wasser getrunken haben. Bring Dir auch Frühstück mit, denn der Test dauert insgesamt etwa fünf Stunden.

Es werden u.a. folgende Teiluntersuchungen durchgeführt:

  • Ruhe- und Belastungs-EKG
  • Blutprobe
  • Drogentest
  • Größe & Gewicht
  • Zahnstatus
  • Lungenfunktionstest
  • Sehtest
  • Hörtest
  • Begutachtung der Wirbelsäule und der Gelenke

Außerdem sollte dein Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18 und 27,5 liegen. Andernfalls bist Du polizeidienstuntauglich.

Folgende Erkrankungen können zum Beispiel zu einer  Polizeidienstuntauglichkeit führen:

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Asthma bronchiale/chronische Lungenerkrankungen
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Bandscheibenvorfall
  • schlecht verheilte Frakturen (Knochenbrüche) mit Funktionseinschränkungen
  • Bewegungseinschränkungen an großen Gelenken/Arthrose
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Gerinnungsstörungen
  • Bluterkrankungen
  • Schwerhörigkeit
  • Farbenblindheit
  • Nachtblindheit

Und danach?

Sofern Du keine Direktzusage erhalten hast, wirst Du in die für die Wunschbehörde gültige Rangliste eingeordnet. Diese wird basierend auf den Ergebnissen im Auswahlverfahren und ggf. weiterer persönlicher Eignungskriterien (z. B.  das Beherrschen mehrerer Fremdsprachen in Wort und Schrift, abgeschlossenes Studium etc.) gebildet. Ob Deine auf der Rangliste erreichte Position eine Einstellung ermöglicht, ist abhängig von der jeweiligen Größe des Kontingents der durch Dich gewählten Wunschbehörde.

Studium

Dein Ranglistenplatz war gut genug für eine Einstellungszusage – herzlichen Glückwunsch. Dann beginnt Dein Vollzeitstudium am 1. Oktober an dem von Dir gewählten Studienort (Nienburg, Hann. Gmünden oder Oldenburg). Es dauert drei Jahre. In den ersten beiden Semestern werden Basiskompetenzen für Studium und Beruf vermittelt, Grundlagen der Kriminalitätskontrolle, rechtliche Grundlagen der Polizeiarbeit, Grundlagen für den polizeilichen Einsatz, polizeiliche Standardlagen. Das Training Deiner körperlichen Fitness inklusive Schwimmen und Rettungsschwimmen steht ebenfalls auf dem Stundenplan.

Im zweiten Studienjahr wird die Theorie auch mal in der Praxis angewendet. Es geht um Stress- und Konfliktbewältigung, Betäubungsmittelkriminalität, Waffen- und Sprengstoffrecht, Verkehrsunfälle, häusliche Gewalt und andere Dinge aus dem Polizeialltag. Das dritte Jahr ist das Ergänzungs-, Vertiefungs- und Schwerpunktstudium. Hier geht es auch um internationale Polizeiarbeit. Am Ende musst Du eine Bachelorarbeit schreiben und die mündliche Abschlussprüfung bestehen. Hast Du das getan, bist Du Polizeikommissar/in und beginnst Deinen Dienst am von Dir bei der Bewerbung angegebenen Standort der Polizei Niedersachsen.

Die Polizei Niedersachsen zahlt Dir vom ersten Tag an ein Gehalt, die sogenannten Anwärterbezüge. Für ledige Student/innen sind das rund 1.100 Euro netto. Ab dem zweiten Jahr wird eine Polizeizulage gezahlt, wodurch sich die Bezüge erhöhen. In Deinem vierten Dienstjahr als Polizeikommissar/in ist ein Gehalt von 2.200 Euro (ledig) realistisch.

Übrigens ermöglicht die Polizei jedes Jahr bis zu zehn Spitzensportler/innen durch eine Verlängerung des Studums von drei auf fünf Jahre eine parallele Ausübung des Sports. Das Studium findet in Nienburg statt. Bewerber müssen die allgemeinen Voraussetzungen erfüllen, das Auswahlverfahren inklusive polizeiärztlicher Untersuchung bestehen und darüber hinaus dem Olympiakader, Perspektivkader, Nachwuchskader 1 oder Nachwuchskader 2 zugehörig sein. Zudem musst der Olympiastützpunkt Niedersachsen die Förderungswürdigkeit empfehlen.

Polizei Einstellungstest online üben auf eignungsauswahlverfahren.de

Dies ist keine offizielle Seite der niedersächsischen Polizei, daher sind alle Angaben ohne Gewähr. Die offizielle Seite der niedersächsischen Polizei findest du hier.

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