Das Diktat im Einstellungstest

Um sich erfolgreich bei der Polizei zu bewerben, reicht es häufig nicht aus, einfach nur sportlich zu seinen. Auch wenn der Sporttest in vielen Bundesländern ein großer Bestandteil im Auswahlverfahren ist, sollte man auch auf die anderen Aufgabenbereiche achten. Besonders das Diktat im Einstellungstest beziehungsweise der Deutschtest erweist sich nicht selten als große Hürde für die Bewerber. Da man bei vielen Auswahlverfahren tatsächlich alle Bereiche bestehen muss, um für die Ausbildung zugelassen zu werden, ist es sinnvoll, sich im Vorfeld enstprechend vorzubereiten

Der Deutschtest bei der Polizei

Wer später bei der Polizei arbeiten möchte, wird oft auch mit Büroarbeit konfrontiert werden. Von Augenzeugenberichten bis hin zu Protokollen müssen viele Texte geschrieben werden. Öffentlicher Dienst ist ja durchaus auch für seinen Papierkram bekannt. Aus diesem Grund verlangt die Polizei von ihren Bewerbern, dass sie über gute Kenntnisse in der deutschen Rechtschreibung verfügen. Dabei spielt es oft auch keine Rolle, ob man sich für den mittleren Dienst oder den gehobenen Dienst bewirbt. Das Diktat oder ein Deutschtest gehört in irgendeiner Fassung praktisch immer zum Auswahlverfahren.

Unterschiedliche Versionen

Das Diktat ist ein wichtiger Bestandteil des Eignungstests

Wie genau die Rechtschreibkenntnisse der Bewerber überprüft werden, hängt von der jeweiligen Polizei ab. Zum einen gibt es häufig einen Deutschtest, bei dem einfach Fragen zu Rechtschreibthemen gestellt werden und man aus unterschiedlichen Antworten auswählen kann. Darüber hinaus kommt gern eine von drei Diktatversionen zum Einsatz.

Vergleichsweise klassisch ist das Volldiktat. Die Aufgabe ist praktisch wie in der Schule aufgebaut. Es wird ein Text vorgelesen und die Bewerber müssen ihn vollständig mitschreiben. Die Texte sind nicht außergewöhnlich lang und können zum Beispiel300 Wörter umfassen. Der Prüfer liest sie mehrfach vor, sodass man sich keine Sorgen machen muss, einen Teil zu verpassen. Wie viele Fehler man machen darf, hängt davon ab, in welchem Bundesland man das Diktat absolviert. Man muss allerdings nicht fehlerfrei bleiben. Oft reicht zum Beispiel das Äquivalent zu einer 3 oder 4 in der Schule zum Bestehen. Allerdings kann es sein, dass ein mittlerer Dienst etwas geringere Anforderungen als der höhere Dienst hat.

Eine Alternative ist das Lückendiktat. In diesem Fall erhält man einen Text mit Lücken, sodass man nicht den gesamten Inhalt mitschreiben muss. Es gilt stattdessen, nur die jeweiligen Lücken auszufüllen. Der Lückentext wird dabei wie bei einem Volldiktat vollständig vorgelesen. Allerdings kann man sich auf die fehlenden Wörter beziehungsweise Stellen konzentrieren.

Die dritte Version ist ein Fehlertext. Im Gegensatz zu einem Volldiktat und einem Lückentext muss man hier überhaupt nicht mitschreiben. Stattdessen wird einem ein kompletter Text gegeben, den man nun auf Rechtschreibung überprüfen muss. Bei den Fehlern kann es sich sowohl um Rechtschreibfehler als auch um Fehler in der Zeichensetzung handeln. Oft wird im Vorfeld angegeben, wie viele Fehler zu finden sind.

Unterscheidung je nach Bundesland

Aufgrund der Tatsache, dass die Polizei in Deutschland Ländersache ist, unterscheiden sich häufig die Aufgaben in den Auswahlverfahren. Dies zeigt sich auch beim Deutschtest, der je nach Bundesland etwas anders aufgebaut ist.

Bremen

In Bremen setzt sich der theoretische Teil des Auswahlverfahrens aus einem Intelligenztest und einem Rechtschreibtest zusammen. Die Rechtschreibung der Bewerber wird dabei mit einem Lückentext überprüft.

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg kommt ebenfalls ein Lückendiktat zum Einsatz. Dieses dauert rund 30 Minuten. Die Bewerber erhalten einen Lückentext, der ihnen im Anschluss vollständig vorgelesen wird. Anhand des Vorgelesenen müssen sie nun die fehlenden Wörter in der richtigen Schreibweise ergänzen. In der Regel handelt es sich um rund 60 Lücken.

Berlin

In Berlin setzt sich der Deutschtest aus mehreren Bestandteilen zusammen. Die Bewerber müssen sowohl Fragen beantworten, als auch ein Lückendiktat lösen.

Bayern

Bei der bayrischen Polizei dauert der Sprachtest rund 90 Minuten. Die Fähigkeiten der Bewerber werden mit unterschiedlichen Aufgaben überprüft. Es gibt Multiple-Choice-Aufgaben und ein Lückendiktat. Zudem müssen Freitextfelder mit den richtigen Wörtern ausgefüllt werden.

Brandenburg

In Brandenburg kommt ein klassisches Diktat im Auswahlverfahren zum Einsatz. Der Prüfer liest einen Text von rund 300 Wörtern vor, den es möglichst fehlerfrei aufzuschreiben gilt. Der Inhalt kann dabei mit polizeilichen Sachverhalten in Verbindung stehen.

Hamburg

Bei der Polizei in Hamburg gehört der Rechtschreibtest zu den Aufgaben des ersten Prüfungstags. Als Aufgabe gilt es auch in Hamburg, ein Lückendiktat zu lösen.

Hessen

In Hessen findet am ersten Tag des Auswahlverfahrens ein psychologisches Testverfahren statt. Zu diesem gehört auch die Überprüfung der Rechtschreibung. Auch in Hessen wird ein Lückentext als Aufgabe gestellt, bei dem es fehlende Wörtereinzufügen gilt.

Mecklenburg-Vorpommern

Bei der mecklenburgischen Polizei müssen die Bewerber ein Diktat schreiben, um ihre Rechtschreibkenntnisse unter Beweis zu stellen. Der Text umfasst eine Länge von rund 250 Wörter, als Dauer sind circa 45 Minuten vorgesehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Polizeistellen beantwortet man in Mecklenburg-Vorpommern im Vorfeld auch die Frage, wie viele Fehlererlaubt sind. Wer bestehen möchte, darf auf 250 Wörter nicht mehr als 10,5 Fehler machen. Dies wäre in der Schule eine Note 4.

Niedersachsen

In Niedersachsen werden die Rechtschreibfähigkeiten der Bewerber im Zuge eines Computertests überprüft. Die Aufgaben befinden sich in einem Komplex mit Zahlenreihen, Gedächtnisübungen und Postkorbübungen.

Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen spielt das Thema Rechtschreibung beim Einstellungstest ebenfalls eine große Rolle. Im Computertest müssen die Bewerber mehrere Aufgaben bestehen, zu denen zum Beispiel das Bestimmen der richtigen Schreibweise von Wörtern oder das Finden von Kommafehlern gehört.

Rheinland-Pfalz

Die Polizei in Rheinland-Pfalz setzt auf ein klassisches Diktat als Rechtschreibtest. Die Wortzahl bewegt sich typischerweise im Bereich von 150 bis 250 Wörtern. Als Schwierigkeitsgrad wird die 10. Klasse angesetzt, was auch im Hinblick auf die Fehler gilt, die man machen darf.

Saarland

Im Saarland müssen die Bewerber im Auswahlverfahren einen schriftlichen Test absolvieren. Dieser fokussiert sich neben der Allgemeinbildung auch auf Rechtschreibung und Grammatik. Wie genau die Aufgaben aufgebaut sind, enthüllt die saarländische Polizei allerdings nicht.

Sachsen

Die Polizei in Sachsen setzte lange Zeit einen Lückentext im Auswahlverfahren ein. Seit 2015 hat sich dies jedoch geändert. Mittlerweile kommt ein herkömmliches Diktat zum Einsatz. Den Bewerbern wird über Kopfhörer ein Text diktiert, den es fehlerfrei aufzuschreiben gilt. Die Bearbeitungszeit beträgt 15 bis 20 Minuten.

Sachsen-Anhalt

Öffentlicher Dienst in Sachsen-Anhalt wird nicht in Mittlerer Dienst und Gehobener Dienst aufgeteilt, sondern stattdessen als Laufbahngruppe 1 und 2 bezeichnet. Auch wenn sich die Auswahlverfahren für die Laufbahngruppen leicht unterscheiden, sind die Aufgaben im Bereich der Rechtschreibüberprüfung identisch. Es muss jeweils ein Lückendiktat geschrieben werden.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein kommt im Auswahlverfahren ein normales Diktat zum Einsatz. Dieses umfasst 250 Wörter, wobei die Bewerber maximal zehn Fehler machen dürfen. Als Vorbereitung auf die Aufgabe bietet die Polizei Schleswig-Holstein auf ihrer Webseite ein Übungsdiktat an. So kann man schon einmal online üben.

Thüringen

In Thüringen findet im Laufe des Auswahlverfahrens kein theoretischer Test statt. Aus diesem Grund gibt es auch kein Diktat oder eine andere Form des Rechtschreibtests.

Bundespolizei

Öffentlicher Dienst bei der Bundespolizei gliedert sich, wie bei vielen Dienststellen der Bundesländer auch, in mittlerer Dienstund gehobener Dienst. Im Auswahlverfahren müssen die Bewerber für den mittleren Dienst im theoretischen Teil ein Diktat schreiben. Im gehobenen Dienst der Bundespolizei wird dagegen ein Aufsatz von den Teilnehmern am Auswahlverfahren verlangt. Hier gilt es, einen Bericht zu schreiben, bei dem neben dem Inhalt auch die richtige Rechtschreibung von großer Bedeutung ist.

Online üben und vorbereiten

Während viele Bewerber sich im Vorfeld des Auswahlverfahrens vor allem auf den sportlichen Teil vorbereiten, wird häufig das Diktat zum Stolperstein. Aus diesem Grund sollte man sich vor dem Test noch einmal ganz genau mit den Regeln der Rechtschreibung auseinandersetzen. Darüber hinaus kann auch das eine oder andere Übungsdiktat nicht schaden. Mittlerweile kann man gerade die Rechtschreibung ganz bequem online üben. Im Netz findet sich ein Übungsdiktat immer schnell. Im Rahmen unseres Programms gibt es auch mehrere Übungsdiktate, die dir dabei helfen für das echte Diktat top vorbereitet zu sein. Zudem ist häufiges und umfangreiches Lesen ebenfalls immer sehr nützlich. Gerade Zeitungsartikel helfen nicht nur bei der Rechtschreibung, sondern sind auch eine gute Vorbereitung auf mögliche Fragen zur Allgemeinbildung.