Das Diktat im Einstellungstest

Um sich erfolgreich bei der Polizei zu bewerben und der Polizeiakadamie beizutreten, reicht es häufig nicht aus, einfach nur sportlich zu sein. Auch wenn der Sporttest in vielen Bundesländern ein großer Bestandteil im Auswahlverfahren ist, sollte man auch auf die anderen Aufgabenbereiche achten. Besonders das Diktat im Einstellungstest beziehungsweise der Deutschtest erweist sich nicht selten als große Hürde für die Bewerber. Da man bei vielen Auswahlverfahren tatsächlich alle Bereiche bestehen muss, um für die Ausbildung zugelassen zu werden, ist es sinnvoll, sich im Vorfeld entsprechend vorzubereiten.

Der Deutschtest bei der Polizei

Deutschtest und Diktat bei der PolizeiWer später im Polizeivollzugsdienst arbeiten möchte, wird oft auch mit Büroarbeit konfrontiert werden. Von Augenzeugenberichten bis hin zu Protokollen müssen viele Texte geschrieben werden. Öffentlicher Dienst ist ja durchaus auch für seinen Papierkram bekannt. Aus diesem Grund verlangt die Polizei von ihren Bewerbern, dass sie über gute Kenntnisse in der deutschen Rechtschreibung verfügen. Dabei spielt es oft auch keine Rolle, ob man sich für den mittleren Dienst oder den gehobenen Dienst bewirbt. Das Diktat oder ein Deutschtest gehört in irgendeiner Fassung praktisch immer zum Auswahlverfahren, auch ein Einzelinterview steht hier meistens an. Generell ist es vorteilhaft, wenn sich die Bewerber im Vorfeld mit verschiedenen Deutschthemen auseinander gesetzt haben. Hierzu zählen zum Beispiel Kommasetzung, deutsche Rechtschreibung oder auch Diktate. Dabei ist es auch ratsam, sich schwierige Wörter anzusehen. Es kann durchaus auch vorkommen, dass gängige Deutsche Sprichwörter abgefragt werden.

Unterschiedliche Varianten

Das Diktat ist ein wichtiger Bestandteil des Eignungstests

Wie genau die Rechtschreibkenntnisse der Bewerber überprüft werden, hängt von der jeweiligen Polizei ab. Zum einen gibt es häufig einen Deutschtest, bei dem einfach Fragen zu Rechtschreibthemen gestellt werden und man aus unterschiedlichen Antworten auswählen kann. Darüber hinaus kommt gern eine von drei Diktatversionen zum Einsatz.

  • das Volldiktat
  • das Lückendiktat
  • der Fehlertext

Im Folgenden stellen wir euch die drei Varianten etwas genauer vor!

Das Diktat als Volltext-Diktat

Vergleichsweise klassisch ist das Volldiktat. Die Aufgabe ist praktisch wie in der Schule aufgebaut. Es wird ein Text vorgelesen und die Bewerber müssen ihn vollständig mitschreiben. Ein gesamter Text ist nicht außergewöhnlich lang und kann zum Beispiel 300 Wörter umfassen. Der Prüfer liest sie mehrfach vor, sodass man sich keine Sorgen machen muss, einen Teil zu verpassen. Außerdem bekommt man den Text dann Satz für Satz vorgelesen. Wie viele Fehler man machen darf, hängt davon ab, in welchem Bundesland man das Diktat absolviert. Man muss allerdings nicht fehlerfrei bleiben. Oft reicht zum Beispiel das Äquivalent zu einer 3 oder 4 in der Schule zum Bestehen. Allerdings kann es sein, dass ein mittlerer Dienst etwas geringere Anforderungen als der höhere Dienst hat.

Das Lückendiktat / Lückentext im Polizei Einstellungstest

Eine Alternative ist das Lückendiktat. In diesem Fall erhält man einen Text mit Lücken, sodass man nicht den gesamten Inhalt mitschreiben muss. Es gilt stattdessen, nur die jeweiligen Lücken auszufüllen. Der Text wird den Bewerbern entweder auf einem Bildschirm oder auf einem Blatt Papier dargeboten. Der Lückentext wird dabei wie bei einem Volldiktat vollständig vorgelesen – das Vorlesen kann über einen Lautsprecher, über Kopfhörer ausgegeben oder durch einen Testleiter vorgelesen werden. Allerdings kann man sich auf die fehlenden Wörter beziehungsweise Stellen konzentrieren.

Der Fehlertext

Die dritte Version ist ein Fehlertext. Im Gegensatz zu einem Volldiktat und einem Lückentext muss man hier überhaupt nicht mitschreiben. Stattdessen wird einem ein kompletter Text gegeben, den man nun auf Rechtschreibung überprüfen muss. Bei den Fehlern kann es sich sowohl um Rechtschreibfehler als auch um Fehler in der Zeichensetzung handeln. Oft wird im Vorfeld angegeben, wie viele Fehler zu finden sind.

Unterscheidung je nach Bundesland

Aufgrund der Tatsache, dass die Polizei in Deutschland Ländersache ist, unterscheiden sich häufig die Aufgaben in den Auswahlverfahren. Dies zeigt sich auch beim Deutschtest, der je nach Bundesland bei der jeweiligen Landespolizei etwas anders aufgebaut ist.

 Bremen

In Bremen setzt sich der theoretische Teil des Auswahlverfahrens aus einem Intelligenztest und einem Rechtschreibtest zusammen. Die Rechtschreibung der Bewerber wird dabei mit einem Lückentext überprüft.

 Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg kommt ebenfalls ein Lückendiktat zum Einsatz. Dieses dauert rund 30 Minuten. Die Bewerber erhalten einen Lückentext, der ihnen im Anschluss vollständig vorgelesen wird. Anhand des Vorgelesenen müssen sie nun die fehlenden Wörter in der richtigen Schreibweise ergänzen. In der Regel handelt es sich um rund 60 Lücken.

 Berlin

In Berlin setzt sich der Deutschtest aus mehreren Bestandteilen zusammen. Die Bewerber müssen sowohl Fragen beantworten, als auch ein Lückendiktat lösen.

 Bayern

Bei der bayrischen Polizei dauert der Sprachtest rund 90 Minuten. Die Fähigkeiten der Bewerber werden mit unterschiedlichen Aufgaben überprüft. Es gibt Multiple-Choice-Aufgaben und ein Lückendiktat. Zudem müssen Freitextfelder mit den richtigen Wörtern ausgefüllt werden.

 Brandenburg

In Brandenburg kommt ein klassisches Diktat im Auswahlverfahren zum Einsatz. Der Prüfer liest einen Text von rund 300 Wörtern vor, den es möglichst fehlerfrei aufzuschreiben gilt. Der Inhalt kann dabei mit polizeilichen Sachverhalten in Verbindung stehen. Ein Teilnehmer unserer Facebook Community schreibt:

In Brandenburg waren es ca 300 Wörter und 13 Fehler. Und es wurde gefühlt 30x vorgelesen… also wirklich einfach.

Verlassen sollte man sich darauf aber nicht. Beim mittleren Dienst sind in der Regel mehr Fehler erlaubt, aber nach wie vor ist es so, dass die meisten Bewerber beim Diktat durchfallen – egal in welchem Bundesland und egal für welche Laufbahn.

 Hamburg

Bei der Polizei in Hamburg gehört der Rechtschreibtest zu den Aufgaben des ersten Prüfungstags. Als Aufgabe gilt es auch in Hamburg, ein Lückendiktat zu lösen. Worauf es da genau ankommt, erfährst du in diesem Erfahrungsbericht!

 Hessen

In Hessen findet am ersten Tag des Auswahlverfahrens ein psychologisches Testverfahren statt. Zu diesem gehört auch die Überprüfung der Rechtschreibung. Auch in Hessen wird ein Lückentext als Aufgabe gestellt, bei dem es fehlende Wörtereinzufügen gilt.

 Mecklenburg-Vorpommern

Bei der mecklenburgischen Polizei müssen die Bewerber ein Diktat schreiben, um ihre Rechtschreibkenntnisse unter Beweis zu stellen. Der Text umfasst eine Länge von rund 250 Wörter, als Dauer sind circa 45 Minuten vorgesehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Polizeistellen beantwortet man in Mecklenburg-Vorpommern im Vorfeld auch die Frage, wie viele Fehlererlaubt sind. Wer bestehen möchte, darf auf 250 Wörter nicht mehr als 10,5 Fehler machen. Dies wäre in der Schule eine Note 4.

 Niedersachsen

In Niedersachsen werden die Rechtschreibfähigkeiten der Bewerber im Zuge eines Computertests überprüft. Die Aufgaben befinden sich in einem Komplex mit Zahlenreihen, Gedächtnisübungen und Postkorbübungen.

 Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen spielt das Thema Rechtschreibung beim Einstellungstest ebenfalls eine große Rolle. Im Computertest müssen die Bewerber mehrere Aufgaben bestehen, zu denen zum Beispiel das Bestimmen der richtigen Schreibweise von Wörtern oder das Finden von Kommafehlern gehört.

 Rheinland-Pfalz

Die Polizei in Rheinland-Pfalz setzt auf ein klassisches Diktat als Rechtschreibtest. Die Wortzahl bewegt sich typischerweise im Bereich von 150 bis 250 Wörtern. Als Schwierigkeitsgrad wird die 10. Klasse angesetzt, was auch im Hinblick auf die Fehler gilt, die man machen darf. Allerdings liest man in unserer Facebook Community auch immer mal, dass ein Lückentext drankommt. Du solltest dich also auf beides vorbereiten.

 Saarland

Im Saarland müssen die Bewerber im Auswahlverfahren einen schriftlichen Test absolvieren. Dieser fokussiert sich neben der Allgemeinbildung auch auf Rechtschreibung und Grammatik. Wie genau die Aufgaben aufgebaut sind, enthüllt die saarländische Polizei allerdings nicht.

 Sachsen

Die Polizei in Sachsen setzte lange Zeit einen Lückentext im Auswahlverfahren ein. Seit 2015 hat sich dies jedoch geändert. Mittlerweile kommt ein herkömmliches Diktat zum Einsatz. Den Bewerbern wird über Kopfhörer ein Text diktiert, den es fehlerfrei aufzuschreiben gilt. Die Bearbeitungszeit beträgt 15 bis 20 Minuten. Ein Teilnehmer unserer Facebook Community schreibt seine Erfahrung dazu:

Man hört es 1 mal in Stücken, dann begrenzte Berichtigungszeit, dann hörst du es noch einmal im ganzen, dann wieder begrenzte Zeit um Fehler auszubessern. Danach wird es automatisch abgesendet.

Als Berichtigungszeit stehen jeweils drei Minuten zur Verfügung.

 Sachsen-Anhalt

Öffentlicher Dienst in Sachsen-Anhalt wird nicht in Mittlerer Dienst und Gehobener Dienst aufgeteilt, sondern stattdessen als Laufbahngruppe 1 und 2 bezeichnet. Auch wenn sich die Auswahlverfahren für die Laufbahngruppen leicht unterscheiden, sind die Aufgaben im Bereich der Rechtschreibüberprüfung identisch. Es muss jeweils ein Lückendiktat geschrieben werden.

 Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein kommt im Auswahlverfahren ein normales Diktat zum Einsatz. Dieses umfasst ca. 250 Wörter, wobei die Bewerber maximal zehn Fehler machen dürfen. Als Vorbereitung auf die Aufgabe bietet die Polizei Schleswig-Holstein auf ihrer Webseite netterweise viele Übungsdiktate an. So kann man schon einmal online üben. Zudem gibt es einige Audiodateien.

 Thüringen

In Thüringen findet im Laufe des Auswahlverfahrens kein theoretischer Test statt. Aus diesem Grund gibt es auch kein Diktat oder eine andere Form des Rechtschreibtests.

Bundespolizei

Öffentlicher Dienst bei der Bundespolizei gliedert sich, wie bei vielen Dienststellen der Bundesländer auch, in mittlerer Dienst und gehobener Dienst. Im Auswahlverfahren müssen die Bewerber für die Bundespolizei mittlerer Dienst im theoretischen Teil ein Diktat schreiben.

In unserer Facebook Community wird auch fleißig über das Diktat bei der Bundespolizei diskutiert. So wollte jemand wissen, wie viele Fehler erlaubt sind. Die Antwort: 10 Prozent. Wer das ausreizt, sollte sich aber darauf einstellen, dass im anschließenden Interview ein paar unangenehme Fragen dazu gestellt werden. Ein falsch gesetztes Komma gilt übrigens als halber Fehler. Das Diktat wird 3x vorgelesen. Beim ersten Mal musst du noch nicht mitschreiben, sondern solltest es dir erst mal anhören. Beim zweiten Mal schreibst du mit, das dritte Mal ist zur Kontrolle und Korrektur. Schreiben heißt übrigen wirklich schreiben und nicht (am PC) tippen. Wer Angst hat, zu langsam oder unleserlich zu schreiben, für den hat ein Teilnehmer unserer Facebook Community einen Tipp:

Da hilft nur täglich ein paar Diktate schreiben, das hilft der Handschrift. Ich habe das letzte Jahr an der Uni nur mit dem Laptop geschrieben, wieder zu schreiben, das war richtig schwer. Glaubt man gar nicht.

Ein anderer Bewerber schreibt:

Diktat in meinen Augen sehr einfach. Wichtig: Kommasetzung, Groß- und Kleinschreibung und ob man das Wort zusammen oder auseinander schreibt.

Im gehobenen Dienst der Bundespolizei wird dagegen ein Aufsatz von den Teilnehmern am Auswahlverfahren verlangt. Hier gilt es, einen Bericht zu schreiben, bei dem neben dem Inhalt auch die richtige Rechtschreibung von großer Bedeutung ist.

Online üben und vorbereiten

Während viele Bewerber sich im Vorfeld des Auswahlverfahrens vor allem auf den sportlichen Teil vorbereiten, wird häufig das Diktat zum Stolperstein. Aus diesem Grund sollte man sich vor dem Test noch einmal ganz genau mit den Regeln der Rechtschreibung auseinandersetzen. Darüber hinaus kann auch das eine oder andere Übungsdiktat nicht schaden.

Schwierige Wörter, die in einigen Polizei-Einstellungstests vorkamen, waren beispielsweise:

  • Sekundenschnelle
  • Kommunikation
  • Voraussetzung
  • beigefarben
  • Kommissar
  • Milieu
  • Chauffeur
  • Bredouille
  • Marihuana
  • Blouson
  • ad hoc

Hättest du diese Wörter auf Anhieb richtiggeschrieben? Falls nicht, trainiere die deutsche Rechtschreibung! Wichtig sind vor allem Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung, S-Laute und Zeichensetzung. Für falsch oder nicht gesetzte Kommata (das ist der Plural von Komma) kassierst du einen Fehler (oder zumindest einen halben).

Mittlerweile kann man gerade die Rechtschreibung ganz bequem online üben. Im Netz findet sich ein Übungsdiktat immer schnell. Im Rahmen unseres Programms gibt es auch mehrere Übungsdiktate, die dir dabei helfen für das echte Diktat im Einstellungstest 2018 top vorbereitet zu sein. Außerdem findest du hier ein GRATIS Übungsdiktat als PDF! Zudem ist häufiges und umfangreiches Lesen ebenfalls immer sehr nützlich. Gerade Zeitungsartikel helfen nicht nur bei der Rechtschreibung, sondern sind auch eine gute Vorbereitung auf mögliche Fragen zur Allgemeinbildung. Bitte Freunde, sie dir vorzulesen und schreibe sie auf. So kannst du Diktate ganz einfach üben – am besten täglich.

 


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