Drogentest Polizei: Polizeiärztliche Untersuchung im Auswahlverfahren

Der Weg zur Uniform ist lang. In Deutschland müssen die Anwärter auf eine Polizeiausbildung oder Karriere bei der Polizei ein langes Auswahlverfahren durchlaufen. Hier wird nicht nur geprüft, ob die Bewerber körperlich fit sind, sondern auch, in wie weit sie gesundheitlich überhaupt für den Dienst als Polizisten geeignet sind. Das Stichwort ist hier die polizeiärztliche Untersuchung, die als fester Bestandteil des Einstellungsverfahrens bezeichnet werden kann. Und in dieser Untersuchung wird auch der Drogentest Polizei durchgeführt, auf den wir im weiteren Verlauf genauer eingehen wollen. Gleichzeitig zeigen wir dir im Folgenden aber auch alle weiteren wichtigen Infos und Bestandteile der ärztlichen Untersuchung.

 

Warum wird eine polizeiärztliche Untersuchung durchgeführt?

Jahr für Jahr bewerben sich in den 16 Bundesländern in Deutschland unzählige Menschen für einen Job bei der Polizei. Die Anzahl der freien Stellen ist natürlich um ein Vielfaches kleiner, so dass längst nicht jeder Bewerber am Ende auch genommen wird. Herausgefiltert werden sollen aus Sicht der Polizei nun nur die besten Bewerber. Aus diesem Grund wird ein Auswahlverfahren durchgeführt, in welchem die Bewerber unterschiedliche Aufgaben erfüllen und Hürden meistern müssen. Mit dazu gehört zum Beispiel ein Sporttest, in welchem die sportliche Leistungsfähigkeit überprüft wird. Darüber hinaus bildet auch die ärztliche Untersuchung einen Teil dieser Aufgaben. Hier wird geprüft, ob dein Körper gesundheitlich dazu in der Lage ist, den Beruf eines Polizisten auszuüben. Jeden Tag müssen die Beamten in Uniform Höchstleistungen bringen. Und das schafft nicht jeder Körper. Solltest du also gesundheitlich große Probleme oder wohlmöglich eine schwere Krankheit haben, sind die Aussichten auf einen Alltag als Polizist eher gering – zum Glück, denn ansonsten hätte ein Einsatz vielleicht schlimme Auswirkungen auf deine gesundheitliche Verfassung. Kurz gesagt: Die ärztliche Untersuchung wird von der Polizei durchgeführt, um zu prüfen, ob dein Körper den späteren Belastungen im Dienst standhalten kann.

Achtung: Umgehen lassen sich die ärztliche Untersuchung und der Drogentest bei Polizei Einstellungstest natürlich nicht. Es handelt sich um eine Pflicht für alle Bewerber.

 

Polizeiärztliche Untersuchung: Was wird getestet?

Die polizeiärztliche Untersuchung wird von einem Polizeiarzt durchgeführt und findet in der Regel am Ort des Einstellungstestes statt. Der Arzt untersucht verschiedene Bereiche, bzw. führt mit dir verschiedene Tests durch. Im Folgenden siehst du, aus welchen Bausteinen die ärztliche Untersuchung im Detail besteht:

Tipp: Wer clever ist, nimmt sich etwas zu Trinken oder zu Essen mit zur polizeiärztlichen Untersuchung. Das Belastungs-EKG ist anstrengend, zudem musst du für Bluttest im Zuge der labortechnischen Analyse nüchtern getestet werden.

 

Allgemeine körperliche Untersuchung

Wie der Name „Allgemeine körperliche Untersuchung“ bereits verrät, handelt es sich hierbei um eine Untersuchung, in der die allgemeine Funktionsweise deines Körpers unter die Lupe genommen wird. Im Detail testet der Polizeiarzt zum Beispiel deine Reflexe und deine Atmung. Darüber hinaus wird auch nachgesehen, ob du zum Beispiel einen krummen Rücken hast oder gerade stehst. Interessant ist für die Polizei zudem dein sogenannter Body-Maß-Index (BMI), für den deine Größe und dein Gewicht ermittelt werden. Darüber hinaus kommst du auch hier das erste Mal mit dem Drogentest Polizei in Kontakt, denn im Zuge der allgemeinen Untersuchung werden auch eine Urin- und eine Blutprobe von dir verlangt. Das Drogenscreening verweigern ist hier natürlich nicht möglich, stattdessen wird der Drogentest auf jeden Fall durchgeführt. Im Labor werden allerdings auch noch andere Aspekte rund um dein Blut und dein Urin geprüft.

Bereits bei der Einreichung deiner Bewerbung hast du zudem einen Zettel ausgefüllt, auf dem verschiedene Gesundheitsfragenzu finden sind. Diesen wird der Polizeiarzt noch einmal mit dir durchgehen und hier und da vielleicht ein bisschen genauer nachfragen. Ist alles in Ordnung, ist der erste Teil der polizeiärztlichen Untersuchung bereits abgeschlossen.

 

Drogentest Polizei: Drogenkonsum ist untragbar

Es ist ganz gleich, welche Droge du konsumiert hast: Sollte die Polizei im Drogentest noch Rückstände nachweisen können, ist das Auswahlverfahren für dich beendetund du bekommst natürlich keine Chance, deine Karriere in Uniform zu starten. Drogen und der Alltag der Polizeiarbeit lassen sich schließlich nicht miteinander kombinieren. Durch die Drogen werden die Sicht- und Handlungsweisen der Menschen verändert. Gerade mit Blick auf das Tragen einer Dienstwaffe bringt der Konsum also gewisse Gefahren mit sich. Darüber hinaus hat der Drogenkonsum natürlich auch Auswirkungen auf weitere Bereiche des Körpers und schädigt zum Beispiel das Gehirn oder die Lunge. Eines sollte dir also auf jeden Fall klar sein: Möchtest du zur Polizei, musst du zu 100 Prozent clean sein.

 

Hörtest

Selbstverständlich musst du als Polizist über ein gutes Hörvermögen verfügen. Ob dies der Fall ist, prüft die Polizei im Hörtest. Hier wirst du entweder in eine schalldichte Kabine geführt oder bekommst Kopfhörer aufgesetzt. Anschließend werden dir verschiedene Frequenzen vorgespielt und deine Reaktionen geprüft. Getestet wird hier zum Beispiel, ob du einen Hörsturz hattest, an Entzündungen im Ohr leidest oder ähnliche Probleme mit dir herumträgst.

 

Sehtest

Was für die Ohren zählt, das gilt in der polizeiärztlichen Untersuchung auch für die Augen. Im Detail heißt das: Neben einem Hörtest wird auch ein Sehtest durchgeführt. Dieser Test ist dir vielleicht schon bekannt, denn zum Beispiel beim Führerschein muss ebenfalls ein Sehtest durchgeführt werden. Dir werden verschiedene Tafeln vorgelegt, auf denen du Buchstaben und Zahlen ablesen musst. Die Tafeln werden in ihrer Schärfe verstellt, bzw. erscheinen von Zeit zu Zeit ein wenig kleiner. Geprüft wird so neben deinem Sehvermögen auch deine Fähigkeit, in der Dämmerung zu sehen oder Dinge voneinander zu unterscheiden.

Übrigens: Sollest du eine Brille tragen, musst du den Sehtest zwei Mal durchführen. Einmal mit der Brille, einmal ohne die Brille. Um zu bestehen, musst du auch ohne Brille noch ausreichend Buchstaben und Zahlen auf den Testtafeln erkennen. Kontaktlinsen sind im Sehtest verboten und dürfen auch im späteren Polizeialltag nicht getragen werden.

 

Belastungs-EKG

Während mit einem ganz normalen EKG die reguläre Arbeit des Herz-Kreislauf-Systems überprüft wird, untersucht der Polizeiarzt dieses in einem Belastungs-EKG unter Belastung. Das bedeutet im Detail für dich, dass du auf einem Fahrrad sitzt und über einen längeren Zeitraum durchgehend radeln musst. Geprüft wird hier, ob dein Herz-Kreislauf-System korrekt arbeitet. Das ist besonders wichtig, denn derartige Fehlfunktionen zeigen sich oftmals erst nach einer gewissen Belastung. Durchgeführt werden hier aber auch ein Ruhe-EKG und ein Test der Lungenfunktion.

 

Abschlussgespräch mit dem Polizeiarzt

Nachdem alle Untersuchungen abgeschlossen wurden, führt der Polizeiarzt noch einmal ein Einzelgespräch mit dir durch. Hierbei werden zum Beispiel medizinische Vorgeschichten besprochen, gleichzeitig informiert dich der Arzt auch über mögliche Ergebnisse aus der aktuellen Untersuchung. Ganz nebenbei wird hier zum Beispiel auch über deine Antworten im psychologischen Einstellungstest gesprochen, wenn diese als besonders auffällig bezeichnet werden können.

Wichtig: Unter Umständen musst du im Anschluss an die Untersuchung bei der Polizei weitere Untersuchungen durchführen lassen. In diesem Fall müssen die Atteste der Ärzte dann im weiteren Verlauf bei der Polizei eingereicht werden.

 

Wann bin ich untauglich für den Polizeidienst?

Eine Dienstuntauglichkeit liegt immer dann vor, wenn der Bewerber den körperlichen Anforderungen an einen Polizisten nicht gerecht werden kann. Im Wesentlichen lässt sich das Ganze dabei in vier Bereiche unterteilen, welche gegen einen Einsatz in Uniform sprechen:

  • Körperliche Belastbarkeit und Gesundheit nicht ausreichend
  • Erhöhtes Risiko für Seelische Erkrankungen
  • Konzentrationsstörungen oder Suchtmittelkonsum
  • Erhöhte Verletzungsgefahr

Einer dieser vier Bereiche ist die körperliche Belastbarkeit und Gesundheit. Solltest du zum Beispiel an einer chronischen Krankheit leiden, bist du für den Dienst als Polizist nicht geeignet. Genau das Gleiche gilt, wenn du von einer Blutkrankheit, Hormon-Krankheit oder Knochen-Krankheit betroffen bist. Mindestens genauso wichtig ist der Polizei, dass du seelisch und geistig einen stabilen Eindruck hinterlässt. Solltest du zum Beispiel Persönlichkeitsstörungen vorweisen oder durch andere seelische Erkrankungen belastet werden, wirst du ebenfalls nicht eingestellt. Die dritte Kategorie beim Aussortieren sind der Konsum von Suchtmitteln, Konzentrationsstörungen, neurologische Leiden oder ähnliche Probleme. Abschließend untersucht die Polizei zudem auch, ob eine erhöhte Verletzungsgefahr für dich besteht, weil zum Beispiel deine Sinne nicht alle so funktionieren, wie sie es tun sollten. Das ist auch dann der Fall, wenn du beispielsweise den Sehtest nur beim Tragen einer Brille bestehst.

Achtung: Die polizeidienstliche Untersuchung bzw. der Drogentest Polizei sind natürlich nicht doe einzigen Voraussetzungen, die vor deiner Zeit bei der Polizei auf dich warten. Im Auswahlverfahren musst du noch weitere Hürden meistern, zudem musst du Voraussetzungen wie die Verfassungstreue erfüllen oder einen gewissen Schulabschluss nachweisen.

 

Fazit: Positive Ergebnisse im Drogentest sorgen für negatives Abschneiden

Eines steht ganz sicher fest: Polizei und Drogen – das passt nicht zusammen. Aus diesem Grund darfst du auf keinen Fall Drogen wie Cannabis, Kokain, Benzodiazepine oder auch Methadon konsumieren, wenn du dich für einen Platz bei der Polizei bewirbst. Alle Bewerber müssen im Einstellungsverfahren an einem Drogenscreening teilnehmen und können dieses nicht verweigern. Manipulieren oder umgehen lässt sich der Test ebenfalls nicht. Zeigen sich hier positive Ergebnisse bei irgendeiner Substanz, sind das negative Nachrichten für dich. Dein Auswahlverfahren wäre damit nämlich beendet und der Traum von der Uniform geplatzt. Bist du clean, kannst du beruhigt an den Test herangehen, auch wenn in der polizeiärztlichen Untersuchung noch weitere Bereiche und Funktionen geprüft werden. Bist du körperlich in einem guten Zustand, gibt es aber aus Sicht der Polizeiärzte nichts, was gegen eine Einstellung sprechen dürfte. Dann liegt es also nur noch an dir, auch die restlichen Anforderungen im auswahlverfahren zu meistern.


 

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