EKG im Einstellungstest der Polizei

Wer sich für eine Ausbildung bei der Polizei bewirbt, für den ist es nicht unwahrscheinlich, dass er es im Auswahlverfahren mit einem EKG zu tun bekommt. Für viele junge Menschen ist es häufig die erste Begegnung mit einem solchen Gerät und man weiß oft gar nicht, was es genau tut.

Was ist ein EKG?

Das EKG zeichnet den Herzschlag auf

Das menschliche Herz zieht und dehnt sich immer wieder. Bei dieser Bewegung entsteht elektrische Spannung. Ein Elektrokardiogramm oder kurz EGK ist in der Lage, die Spannungsschwankungen, die beim Zusammenziehen und Dehnen entstehen, zu messen. Das Gerät verstärkt die Signale und gibt sie als Kurve in einem Diagramm wieder. Anhand der Werte können Ärzte eine Interpretation über die Leistungsfähigkeit eines Menschen vornehmen, aber auch Herzkrankheiten identifizieren.

Der Einsatz im Einstellungstest

In der normalen Medizin wird das Elektrokardiogramm häufig mit einer ruhenden Person durchgeführt. Dabei befestigt ein Arzt Elektroden an den Beinen, Armen und der Brust und misst die Werte, denn diese sind auf der Hautoberfläche wahrnehmbar. Dabei befindet sich die Person in sitzender oder liegender Stellung. Diese Art des EGKs wird als Ruhe-EKG bezeichnet und kann manchmal auch bei einem Polizei-Einstellungstest zum Einsatz kommen. Typischer ist allerdings ein sogenanntes Belastungs-EKG. Die dritte Form ist übrigens ein Langzeit-EKG, die allerdings bei Auswahlverfahren keine Rolle spielt. Es wird in der Regel dann verwendet, wenn Patienten über Herz-Kreislauf-Probleme klagen und über einen längeren Zeitraum (einige Tage) im Alltag „beobachtet“ werden sollen (durch die Aufzeichnung der Herztöne).

Die ärztliche Untersuchung ist Pflichtbestandteil des Einstellungsverfahrens.
Das EKG kommt meist bei der medizinischen Untersuchung zum Einsatz

Doch zurück zum Belastungs-EKG, der beim Polizei Einstellungstest genutzt wird. Dabei geht es darum, die gleichen Werte zu messen wie bei einem Ruhe-EKG, allerdings muss sich die Person einer wachsenden Anstrengung unterziehen. Dies passiert typischerweise in Form eines Hometrainers oder eines Laufbands. Die Bewerber laufen oder treten für mehrere Minuten in die Pedale, wobei die Belastung in bestimmten Abständen immer weiter zunimmt. Am Ende jeder Stufe werden die Daten gemessen. Anschließend folgt eine Ruhephase, bei der beobachtet wird, wie der Körper langsam wieder auf die Normwerte zurückfährt.

In der Regel findet das Belastungs-EKG dabei nicht während des Sporttests statt, sondern im Zuge der polizeiärztlichen Untersuchung. Ein Arzt überwacht den Vorgang und notiert die entsprechenden Daten für die Auswertung.

Die Belastungsgrenze

In der Medizin wird das EKG dazu genutzt, um Krankheiten wie Herzschwäche oder Durchblutungsstörungen an den Herzkranzgefäßen aufzuspüren. Auch bei der polizeiärztlichen Untersuchung spielt dies eine gewisse Rolle, allerdings geht es eher um die Überprüfung der Leistungsfähigkeit des Körpers. Im Polizistenalltag geht es oft heiß her, wenn beispielsweise ein Täter verfolgt werden muss oder alles etwas stressiger wird. Dann ist Fitness gefragt, die beim Belastungs-EKG eingeschätzt werden kann. Anhand der Daten kann man nämlich die tatsächliche Belastungsgrenze eines Menschen feststellen. Diese sollte grob gerechnet bei einer Herzfrequenz von 220 Schlägen in der Minute minus dem Alter der Person liegen.  Je nach Bundesland sieht der Belastungs-EKG beim Auswahlverfahren der Polizei allerdings unterschiedlich aus. Dank einer Bewerberin, die Teil unserer Facebook Community ist, können wir euch den Ablauf bei der Landespolizei Nordrhein-Westfalen verraten:

Zwischen 52 und 62 kg Körpergewicht: vier Intervalle à zwei Minuten. 75 Watt, 100 Watt, 125 Watt und abschließend 150 Watt.

Zwischen 62 und 72 kg Körpergewicht: fünf Intervalle à zwei Minuten: 75 Watt, 100 Watt, 125 Watt, 150 und 175 Watt.

Zwischen 72 und 82 kg Körpergewicht: fünf Intervalle à zwei Minuten: 100 Watt, 125 Watt, 150, 175 Watt und 200 Watt.

Bei der hessischen Polizei wiederum wird der PWC 150 angewendet. PWC steht dabei für Physical Working Capacity und 150 für die maximale Herzfrequenz, die bei einer bestimmten Belastung erreicht werden darf. Diese Belastung errechnet ist abhängig von deinem Gewicht und errechnet sich nach der Formel (Gewicht *2,1)-20% . Wenn du also 65 kg wiegst, muss dein Puls bei 109 Watt noch unter 150 Schlägen pro Minute liegen. Es gibt auch noch den PWC 170 Test mit anderen Werten.

Bewegen sich die Werte eines Bewerbers innerhalb dieser Grenzwerte, dann ist alles im grünen Bereich und der Test ist bestanden. Oftmals ist es sinnvoll im Vorhinein einmal seinen persönlichen Body Mass Index (BMI) zu berechnen. Dieser gibt Auskunft über die Relation des Körpergewichts einer Person zu dessen Körpergröße. Du kannst deinen BMI ganz einfach gratis hier berechnen!

Vorbereitung auf das Belastungs-EKG

Selbst wenn du regelmäßig Ausdauersport betreibst, solltest du dir deiner Sache nicht zu sicher sein und das Belastungs-EKG nicht unterschätzen. Möglicherweise gehörst du zu den Hochpulsern, deren Maximalpuls auch im trainierten Zustand höher ist als üblich. Das muss nicht zwangsläufig gesundheitlich bedenklich sein, aber beim Auswahlverfahren der Polizei kann es dir zum Verhängnis werden. In unserer Facebook Community berichtet ein Bewerber aus Nordrhein-Westfalen, dass er den 3.000-Meter-Lauf beim Sportabzeichen knapp mit Gold gelaufen ist (das bedeutet in rund 13 Minuten), aber dennoch beim Belastungs EKG durchgefallen ist. Das EKG wiederholen durfte er nicht. Ein guter Läufer zu sein ist also keine Garantie für ein erfolgreiches Bestehen dieses Tests. Zugleich redet dieser Kandidat davon, dass die Durchfallquote beim EKG zeigt, dass das viele unterschätzen.

Damit du beim Einstellungstest keine böse Überraschung erlebst, solltest du dich auf das Belastungs-EKG vorbereiten. Das gilt vor allem dann, wenn du untrainiert bist bzw. sonst weder joggen gehst noch anderweitig deine Kondition trainierst. Idealerweise hast du eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio und kannst dort einen Ergometer nutzen. Informiere dich, welchen Belastungs-EKG die Polizeibehörde deiner Wahl durchführt und welche Grenzwerte dabei gelten. Simuliere dann den entsprechenden Test auf dem Ergometer und notiere die deine Pulswerte am Ende jeder Belastungsstufe. Vergiss dabei nicht, dass du bei der polizeiärztlichen Untersuchung sicherlich aufgeregt sein wirst – das treibt den Puls schon im Ruhezustand nach oben.

Das Belastungs-EKG wird meistens auf einem Ergometer durchgeführt
Das Belastungs-EKG wird meistens auf einem Ergometer durchgeführt

Anschließend solltest du drei bis vier Mal wöchentlich mindestens jeweils 45 Minuten auf dem Ergometer fahren. Ideal sind 75 Watt. Dir fällt das zu leicht? Dann baue Belastungsspitzen ein und fahre zwischendurch für einige Minuten bei doppelter Belastung. So trainierst du dein Herz-Kreislaufsystem. Es gewöhnt sich an die Belastung und dein Herz muss im Laufe der Zeit nicht mehr so viel arbeiten. Die Anzahl der roten Blutkörperchen und Mitochondrien erhöht sich und es bilden sich neue Blutgefäße in der Muskulatur. Das Herz- und Lungenvolumen wächst. All das wird dir dabei helfen, den Belastungs-EKG mit guten Werten zu bestehen. Darüber hinaus ist solch ein Training, das du natürlich auch joggend absolvieren kannst, gut für deine Ausdauer und damit für den Sporttest der Polizei. In der Regel musst du dort einen Lauf absolvieren oder andere Übungen, die Kondition erfordern. Bereite dich also gut vor und überlasse nichts dem Zufall. Schließlich wäre es sehr ärgerlich, wenn du wegen ein paar Herzschlägen zuviel deinen Traumberuf nicht ausüben kannst, nur weil du vor dem Einstellungstest nicht trainiert hast.


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