Ergometer-Test: Ergometer bei der Sportprüfung Polizei

Für eine Laufbahn bei der Polizei müssen Bewerber unter anderem auch eine gute Fitness mitbringen. Aus diesem Grund gehört in der Regel ein Sporttest zum Auswahlverfahren. Je nach Bundesland setzt sich die Sportprüfung aus unterschiedlichen Komponenten zusammen. Typische Aufgaben sind ein Hindernislauf, der Kasten-Bumerang-Test oder ein Krafttest. Auch ein Ergometer-Test ist nicht unüblich, da er sich hervorragend eignet, um die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems zu überprüfen. Manchmal ist dieser Test aber auch Bestandteil des Medizinchecks im Rahmen der Eignungsprüfung für eine Polizei-Laufbahn.

Was ist ein Ergometer?

Das Ergometer

Ein Ergometer ähnelt einem Fahrrad beziehungsweise einem Heimtrainer. Allerdings verfügt das Gerät über eine Watt- und Kilojouleanzeige, die man bei vielen heimischen Geräten nicht findet. Darüber hinaus kommen bei dem Test ein Blutdruckmessgerät und ein EKG-Gerät zum Einsatz. Mit deren Hilfe werden die Körperfunktionen überwacht, sodass man feststellen kann, wie der Körper auf Belastungen reagiert. Mitunter wird der Ergometertest auch mit einem Laufband durchgeführt. Das Konzept ist ähnlich, nur müssen die Bewerber nicht fahren, sondern laufen.

Was ist ein EKG?

Durch das Zusammenziehen des Herzmuskels kommt es zur einer elektrischen Erregung nach einem speziellen Muster. Dieses Muster wiederholt sich immer wieder und die dabei entstehenden Spannungsänderungen nimmt das EKG (Elektrokardiogramm) auf und zeigt es an. Um die Spannung registrieren zu können, die an der Körperoberfläche messbar ist, befestigt der Arzt Elektroden an verschiedenen Stellen eines Oberkörpers. Das EKG geht zurück auf das Jahr 1882 und den britischen Physiologen Augustus D. Wailer. Später wurde die Technik von Willem Einthoven, einem niederländischen Arzt, optimiert. Er entwickelte auch die Auswertung des EKG und wurde dafür mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Seitdem ist das EKG aus der Medizin nicht mehr wegzudenken, wenn es um Tests und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems geht. Neben dem beim Polizei-Einstellungstest verwendeten Belastungs-EKG gibt es außerdem das Ruhe-EKG und das Langzeit-EKG.

Der Belastungs-EKG auf dem Ergometer dient übrigens nicht nur zur Überprüfung der Fitness. Damit sollen auch mögliche Veränderungen der Herz- und Kreislauffunktionen herausgefunden werden, etwa Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen.

Ablauf des Tests

Zu Beginn des Tests nimmt der Sportler auf dem Ergometer Platz und wird an das EKG-Gerät und den Blutdruckmesser angeschlossen. Im Anschluss gilt es, in die Pedale zu treten. Dabei fängt man erst einmal mit einer niedrigen Belastung an. Diese bewegt sich bei dem Ergometer-Test bei der Polizei typischerweise im Bereich von 125 Watt. Alle zwei bis drei Minuten wird die Belastung um 50 Watt erhöht. Diese Form des Ergometer-Tests wird auch BAL-Schema genannt, was die Abkürzung für Bundesausschuss Leistungssport ist. Im Gegensatz dazu ist das WHO-Schema weniger belastend (beginnend mit 25 Watt) und würde der Polizei nicht bei der Auswahl fitter Bewerber helfen.

Nach sechs Minuten ist der Test beendet, wobei am Ende jeder Stufe Blutdruck und Herzfrequenz beziehungsweise Puls gemessen werden. Je schneller der Puls steigt, desto geringer ist die Leistungsfähigkeit der jeweiligen Person. Um nicht durch den Polizeitest zu fallen, dürfen Bewerber bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten. Im Falle des Pulses liegt die Grenze in der Regel bei 170. Der Wert des systolischen Blutdrucks darf zudem die 200 erst erreichen, wenn die Belastung bei 200 Watt minus des Lebensalters des Bewerbers liegt. Bei einem Zwanzigjährigen würde sich diese Grenze also bei 180 Watt befinden.

Bei einigen Polizei-Einstellungstests gibt es allerdings Abweichungen von diesen Werten. In unserer Facebook Community verrät eine Teilnehmerin die Werte für die Landespolizei Nordrhein-Westfalen:

Zwischen 52 und 62 kg Körpergewicht: vier Intervalle à zwei Minuten. 75 Watt, 100 Watt, 125 Watt und abschließend 150 Watt.

Zwischen 62 und 72 kg Körpergewicht: fünf Intervalle à zwei Minuten: 75 Watt, 100 Watt, 125 Watt, 150 und 175 Watt.

Zwischen 72 und 82 kg Körpergewicht: fünf Intervalle à zwei Minuten: 100 Watt, 125 Watt, 150, 175 Watt und 200 Watt.

Puls und Blutdruck kurz vor Ende des Tests geben Aufschluss über deine Fitness. Wenn du schon bei 75 oder 100 Watt Probleme bekommst, bist du offensichtlich nicht besonders fit, denn diese Belastung entspricht in etwa der beim Treffensteige, während erst ab 150 Watt von einer intensiven sportlichen Aktivität die Rede sein kann. Wer regelmäßig joggen geht, sollte zumindest bis 150 Watt nicht an die Grenzwerte kommen. Überschreitest du sie aber, bist du raus. Bereite dich also gut vor, um fit genug zu sein, den Ergometer-Test zu bestehen.

In einigen Bundesländern kommt auch der PWC-Test (Physical Working Capacity) zum Einsatz. Dazu wirst du vorher gewogen und aus der Formel (Gewicht *2,1)-20% = xxx,xx Watt ergibt sich die Minimalanforderung in Watt, die du treten musst. Das Problem: die maximale Herzfrequenz. Beim PWC 150 darf die beispielsweise nicht über 150 Schlägen liegen. Dieser kommt beispielsweise bei der Polizei Hessen zum Einsatz.

 Vorbereitung auf den Ergometer-Test

Fahrradfahren eignet sich hervorragend zur Vorbereitung auf den Ergometer-Test

Der Ergometer-Test ist bei vielen Bewerbern im Auswahlverfahren häufig die Endstation, da sie ihn unterschätzen. Selbst gute Sportler können Probleme mit einem hohen Puls bekommen. Aus diesem Grund ist es klug, sich bei der jeweiligen Polizei genau nach dem Ablauf zu erkunden. Wie lange musst du fahren und wie erhöhen sich die Belastungsstufen? Wie hoch darf der Puls maximal sein? Anschließend sollte man mit diesen Werten trainiere und zunächst einen Test machen, um die Ausgangsposition zu kennen.

Für die Vorbereitung bietet sich ein Fitnessstudio an. Mit den Heimtrainern lässt sich die Belastung trainieren und ein oder zwei Mal in der Woche kann man den Test probeweise unter den gewünschten Bedingungen simulieren, wie sich dich später bei der Polizei erwarten. Trainieren solltest du allerdings häufiger – drei bis vier Mal pro Woche à 45 Minuten sind durchaus empfehlenswert, um einen Effekt zu erreichen. Dabei musst du dich aber keinesfalls immer verausgaben. Fahre ein lockeres Tempo mit einer Leistung von maximal 75 Watt. Wichtig ist es natürlich, den Puls im Auge zu behalten.

Wer sich nicht extra bei einem Fitnessstudio anmelden möchte, kann alternativ auch Fahrradfahren oder Laufen. Hier solltest Du Ausdauer- und Intervalltraining kombinieren, um eine vergleichbare Belastungen zu erreichen – allerdings erst ab einer gewissen Grundausdauer. Das Intervalltraining kannst Du auf dem Rad und laufend gleichermaßen gut ausführen. Beim Intervalltraining wechselt sich eine starke Belastung über einige Minuten mit Pausen ab, die etwa halb so lang sind. Kurz vor dem Ergometer-Test bei der Polizei solltest du in der Lage sein, zehn Intervalle durchzustehen. Dein Körper wird durch die Intervalle gestresst, doch mit der Zeit lernt er damit umzugehen und dein Stoffwechsel optimiert sich. Du wirst merken, dass dir die Belastungen immer leichter fallen. Der Grund: Es wird weniger Laktat abgebaut, du ermüdest nicht mehr so schnell und erholst dich in den Pausen besser. Diese Ökonomisierung des Körpers ist die Folge einer erhöhten Zahl roter Blutkörperchen und Mitochondrien. Mittelfristig entstehen auch neue Blutgefäße in der Muskulatur und langfristig wird das Herz- und Lungenvolumen gesteigert. Das alles führt dazu, dass ein Herz nicht mehr so schnell schlagen muss unter Belastung.

Übrigens ergibt sich durch regelmäßiges Ausdauertraining ein weiterer positiver Effekt: Dein Ruhepuls sinkt. Auch das hilft, den Puls während der Belastung möglichst nicht über den maximalen Wert ansteigen zu lassen. Bedenke außerdem, dass du beim Ergometer-Test der Polizei wahrscheinlich sehr aufgeregt sein wirst. Das erhöht den Puls. Trainiere also vorher möglichst viel, damit du genug Luft hast – im wahrsten Sinne des Wortes. Damit solltest du nicht erst zwei Wochen vor dem Test beginnen, denn in dieser Zeit erreichst du ausdauertechnisch gar nichts. Sechs bis acht Wochen musst du schon einplanen, um überhaupt einen Effekt zu erzielen. Je untrainierter du bist, desto länger wirst du benötigen. Es gibt auch hochpulsige Sportler – wenn du dazu gehörst, wird es noch schwieriger. Sei dir dessen bewusst und beschäftige dich rechtzeitig mit dem Ergometer-Test und deinen Werten. Nur so hast du die Möglichkeit, dein Herz-Kreislauf-System zu verbessern und den Einstellungstest bei der Polizei zu bestehen.


✅ Weitere Infos zu den jeweiligen Anforderungen der Polizei in den Bundesländern findest du hier!

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