Reaktions- und Konzentrationstest

Das Einstellungsverfahren bei der Polizei kann je nach Bundesland höchst unterschiedlich ausfallen. Während die Grundaufgaben in der Regel relativ typisch sind und einen theoretischen Test, einen Sporttest, ein Vorstellungsgespräch und eine polizeiärztliche Untersuchung beinhalten, gibt es in der konkreten Ausführung häufig größere Unterschiede. So gehört in manchen Bundesländern beispielsweise ein Reaktions- und Konzentrationstest zum Aufgabenbereich. Diese sind auf den ersten Blick relativ simpel aufgebaut, können sich jedoch gerade in einer Drucksituation wie dem Auswahlverfahren als Stolperstein erweisen. Daher ist es klug, wenn man sich im Vorfeld auf den Test vorbereitet. Übungstests gibt es online oder als Download.

Hintergrund

Mit den Tests im Auswahlverfahren wird eine Mischung aus Reaktion und Konzentration überprüft, weshalb es sich typischerweise sowohl um einen Reaktionstest als auch um einen Konzentrationstest handelt. Die Polizeistellen der jeweiligen Bundesländer wollen mit diesem Test sicherstellen, dass die Bewerber dem Druck des späteren Berufs standhalten. Von Polizisten wird oft gefordert, innerhalb kurzer Zeit unterschiedliche Aufgaben zu lösen. In vielen Fällen spielt dabei Zeitdruck eine Rolle, sodass man nicht nur richtig, sondern auch schnell reagieren muss. Gerade unter Spannung machen viele Menschen schnell Fehler. Mit den jeweiligen Tests soll überprüft werden, wie anfällig die Bewerber für solche Flüchtigkeitsfehler sind.

Unterschiede je nach Bundesländern

Die meisten Bundesländer verzichten auf eine Durchführung eines Konzentrationstests. Dies liegt darin begründet, dass viele Testaufgaben ohnehin eine hohe Konzentration von den Bewerbern verlangen und zudem auch unter Zeitdruck stattfinden. Daher ist der ein Konzentrationstest eher die Ausnahme als die Regel. Trotzdem gehört er in einigen Bundesländern zum Auswahlverfahren.

Hessen

In Hessen müssen die Bewerber ein psychologisches Testverfahren absolvieren. Dieses dauert rund zweieinhalb bis drei Stunden. Innerhalb dieser Zeit gibt es drei große Testbereiche. Neben einem Intelligenztest und einem Rechtschreibtest werden auch die Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeiten überprüft. Für Letzteres kommt in Hessen ein Test mit Symbolen zum Einsatz.

Bayern

In Bayern gibt es keinen eigenen Reaktionstest. Stattdessen führt die Polizei hier einen Grundfähigkeitstest durch. Dieser dauert rund 50 Minuten und beinhaltet unter anderem Aufgaben, bei denen es unter Zeitdruck Symbole zu verknüpfen gilt. Darüber hinaus gehören auch Merk- und Rechenaufgaben zu diesem Aufgabenbereich.

Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen beginnt das Auswahlverfahren erst einmal mit einem generellen Computertest, bei dem analytische Fähigkeiten, Lernfähigkeiten, Gedächtnisleistungen und (schriftliche) Kommunikationsfähigkeiten überprüft werden. Hat man diesen Teil bestanden, wird man für einen weiteren Test zugelassen. Dieser findet noch am selben Tag statt und wird ebenfalls am Computer absolviert. Hier stehen dann Reaktionsschnelligkeit, Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, Orientierungsleistung und Belastungsvermögen im Mittelpunkt.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz findet das Auswahlverfahren für die Polizei an zwei Tagen statt. Der erste Tag ist dabei vor allem durch den Computertest geprägt, der sich verschiedenen Bereichen widmet. Neben einem Intelligenztest und einem Diktat umfasst der erste Testbereich auch einen Konzentrationstest. Dieser ist ähnlich wie in Hessen aufgebaut. Auch in Rheinland-Pfalz müssen die Bewerber unter Zeitdruck richtige Symbole erkennen.

Bundespolizei

Inwiefern man im Auswahlverfahren bei der Bundespolizei mit einem Konzentrationstest konfrontiert wird, hängt von der Laufbahn ab, für die man sich bewirbt. Bewerber für den mittleren Dienst müssen sich über das Thema keine Gedanken machen. Wer sich dagegen für den gehobenen Dienst interessiert, der sollte sich entsprechend vorbereiten. Die Aufgaben sind Bestandteil des schriftlichen Eignungsverfahrens, bei dem neben Intelligenz, Logik und Merkfähigkeiten auch die Konzentration und die Reaktion überprüft werden.

Arten des Konzentrationstests

Ein Konzentrationstest ist in der Theorie häufig gar nicht so schwierig. Die Aufgaben erscheinen auf den ersten Blick relativ einfach. Problematisch wird die Sache in der Regel erst, wenn Zeitdruck hinzukommt. Auch einfache Aufgaben erweisen sich für viele Menschen schnell als Problem, wenn sie nur wenig Zeit für die Lösung haben.

Generell können Konzentrationstests in ganz unterschiedlichen Formen auftreten. Sehr beliebt ist beispielsweise ein Abgleich. Bei dieser Aufgabenform werden den Bewerbern zwei Listen vorgelegt. Bei einer Liste handelt es sich um das Original, während die andere eine Abschrift darstellt. Nun gilt es, in möglichst kurzer Zeit die Unterschiede zwischen beiden Listen zu finden. Diese müssen die Bewerber entweder nur zählen oder aber direkt markieren. Bei den Inhalten kann es sich um Wörter, Zahlen oder einfach nur Buchstaben- beziehungsweise Zeichenfolgen handeln.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Test in Form einer Liste. Hier erhalten die Bewerber keine zwei Blätter, sondern nur eines. Dieses muss dann durchgearbeitet werden, wobei man bestimmte Dinge herausarbeiten muss. Die Aufgabenstellung kann sich dabei um das Markieren von konkreten Elementen, um das Zählen von Dingen, um das Finden von Fehlern oder das Identifizieren gleicher Begriffe drehen.

Nicht selten sind auch andere Vergleichs- oder Zuordnungsaufgaben. So muss man in manchen Tests beispielsweise drei Symbole miteinander vergleichen und herausfinden, welches der drei andersartig ist. Alternativ gibt es Aufgaben, bei denen die Bewerber Buchstaben bestimmten Zahlenkarten zuordnen müssen oder aber Codes zu bestimmten Einrichtungen.

In manchen Fällen bekommen die Bewerber auch nur Rechenaufgaben gestellt. Diese sind relativ einfach und lassen sich mit Hilfe der Grundrechenregeln lösen. Wie immer bei dem Konzentrationstest sorgt dann eine tickende Uhr für die Schwierigkeit. Manchmal wird die Aufgabe zudem durch die Durchführung von zwei Rechenschritten erschwert. So muss man zunächst zwei einzelne Aufgaben lösen und dann die Ergebnisse miteinander addieren beziehungsweise voneinander abziehen. Notizen sind dabei nicht erlaubt, alle Rechenschritte müssen im Kopf passieren.

Konzentrationstest mit Symbolen

Im Auswahlverfahren der Polizei in Hessen und Rheinland-Pfalz arbeitet manmit Symbolen im Konzentrationstest. Den Bewerbern werden dabei verschiedene Symbole angezeigt, die es dann richtig zuzuordnen gilt. Im Falle von Hessen setzt sich ein solches Symbol oft aus einem Kreis, einem Quadrat und mehreren Punkten zusammen. Dadurch, dass Kreis, Quadrat und die Punkte aber oft leicht abgewandelt werden, muss man als Bewerber genau hinschauen.

Normalerweise muss man bei diesem Test nur zwischen zwei Kriterien unterscheiden. So werden beispielsweise alle Symbole mit einem Kreis und zwei Punkten oder mit einem Quadrat und drei Punkten in eine Kategorie gepackt. Erscheint ein Symbol mit diesen Spezifikationen auf dem Monitor, müssen die Bewerber die Taste mit der 1 drücken. Bei allen anderen Symbolen drückt man die Taste 0.

Alternativ können auch verschiedene Symbole jeweils am rechten und linken Rand des Bildschirms aufgelistet sein, wobei jede Seite eine Taste zugeordnet wird. Auch dann werden in der Mitte wieder Symbole eingeblendet, bei denen die richtige Taste gedrückt werden muss.

In Rheinland-Pfalz kommen anstatt der Symbole Buchstaben mit Strichen zum Einsatz. Die Aufgabe ist allerdings äquivalent zum Kreis und Quadrat. Im Vorfeld werden bestimmte Buchstaben mit einer einer Anzahl von Strichen definiert, bei denen die Bewerber dann Tasten drücken müssen.

Vorbereitung auf den Konzentrationstest

Ein Konzentrationstest sieht auf den ersten Blick sehr leicht aus, trotzdem scheitern jedes Jahr viele Bewerber an der Hürde. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, sich im Vorfeld auf die Aufgabe vorzubereiten. Im ersten Schritt hilft das Bearbeiten von Übungsaufgaben. Auf diese Weise bekommt man ein Gefühl für die Tests und wird mit der Aufgabenstellung vertraut. Übungsaufgaben gibt es sowohl in Buchformen als auch als Computertest online im Netz und zum Download. Ein Download- oder ein Online-Test macht häufig am ehesten Sinn, da die Aufgaben auch im Auswahlverfahren als Computertest absolviert werden.

Ist man mit dem Konzept vertraut, sollte man im nächsten Schritt beginnen, die Prüfungssituation zu simulieren. Dies erreicht man durch das Setzen eines Zeitlimits. Dabei ist es eine gute Idee, erst einmal langsam anzufangen, und sich dann nach und nach zu steigern. So entwickelt man bald ein gutes Gefühl für die Zeit und weiß, wie man sich die Zeit einteilen muss. Auch hier finden sich online Möglichkeiten, bei denen man die Uhr separat einstellen kann.

Allerdings sollte man sich auch nicht verrückt machen. Der Test bei der Polizei soll die Kandidaten unter Druck setzten, ist aber auch durchaus lösbar. Mit etwas Übung und einer konzentrierten Arbeitsweise kann man ihn erfolgreich bewältigen.


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